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Security
Glossar.
Rund 140 Begriffe aus Sicherheitsbetrieb, Governance und Regulierung – jeweils mit Quelle oder vertiefender STOP.LI-Seite. Jeder Eintrag hat eine feste Adresse und kann aus Fachseiten direkt verlinkt werden. Stand: 9. Oktober 2026.
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| Kurze Einordnung | Quelle | ||
|---|---|---|---|
| CVE | Vulnerability Management | Common Vulnerabilities and Exposures: eine Kennung für eine öffentlich bekannte Schwachstelle. Eine CVE sagt nicht, ob ein eigenes Produkt oder Asset betroffen ist. | CVE Program ↗ |
| CVSS | Vulnerability Management | Common Vulnerability Scoring System: beschreibt technische Schwere. Es ersetzt keine Bewertung von Betroffenheit, Erreichbarkeit oder Geschäftsauswirkung. | FIRST ↗ |
| EPSS | Vulnerability Management | Exploit Prediction Scoring System: schätzt die Wahrscheinlichkeit öffentlicher Ausnutzung. Es ist ein Priorisierungssignal, kein Betroffenheitsnachweis. | FIRST ↗ |
| KEV | Threat Intelligence | Known Exploited Vulnerabilities: Katalog von Schwachstellen mit bestätigter Ausnutzung. Relevanz entsteht erst mit dem Bezug zu eigenen Produkten und Assets. | CISA ↗ |
| NVD | Vulnerability Management | National Vulnerability Database: strukturiert CVE-Daten, Referenzen und technische Bewertungen. | NIST ↗ |
| EUVD | Vulnerability Management | European Vulnerability Database: europäische Schwachstellendatenbank von ENISA. | ENISA ↗ |
| SBOM | Software Supply Chain | Software Bill of Materials: Komponentenliste eines Produkts oder Releases. Sie ermöglicht die Zuordnung, beweist aber keine Ausnutzbarkeit. | CycloneDX ↗ |
| VEX | Software Supply Chain | Vulnerability Exploitability eXchange: dokumentiert den Status einer bekannten Schwachstelle für ein Produkt oder Release. | CISA SBOM ↗ |
| SCA | Software Supply Chain | Software Composition Analysis: erkennt Drittkomponenten und deren Versionen im Quellcode, Build oder Artefakt. | OWASP ↗ |
| EASM | Exposure | External Attack Surface Management: erkennt aus externer Sicht Domains, Dienste, Zertifikate und weitere sichtbare Angriffsfläche. | MITRE ATT&CK ↗ |
| CAASM | Exposure | Cyber Asset Attack Surface Management: verbindet vorhandene Inventare und Telemetrie, um Asset-Abdeckung und Ownership sichtbar zu machen. | Axonius ↗ |
| CNAPP | Exposure | Cloud Native Application Protection Platform: verbindet Cloud-Konfiguration, Workloads, Identitäten, Code und Datenrisiken. | Wiz ↗ |
| TTP | Threat Intelligence | Tactics, Techniques and Procedures: beschreiben beobachtete Vorgehensweisen eines Angreifers; ähnliche TTPs beweisen keine Attribution. | MITRE ATT&CK ↗ |
| IOC | Threat Intelligence | Indicator of Compromise: beobachtbares Merkmal wie IP-Adresse, Domain oder Hash. IOCs altern schnell und brauchen Kontext. | MISP ↗ |
| BAS | Security Validation | Breach and Attack Simulation: wiederholbare Tests von Angriffstechniken gegen präventive und detektive Kontrollen. | Picus ↗ |
| PSIRT | Vulnerability Management | Product Security Incident Response Team: verantwortet Sicherheitsmeldungen und Schwachstellenbehandlung eines Herstellers. | CISA ↗ |
