STOP.LI / AI GOVERNANCE
PFLICHTEN WERDEN GOVERNANCE

Rollen, Kontrollen und Evidence formen eine prüfbare AI-Act-Entscheidungsarchitektur.

01 SIGNAL 02 PROCESS 03 DECISION




Public Framework · V2.0 · Finanzinstitute

Vier Dokumente. 91 Seiten.Eine Entscheidungsspur.

Kein weiterer Überblick über den AI Act, sondern ein zusammenhängendes Betriebsmodell: von Führung und Risikoappetit über prüfbare Kontrollen und ausführbare Abläufe bis zur technischen Absicherung von Plattform, Daten und Integrationen.

29Seiten Governance
Führung und Lifecycle
21Seiten Controls
Evidence und Tests
21Seiten Operations
Workflows und Handoffs
20Seiten Security
Technische Baseline
Worum es geht

Die schwierige Entscheidung beginnt vor der Technik.

Eine neue AI-Anwendung wirkt zunächst oft harmlos: ein Assistent für Mitarbeitende, ein Tool für Kundenanfragen, eine Erweiterung im Entwicklungsprozess. Die eigentliche Frage liegt darunter. Welchen Entscheid verändert das System, welche Daten sieht es, wer verlässt sich auf sein Ergebnis und was geschieht, wenn sich Modell, Zweck oder Lieferant ändern?

Genau dort geraten Fachbereich, Informationssicherheit, Compliance, Datenschutz, Modellrisiko und Betrieb leicht aneinander vorbei. Der EU AI Act bringt eigene Pflichten mit. Für Finanzinstitute kommen bestehende Anforderungen an ICT-Risiko, Auslagerungen und Resilienz hinzu. Das Framework macht aus diesen Perspektiven keinen zusätzlichen Gremienprozess. Es schafft einen gemeinsamen Verlauf von der Idee bis zur Stilllegung.

AI Governance Framework for Financial Institutions beginnt deshalb nicht mit einer Regulierungsfolie. Es ordnet zuerst die Entscheidung: beabsichtigte Nutzung, verantwortliche Person, angemessene Kontrolltiefe und die Evidence, die vor und nach einer Freigabe verfügbar sein muss.

GOVERNANCE

Verantwortung festlegen

Die Führung klärt Ziel, Risikoappetit, Rollen und Eskalation. Damit eine AI-Nutzung nicht zwischen Fachbereich und Technik hängen bleibt.

Geschäftsleitung · CISO · Governance

CONTROLS

Entscheidungen prüfbar machen

Kontrollen beschreiben nicht nur einen Sollzustand. Sie benennen Owner, Takt, Nachweis und den Umgang mit Abweichungen.

CISO · Compliance · Risk · Revision

OPERATIONS

Im Alltag handlungsfähig bleiben

Intake, Einstufung, Freigabe, Änderung und Incident folgen einem Ablauf, den Teams tatsächlich anwenden können.

AI Owner · Fachbereich · IT · Einkauf

SECURITY

Die technische Grundlage sichern

Daten, Zugriffe, Integrationen, Agenten, RAG und MCP erhalten einen klaren Platz in der Sicherheitsarchitektur.

CISO · Security · SOC · DevSecOps

Mehr als ein AI-Act-Leitfaden

Die Qualität steckt nicht in der Seitenzahl. Sie steckt in den Entscheidungen.

Das Framework übersetzt regulatorische und technische Anforderungen in ein Modell, das Führung, Kontrollfunktionen und Betrieb gemeinsam verwenden können. Jede Ebene beantwortet eine andere Managementfrage und übergibt ein nachvollziehbares Ergebnis an die nächste.

01 · Managementsteuerung

Wer darf unter welchem Risikoappetit entscheiden?

Portfolio, Rollen, Eskalation und Assurance verbinden die einzelne AI-Nutzung mit der Verantwortung der Geschäftsleitung.

02 · Prüfbarkeit

Woran lässt sich Umsetzung tatsächlich erkennen?

Der Control Standard verbindet Anwendbarkeit, Mindestanforderung, Evidence, Testverfahren und Fail Criteria – statt nur abstrakte Sollsätze aufzulisten.

03 · Ausführbarkeit

Wer macht wann was und an wen wird übergeben?

Die operativen Workflows benennen Trigger, Owner, Input, Schritte, Entscheidung, Ergebnis, Nachweis und Handoff.

04 · Technische Tiefe

Ist die AI unter realen Bedingungen sicher betreibbar?

IAM, Daten, RAG, Vector-Datenbanken, Agenten, Tool Calling, MCP, Secrets, Monitoring, Abuse Tests und Forensik erhalten konkrete Anforderungen.