| CMDB | Vulnerability Management | Configuration Management Database: verwaltet Konfigurationselemente und ihre Beziehungen. Entscheidend sind belastbare Asset-Identität, Servicebezug und Owner. | ITIL / Axelos ↗ |
| EDR | Vulnerability Management | Endpoint Detection and Response: sammelt Telemetrie und unterstützt Erkennung sowie Reaktion auf Endgeräten. Einige Plattformen liefern zusätzlich kontinuierliche Schwachstellensicht. | Microsoft Learn ↗ |
| ITSM | Vulnerability Management | IT Service Management: organisiert Services, Changes, Incidents und Aufgaben. Die Integration verbindet einen priorisierten Befund mit Owner, Termin und Arbeitsfluss. | ITIL / Axelos ↗ |
| CPE | Vulnerability Management | Common Platform Enumeration: standardisierte Produktbezeichnung. Uneinheitliche Produktnamen und Versionen führen in der Praxis zu Zuordnungsfehlern. | NIST NVD ↗ |
| PURL | Software Supply Chain | Package URL: standardisierte Kennung für Softwarepakete über unterschiedliche Paketökosysteme. Sie verbessert die Zuordnung von SBOM-Komponenten zu Schwachstellendaten. | PURL Specification ↗ |
| SIEM | Erkennung und Reaktion | Security Information and Event Management: sammelt Logs und Ereignisse aus verteilten Quellen, normalisiert sie und wertet sie nach Regeln oder Analytik aus. Ein SIEM erkennt nur, was als Telemetrie angeliefert und als Muster beschrieben wurde. | STOP.LI · SIEM → |
| XDR | Erkennung und Reaktion | Extended Detection and Response: führt Signale aus Endpunkt, Identität, Netzwerk und Cloud in einer Auswertung zusammen. Die Aussagekraft hängt von der Abdeckung der angeschlossenen Quellen ab. | STOP.LI · EDR und XDR → |
| NDR | Erkennung und Reaktion | Network Detection and Response: erkennt Auffälligkeiten im Netzwerkverkehr, auch bei Systemen, die keinen Agenten tragen können. | STOP.LI · NDR → |
| SOAR | Erkennung und Reaktion | Security Orchestration, Automation and Response: verbindet Alarme, Systeme und Entscheidungen zu wiederholbaren Abläufen. Eine riskante Aktion wird nicht deshalb zulässig, weil eine Schnittstelle sie ermöglicht. | STOP.LI · SOAR → |
| EPP | Erkennung und Reaktion | Endpoint Protection Platform: verhindernde Schutzschicht auf dem Endgerät mit Signaturen, Verhaltensregeln und Exploit-Schutz. EPP verhindert, EDR erkennt und ermöglicht die Reaktion. | STOP.LI · Antivirus und EPP → |
| MDR | Erkennung und Reaktion | Managed Detection and Response: Erkennung und Reaktion als eingekaufte Dienstleistung. Entscheidend ist vertraglich festgelegt, was der Anbieter selbst tun darf und wo der Kunde übernimmt. | STOP.LI · MDR → |
| SOC | Erkennung und Reaktion | Security Operations Center: Organisationseinheit, die Erkennung, Triage und Reaktion betreibt. Der Begriff beschreibt eine Funktion, kein Produkt. | STOP.LI · Incident Response → |
| DFIR | Erkennung und Reaktion | Digital Forensics and Incident Response: verbindet die beweissichere Untersuchung von Spuren mit der Bewältigung eines laufenden Vorfalls. Ein gefundenes Artefakt ist noch keine belastbare Schlussfolgerung. | STOP.LI · Digital Forensics → |
| UEBA | Erkennung und Reaktion | User and Entity Behavior Analytics: bildet das Normalverhalten von Konten und Systemen ab und meldet Abweichungen. Ohne belastbare Referenzphase entsteht vor allem Rauschen. | STOP.LI · UEBA → |
| CTEM | Exposure | Continuous Threat Exposure Management: fortlaufender Kreislauf aus Erfassen, Priorisieren, Validieren und Behandeln von Exposition statt periodischer Einzelscans. | STOP.LI · Exposure Management → |
| CTI | Threat Intelligence | Cyber Threat Intelligence: aufbereitete Informationen zu Angreifern, Kampagnen und Schwachstellen. Ohne Bezug zum eigenen Bestand bleibt sie Nachrichtenkonsum. | STOP.LI · Threat Intelligence → |
| TIP | Threat Intelligence | Threat Intelligence Platform: verwaltet Quellen, Bewertung und Verteilung von Bedrohungsinformationen. | STOP.LI · Threat Intelligence → |
| YARA | Erkennung und Reaktion | Regelsprache zur Beschreibung von Mustern in Dateien und Prozessen, verbreitet in Malware-Analyse und Erkennung. | YARA ↗ |
| KQL | Erkennung und Reaktion | Kusto Query Language: Abfragesprache für Log- und Telemetriedaten, verbreitet in Microsoft-Umgebungen. | Microsoft Learn ↗ |
| DPI | Netzwerk | Deep Packet Inspection: Analyse bis in den Inhalt von Paketen statt nur der Verbindungsdaten. In OT-Umgebungen meist passiv, um Anlagen nicht zu stören. | STOP.LI · OT Network Monitoring → |
| ISMS | Führung und Organisation | Informationssicherheits-Managementsystem: verankert Verantwortung, Risikobehandlung, Prüfung und Verbesserung als geführten Prozess statt als Massnahmensammlung. Bezugsnorm ist ISO/IEC 27001. | STOP.LI · ISMS-Prozesslandkarte → |
| ISP | Führung und Organisation | Informationssicherheitsrichtlinie: legt Ziele, Geltung und Verantwortung der Informationssicherheit fest. Auf STOP.LI als Arbeitsobjekt geführt, nicht als Textbaustein. | STOP.LI · Richtlinien → |
| DCH | Führung und Organisation | Deutschland und Schweiz: STOP.LI-Kennzeichnung für Inhalte, die beide Rechtsräume abdecken und Unterschiede ausdrücklich behandeln. Abzugrenzen von DACH, das Österreich einschliesst. | STOP.LI · Über STOP.LI → |
| CISO | Führung und Organisation | Chief Information Security Officer: verantwortet Ausrichtung, Risikobewertung und Nachweis der Informationssicherheit. Die Risikoentscheidung selbst bleibt bei der Geschäftsleitung. | STOP.LI · Haftung und Reporting → |
| GRC | Führung und Organisation | Governance, Risk and Compliance: Sammelbegriff für Steuerung, Risikoführung und Nachweis. Als Werkzeugklasse eine Plattform, die Richtlinien, Kontrollen, Risiken und Evidenz gemeinsam führt. | STOP.LI · GRC-Plattformen → |
| ITAM | Führung und Organisation | IT Asset Management: führt den Bestand an Geräten, Software und Lizenzen über den Lebenszyklus. Ohne Inventar keine belastbare Aussage zu Exposition. | STOP.LI · Asset Discovery → |
| ITIL | Führung und Organisation | Verbreitetes Rahmenwerk für IT Service Management mit Prozessen für Change, Incident und Konfiguration. | ITIL / Axelos ↗ |
| KMU | Führung und Organisation | Kleine und mittlere Unternehmen: auf STOP.LI der Massstab für Verhältnismässigkeit, etwa bei der Umsetzung des Cyber Resilience Act. | STOP.LI · CRA für KMU → |
| MSSP | Führung und Organisation | Managed Security Service Provider: externer Betreiber von Sicherheitsleistungen. Die Verantwortung für die Risikoentscheidung bleibt beim Auftraggeber. | STOP.LI · MDR → |
| IKT / ICT | Führung und Organisation | Informations- und Kommunikationstechnik. Massgeblicher Oberbegriff in DORA («IKT-Risiko») und im Schweizer IKT-Minimalstandard. | STOP.LI · Reifegrad DORA · NIS2 · CRA → |