Governance Gates

Eine Freigabe ist kein Moment. Sie muss im Betrieb Bestand haben.

Der Lifecycle lässt eine Entscheidung nicht verschwinden, sobald ein Projekt abgeschlossen ist. Bereits beim Intake wird festgehalten, was das System leisten soll und wer dafür einsteht. Bei der Bewertung wird sichtbar, welche Wirkung, Daten und Abhängigkeiten dazugehören. Der Betrieb bestätigt fortlaufend, dass die Voraussetzungen noch gelten. Ändert sich etwas Wesentliches, wird die ursprüngliche Entscheidung wieder geöffnet.

So entsteht eine Akte, die auch Monate später verständlich bleibt: nicht als Sammlung von Anhängen, sondern als nachvollziehbare Geschichte eines Systems.

AI Lifecycle mit Governance Gates: Idee, Intake, Bewertung, Freigabe, Betrieb, Monitoring, Revalidierung und Stilllegung
Jede Phase hält fest, wer entscheidet, worauf sich die Entscheidung stützt und wann sie erneut geprüft wird.
Kontrolltiefe

Risikoorientierung ohne Nebel.

Nicht jede AI braucht dieselbe Maschinerie. Aber jede AI braucht eine begründete Einstufung. Kontrolltiefe folgt Risiko, Wirkung und Datenkritikalität – nicht der Lautstärke des Tools.

RisikoarmIntake und BasiskontrollenKlare Verantwortlichkeit, sichtbarer Use Case, dokumentierte Freigabe.
MittelErweiterte PrüfungAI Owner, CISO sowie Compliance oder Risk bewerten Wirkung, Daten und Auflagen.
Kritisch / HochrisikoGovernance Board, technische Evidence, RevalidierungErhöhte Governance, Tests, Supplier-Prüfung, Monitoring und gegebenenfalls AI-Act-spezifische Pflichten.
Verbotene PraktikStoppen und eskalierenKeine Freigabe – stattdessen dokumentierte Ablehnung und Eskalationsvermerk.
Betrieb und Nutzung

Ein System kann sicher laufen und dennoch falsch eingesetzt werden.

Das Framework trennt deshalb Betriebsfreigabe und Nutzungsfreigabe. Die Betriebsfreigabe prüft, ob Plattform und System unter nachgewiesenen Bedingungen sicher betrieben werden können. Dafür müssen Architektur, Zugriffe, Datenflüsse, Logging, Tests, Lieferantensteuerung und Incident Readiness zusammenpassen.

Die Nutzungsfreigabe beantwortet eine andere Frage: Darf genau dieser Use Case mit diesem Zweck, diesen Daten und diesem Personenkreis eingesetzt werden? Sie verlangt eine klare Verantwortlichkeit und, wo nötig, wirksame menschliche Aufsicht. Sobald Modell, Daten, Zweck, Integration oder Risiko verändert werden, prüft das Institut die Entscheidung erneut.

Nicht vier PDFs. Ein System.

Die Dokumente beantworten unterschiedliche Fragen – ohne sich zu widersprechen.

Das Operating Model gibt Richtung und Verantwortlichkeit. Der Control Standard definiert, was prüfbar sein muss. Das Operations Handbook macht die Entscheidungen ausführbar. Die Security Baseline legt fest, was technisch vorliegen muss. Diese Architektur verhindert Doppelablagen und die klassische Lücke zwischen Governance-Entscheid und technischem Betrieb.

Dokumentenarchitektur des AI Governance Frameworks mit AI Governance Operating Model, AI Control Standard, AI Operations Handbook und AI Security Baseline
Eine Frage, ein Dokument: Führung, Kontrolle, Umsetzung und Technik sind getrennt – aber bewusst miteinander verbunden.
Risikoklassen und Kontrolltiefe für AI Use Cases: risikoarm, mittel, kritisch, Hochrisiko nach AI Act und verbotene Praktik
Risikoorientierung bedeutet: nicht alles gleich behandeln, aber jede Abweichung begründen können.
Betrieb versus Nutzung: zwei getrennte Freigaben für AI-Systeme und konkrete AI Use Cases
Technisch betreibbar und fachlich zulässig sind zwei verschiedene Entscheidungen – beide müssen bestehen.
Public Framework · V2.0

Vier Dokumente. Jede Frage hat ihren Ort.