| VPR | Vulnerability Management | Vulnerability Priority Rating: herstellereigene Priorisierungskennzahl von Tenable. Sie muss erklärbar in die eigene Priorisierung übersetzt werden. | STOP.LI · Vulnerability Management → |
| ASM | Exposure | Attack Surface Management: erfasst die erreichbare Angriffsfläche einschliesslich vergessener Systeme. Es zeigt, was erreichbar ist, nicht was wichtig ist. | STOP.LI · EASM → |
| IAM | Identität und Zugriff | Identity and Access Management: verwaltet Identitäten und deren Zugriffsrechte über den Lebenszyklus. | STOP.LI · Access Management → |
| IGA | Identität und Zugriff | Identity Governance and Administration: ergänzt IAM um Beantragung, Genehmigung, Rezertifizierung und Nachweis. Beantwortet: Wer darf was, warum, und wer hat es bestätigt? | STOP.LI · IGA → |
| PAM | Identität und Zugriff | Privileged Access Management: sichert privilegierte Zugänge über Tresor, Sitzungskontrolle und Protokollierung. Eine aufgezeichnete Sitzung ist noch kein Nachweis wirksamer Kontrolle. | STOP.LI · PAM → |
| MFA | Identität und Zugriff | Multi-Faktor-Authentisierung: verlangt mehrere unabhängige Nachweise. Phishing-resistente Verfahren wie FIDO2-Passkeys unterscheiden sich deutlich von Einmalcodes. | STOP.LI · MFA → |
| SSO | Identität und Zugriff | Single Sign-on: eine Anmeldung für mehrere Anwendungen. Erhöht Komfort und schafft einen zentralen Kontrollpunkt, der das Risiko zugleich konzentriert. | STOP.LI · SSO → |
| ITDR | Identität und Zugriff | Identity Threat Detection and Response: erkennt Angriffe auf die Identitätsschicht, etwa Missbrauch privilegierter Konten oder Manipulation von Verzeichnisdiensten. | STOP.LI · ITDR → |
| CIEM | Identität und Zugriff | Cloud Infrastructure Entitlement Management: analysiert Berechtigungen in Cloud-Umgebungen und deckt überprivilegierte Identitäten auf. | STOP.LI · CIEM → |
| ZTNA | Identität und Zugriff | Zero Trust Network Access: gewährt Zugriff je Anwendung nach geprüfter Identität und Gerätezustand, statt pauschalen Netzzugang zu vergeben. | STOP.LI · ZTNA → |
| NAC | Netzwerk | Network Access Control: entscheidet beim Netzzugang, ob und wie ein Gerät zugelassen wird. | STOP.LI · NAC → |
| NGFW | Netzwerk | Next-Generation Firewall: Firewall mit Anwendungs-, Benutzer- und Inhaltskontext zusätzlich zu Ports und Protokollen. | STOP.LI · Firewalls → |
| IDS / IPS | Netzwerk | Intrusion Detection / Prevention System: erkennt beziehungsweise blockiert Angriffsmuster im Netzverkehr. Der Unterschied liegt in der Eingriffsbefugnis, nicht in der Erkennung. | STOP.LI · IDS/IPS → |
| WAF | Netzwerk | Web Application Firewall: filtert Angriffe auf Webanwendungen. WAAP erweitert den Ansatz um API-Verkehr und Bot-Abwehr. | STOP.LI · WAF → |
| SWG | Netzwerk | Secure Web Gateway: kontrolliert ausgehenden Web-Verkehr nach Richtlinien. | STOP.LI · Secure Web Gateway → |
| SASE / SSE | Netzwerk | Secure Access Service Edge / Security Service Edge: SSE bündelt Sicherheitsdienste wie SWG, CASB und ZTNA; SASE ergänzt sie um Netzwerkfunktionen wie SD-WAN. | STOP.LI · SASE und SSE → |
| VPN | Netzwerk | Virtual Private Network: verschlüsselte Verbindung in ein Zielnetz. Gewährt üblicherweise Netzzugang, wo ZTNA Anwendungszugang gewährt. | STOP.LI · VPN → |
| DLP | Daten und Kryptografie | Data Loss Prevention: erkennt und unterbindet unerwünschten Abfluss schützenswerter Daten. Erkannt wird nur, was zuvor als schützenswert beschrieben wurde. | STOP.LI · DLP → |
| DSPM | Daten und Kryptografie | Data Security Posture Management: findet, klassifiziert und bewertet Datenbestände samt Zugriffslage, vor allem in der Cloud. | STOP.LI · DSPM → |
| HSM | Daten und Kryptografie | Hardware Security Module: erzeugt und schützt kryptografische Schlüssel in manipulationsgeschützter Hardware. | STOP.LI · HSM → |
| KMS | Daten und Kryptografie | Key Management System: verwaltet Schlüssel über ihren Lebenszyklus von Erzeugung bis Vernichtung. | STOP.LI · Key Management → |
| PKI | Daten und Kryptografie | Public Key Infrastructure: organisatorischer und technischer Rahmen für Zertifikate und Vertrauensketten. | STOP.LI · Machine Identity → |
| BYOK / HYOK | Daten und Kryptografie | Bring / Hold Your Own Key: zwei Stufen der Schlüsselhoheit gegenüber einem Cloud-Anbieter. Entscheidend ist, wer technisch entschlüsseln kann. | STOP.LI · Encryption → |
| WORM | Kontinuität, Risiko und Dritte | Write Once, Read Many: unveränderbare Speicherung. Sie schützt Sicherungen vor Manipulation, ersetzt aber keine getrennte Verwaltung der Zugriffsrechte. | STOP.LI · Immutable Backup → |
| CSPM | Cloud und Anwendungen | Cloud Security Posture Management: prüft Cloud-Konfigurationen gegen Vorgaben und Best Practices. | STOP.LI · CSPM → |
| CWPP | Cloud und Anwendungen | Cloud Workload Protection Platform: schützt Laufzeitumgebungen wie Server, Container und Funktionen. | STOP.LI · CWPP → |
| CASB | Cloud und Anwendungen | Cloud Access Security Broker: kontrolliert Nutzung und Datenfluss von Cloud-Diensten. | STOP.LI · SASE und SSE → |
| SSPM | Cloud und Anwendungen | SaaS Security Posture Management: prüft Konfiguration und Berechtigungen in SaaS-Anwendungen. | STOP.LI · SSPM → |
| SAST | Cloud und Anwendungen | Static Application Security Testing: analysiert Quellcode ohne Ausführung auf Schwachstellenmuster. | STOP.LI · SAST → |
| DAST | Cloud und Anwendungen | Dynamic Application Security Testing: prüft die laufende Anwendung von aussen. | STOP.LI · DAST → |
| IAST | Cloud und Anwendungen | Interactive Application Security Testing: beobachtet die Anwendung während der Ausführung von innen. | STOP.LI · IAST → |
| SDLC | Cloud und Anwendungen | Software Development Life Cycle: der Entwicklungszyklus als Bezugsrahmen für Sicherheitsanforderungen und Prüfungen. | NIST SP 800-218 ↗ |
| UEM | Endgeräte | Unified Endpoint Management: verwaltet unterschiedliche Endgerätetypen über eine Konsole; MDM ist heute meist Teil davon. | STOP.LI · UEM → |
| BYOD | Endgeräte | Bring Your Own Device: Nutzung privater Geräte für dienstliche Zwecke. Der Zielkonflikt liegt zwischen Kontrolle und Privatsphäre. | STOP.LI · UEM → |
| ICS | OT | Industrial Control System: Steuerungssysteme industrieller Prozesse. Vorrangiges Schutzziel sind Verfügbarkeit und Unversehrtheit des Prozesses. | STOP.LI · OT Network Monitoring → |
| SCADA | OT | Supervisory Control and Data Acquisition: Leitsystemebene zur Überwachung und Steuerung verteilter Anlagen. | STOP.LI · OT Network Monitoring → |