Wer das Gesamtbild braucht, beginnt mit dem Governance Framework. Wer Kontrollen prüfen oder in ein bestehendes Kontrollsystem übernehmen will, nutzt den Control Standard. Das Operations Handbook gehört in die Hände der Teams, die den Ablauf ausführen. Die Security Baseline richtet sich an jene, die eine AI-Plattform und ihre Integrationen absichern. Zusammen bilden sie ein Steuerungssystem, das nicht bei der Theorie endet.

Die Dokumente sind frei verfügbar. Sie ersetzen keine Einzelfallprüfung, geben aber eine belastbare Arbeitsgrundlage für die ersten Entscheidungen und die spätere Umsetzung.

PDF · 29 Seiten · Für Führung

AI Governance Framework for Financial Institutions

Wenn Verantwortlichkeit, Lifecycle, Risikoappetit, Reporting und Assurance geklärt werden müssen.

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PDF · 21 Seiten · Für Kontrolle

AI Control Standard

Wenn Safeguards, Nachweise, Tests und Abweichungen einheitlich prüfbar werden sollen.

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PDF · 21 Seiten · Für Betrieb

AI Operations Handbook

Wenn Intake, Einstufung, Freigabe, Änderung, Incident und Exit im Alltag funktionieren müssen.

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PDF · 20 Seiten · Für Technik

AI Security Baseline

Wenn Plattformen, Daten, RAG, Agenten, MCP und der laufende AI-Betrieb abgesichert werden.

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Für CISOs: Fortschritt zeigt sich nicht an der Zahl der AI-Projekte. Er zeigt sich daran, dass jeder produktive Einsatz eine verantwortliche Person, eine begründete Entscheidung, passende Kontrollen und auffindbare Nachweise hat.
Häufige Fragen
Gilt das Framework nur für Hochrisiko-AI nach dem EU AI Act?

Nein. Es steuert das gesamte AI-Portfolio risikobasiert. Die Einordnung nach dem EU AI Act ist ein wichtiger Entscheidungsbaustein, aber nicht die gesamte Governance. Auch ein vermeintlich einfacher Use Case braucht eine verantwortete Entscheidung.

Wie passt das Framework zu DORA, DSGVO und einer bestehenden Security Governance?

Es ersetzt diese Disziplinen nicht. Es verbindet sie dort, wo eine AI-Nutzung eine Entscheidung auslöst. Datenschutz, Informationssicherheit, Lieferantensteuerung, Modellrisiko und ICT-Risiko werden entlang des Lifecycles einbezogen, statt nacheinander und ohne gemeinsamen Nachweis zu arbeiten.

Ist das Framework für ein Schweizer Finanzinstitut nutzbar?

Ja, als Governance- und Kontrollmodell. Ob und in welchem Umfang der EU AI Act rechtlich greift, hängt vom konkreten territorialen und sachlichen Anwendungsbereich ab. Die Schweizer Ausprägung muss zusätzlich die anwendbaren FINMA-Vorgaben berücksichtigen.

Wo wird das Framework in der STOP.LI-Bibliothek eingeordnet?

Es gehört in die Bibliotheksgruppe Frameworks. Die späteren Umsetzungspläne, Kontrollnachweise, Risikoanalysen und Berichte werden jeweils als eigene Arbeitsobjekte geführt und mit diesem Framework verknüpft. Dadurch bleibt ein Dokument an einem klaren Ort und ist trotzdem im Zusammenhang auffindbar.

Weiterführende Dokumente
Dokumentname Inhalt
NCSC Securing AI Adoption in the Public Sector – Guidelines for AI Deployments 2026 ↗ Enthält: sieben Sicherheitsprinzipien für Design, Entwicklung, Einsatz, Betrieb und Ausserbetriebnahme von AI-Systemen.
Wichtig für: CISO, AI-Verantwortliche, Beschaffung und Entwicklungsteams.
Hier verlinkt, weil: es den AI-Lifecycle in konkrete Sicherheitsüberlegungen für die Governance übersetzt.
Einordnung und Quellen

Die Seite beschreibt ein Governance-Modell und keine Rechtsberatung. Für die regulatorische Bewertung eines konkreten Einsatzes sind die Primärquellen und die eigene Rechtsprüfung massgeblich.

Gültigkeit: FinanzDCH / Finanzinstitute mit EU-Bezug. Stand: V2.0, 12.07.2026. Verantwortlich für die Framework-Publikation: 4T2 Solutions GmbH.

Vom öffentlichen Modell zur eigenen Umsetzung.

4T2 Solutions unterstützt Finanzinstitute und Hersteller bei Einordnung, Anpassung und operativer Einführung. Ausgangspunkt ist eine konkrete Entscheidung oder ein kontrollierter Pilot, nicht ein neues Grossprogramm.