| PLC | OT | Programmable Logic Controller: speicherprogrammierbare Steuerung direkt am physischen Prozess. | STOP.LI · Industrial VM → |
| CPS | OT | Cyber-Physical System: System, in dem Rechen- und physische Vorgänge untrennbar zusammenwirken. | STOP.LI · Cyber-Physical Exposure → |
| BCM | Kontinuität, Risiko und Dritte | Business Continuity Management: führt die Vorsorge für den Ausfall kritischer Geschäftsprozesse. | STOP.LI · BCM → |
| RTO / RPO | Kontinuität, Risiko und Dritte | Recovery Time / Recovery Point Objective: zulässige Ausfalldauer beziehungsweise zulässiger Datenverlust. Beides sind Geschäftsentscheidungen, keine rein technischen Kennzahlen. | STOP.LI · Disaster Recovery → |
| IRE | Kontinuität, Risiko und Dritte | Isolated Recovery Environment: abgeschottete Umgebung, in der Sicherungen vor der Rückführung auf Schadsoftware geprüft werden. | STOP.LI · Cyber Recovery Vaults → |
| CRQ | Kontinuität, Risiko und Dritte | Cyber Risk Quantification: übersetzt Cyberrisiko in finanzielle Grössen, um es entscheidbar zu machen. | STOP.LI · CRQ → |
| FAIR | Kontinuität, Risiko und Dritte | Factor Analysis of Information Risk: verbreitetes Modell zur quantitativen Risikoanalyse. | FAIR Institute ↗ |
| TPRM | Kontinuität, Risiko und Dritte | Third-Party Risk Management: führt Risiken aus Lieferanten- und Dienstleisterbeziehungen über Auswahl, Vertrag, Überwachung und Ausstieg. | STOP.LI · Vendor Risk und TPRM → |
| SIG / CAIQ | Kontinuität, Risiko und Dritte | Standardized Information Gathering Questionnaire (Shared Assessments) und Consensus Assessments Initiative Questionnaire (Cloud Security Alliance): Fragebogenstandards für die Prüfung von Dienstleistern. Ihr Nutzen liegt in der Vergleichbarkeit, nicht in der Tiefe. | STOP.LI · Evidence Exchange → |
| NIS2 | Regulierung | EU-Richtlinie 2022/2555 zur Cybersicherheit wesentlicher und wichtiger Einrichtungen, von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzen. Gilt nicht unmittelbar in der Schweiz; Betroffenheit entsteht über Tätigkeit oder Lieferbeziehungen in der EU. | EUR-Lex ↗ |
| BSIG | Regulierung | Deutsches BSI-Gesetz vom 2. Dezember 2025 (NIS2-Umsetzungsgesetz); setzt NIS2 in Deutschland um und regelt unter anderem Registrierung (§ 33), Meldung (§ 32) und Geschäftsleitungspflichten (§ 38). | gesetze-im-internet.de ↗ |
| DORA | Regulierung | Digital Operational Resilience Act, Verordnung (EU) 2022/2554: digitale operationale Resilienz im Finanzsektor, anwendbar seit 17. Januar 2025. Das Leitungsorgan trägt die Verantwortung für das IKT-Risikomanagement (Art. 5). | EUR-Lex ↗ |
| RTS | Regulierung | Regulatory Technical Standards: technische Regulierungsstandards, die eine EU-Verordnung wie DORA konkretisieren, etwa die Meldefristen in der Delegierten Verordnung (EU) 2025/301. | EUR-Lex · VO 2025/301 ↗ |
| TLPT | Regulierung | Threat-Led Penetration Testing: bedrohungsgeleitete Penetrationstests nach DORA Art. 26, mindestens alle drei Jahre und an Live-Produktionssystemen für ausgewählte Finanzunternehmen. | EUR-Lex · DORA Art. 26 ↗ |
| Informationsregister | Regulierung | Register aller vertraglichen Vereinbarungen über IKT-Dienstleistungen nach DORA Art. 28 Abs. 3, auf Einzel-, teilkonsolidierter und konsolidierter Ebene. | EUR-Lex · DORA Art. 28 ↗ |
| CRA | Regulierung | Cyber Resilience Act, Verordnung (EU) 2024/2847: Cybersicherheitsanforderungen an Produkte mit digitalen Elementen über den Lebenszyklus. Meldepflichten seit 11. September 2026, volle Anwendung ab 11. Dezember 2027. | EUR-Lex ↗ |
| Produkt mit digitalen Elementen | Regulierung | Zentraler Begriff des CRA: ein Software- oder Hardwareprodukt und dessen Datenfernverarbeitungslösungen (Art. 3 Nr. 1). Erfasst sind Produkte, deren bestimmungsgemässe Verwendung eine direkte oder indirekte Datenverbindung zu einem Gerät oder Netz einschliesst (Art. 2 Abs. 1). | EUR-Lex · CRA Art. 3 ↗ |
| AI Act | Regulierung | KI-Verordnung, Verordnung (EU) 2024/1689, geändert durch die Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744. Hochrisiko-Pflichten gelten ab 2. Dezember 2027 (Anhang III) beziehungsweise 2. August 2028 (Anhang I). | EUR-Lex ↗ |
| FRIA | Regulierung | Fundamental Rights Impact Assessment: Grundrechte-Folgenabschätzung nach AI Act Art. 27 für bestimmte Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen, etwa öffentliche Stellen sowie Kreditwürdigkeitsprüfung und Lebens- und Krankenversicherungs-Pricing. | EUR-Lex · AI Act Art. 27 ↗ |
| GPAI | Regulierung | General-Purpose AI: KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck nach AI Act. Die Pflichten für Anbieter solcher Modelle gelten seit 2. August 2025. | EUR-Lex · AI Act ↗ |
| DSGVO | Regulierung | Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679. Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten sind der Aufsichtsbehörde möglichst binnen 72 Stunden zu melden (Art. 33). | EUR-Lex ↗ |
| revDSG | Regulierung | Revidiertes Schweizer Datenschutzgesetz, in Kraft seit 1. September 2023. Verletzungen der Datensicherheit mit voraussichtlich hohem Risiko sind dem EDÖB so rasch als möglich zu melden (Art. 24). | Fedlex ↗ |
| ISG | Regulierung | Schweizer Informationssicherheitsgesetz. Seit 1. April 2025 müssen Betreiberinnen kritischer Infrastrukturen Cyberangriffe innerhalb von 24 Stunden dem BACS melden. | BACS · Meldepflicht ↗ |
| KRITIS-DachG | Regulierung | Deutsches KRITIS-Dachgesetz vom 11. März 2026 zur physischen Resilienz kritischer Anlagen mit Registrierungs-, Resilienz- und Meldepflichten. | gesetze-im-internet.de ↗ |
| IKT-Minimalstandard | Standards und Frameworks | Schweizer Mindeststandard zur Verbesserung der IKT-Resilienz, herausgegeben vom BWL und an das NIST Cybersecurity Framework angelehnt. | STOP.LI · Framework Navigator → |
| NIST CSF | Standards und Frameworks | Cybersecurity Framework des NIST zur ergebnisorientierten Führung von Cyberrisiko. Version 2.0 ergänzt die Funktion Govern. Keine zertifizierbare Norm. | NIST ↗ |
| ISO/IEC 27001 | Standards und Frameworks | Internationale Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme; aktuelle Ausgabe 2022 mit Anhang A. Zertifizierbar. | ISO ↗ |
| PCI DSS | Standards und Frameworks | Payment Card Industry Data Security Standard: Sicherheitsstandard für die Verarbeitung von Kartendaten. | PCI SSC ↗ |
| FINMA-RS 2023/1 | Regulierung | FINMA-Rundschreiben «Operationelle Risiken und Resilienz – Banken», in Kraft seit 1. Januar 2024. Für die operationelle Resilienz galten gestaffelte Übergangsfristen bis 1. Januar 2026. | FINMA ↗ |
| NIST | Organisationen | National Institute of Standards and Technology: US-Normungsinstitut, Herausgeber des Cybersecurity Framework und der SP-800-Reihe. | NIST ↗ |
| BSI | Organisationen | Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: deutsche Cybersicherheitsbehörde, Herausgeber des IT-Grundschutzes und zuständig für die Aufsicht nach BSIG. | BSI ↗ |
| BACS / NCSC | Organisationen | Bundesamt für Cybersicherheit: seit 1. Januar 2024 Nachfolger des Schweizer Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) und Meldestelle nach ISG. «NCSC» bezeichnet zudem die britische Behörde. | BACS ↗ |
| FINMA | Organisationen | Eidgenössische Finanzmarktaufsicht: ihre Rundschreiben und Aufsichtsmitteilungen bestimmen Anforderungen und Meldepflichten im Finanzsektor. | FINMA ↗ |
| ENISA | Organisationen | Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit; betreibt unter anderem die europäische Schwachstellendatenbank EUVD. | ENISA ↗ |
| CISA | Organisationen | Cybersecurity and Infrastructure Security Agency: US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit; führt den KEV-Katalog. | CISA ↗ |
| MITRE | Organisationen | US-Non-Profit-Organisation, die unter anderem das CVE-Programm betreibt sowie ATT&CK und CWE pflegt. | MITRE ↗ |
| CIS | Organisationen | Center for Internet Security: Herausgeber der CIS Controls und CIS Benchmarks. | CIS ↗ |
| OWASP | Organisationen | Open Worldwide Application Security Project: Community-Organisation für Anwendungssicherheit, bekannt für die OWASP Top 10. | OWASP ↗ |
| FIRST | Organisationen | Forum of Incident Response and Security Teams: Dachverband der Incident-Response-Teams; verantwortet CVSS und EPSS. | FIRST ↗ |
| CSIRT | Organisationen | Computer Security Incident Response Team: Team für die Behandlung von Sicherheitsvorfällen in einer Organisation oder auf nationaler Ebene. Abzugrenzen vom herstellerseitigen PSIRT. | ENISA · CSIRTs Network ↗ |
| Prompt Injection | KI-Sicherheit | Eingabe, die das Verhalten eines Sprachmodells entgegen der Absicht des Anwendungsentwicklers bzw. Anbieters verändert. Modelle trennen Anweisungen und Daten nicht architektonisch, deshalb reicht ein Eingabefilter allein nicht als Schutz. | STOP.LI · Bedrohungslandschaft → |
| Indirekte Prompt Injection | KI-Sicherheit | Schadanweisung steckt nicht in der Nutzereingabe, sondern in Inhalten, die das System selbst abruft: Webseite, E-Mail, Dokument, Tool-Ausgabe. Sie ist das zentrale Risiko für Assistenten und Agenten mit Datenzugriff. | STOP.LI · Agenten und MCP → |
| Jailbreak | KI-Sicherheit | Gezielter Versuch, die Sicherheits- und Verhaltensvorgaben eines Modells zu umgehen, damit es sonst abgelehnte Inhalte oder Handlungen liefert. Eine Form der direkten Prompt-Angriffe. | STOP.LI · Testing und Red Teaming → |
| Data Poisoning | KI-Sicherheit | Manipulation von Trainings-, Feinabstimmungs- oder Wissensdaten, damit das Modell falsch oder im Sinne des Angreifers reagiert. Wirkt meist vor dem Betrieb (Training, Feinabstimmung), bei Wissensdaten auch im Betrieb, und ist nachträglich schwer zu erkennen. | STOP.LI · Bedrohungslandschaft → |
| Modell-Extraktion | KI-Sicherheit | Angriff, der über viele Abfragen Verhalten, Parameter oder Fähigkeiten eines Modells nachbildet. Betrifft geistiges Eigentum und erleichtert weitere Angriffe auf das nachgebaute Modell. | STOP.LI · Bedrohungslandschaft → |
| RAG | KI-Sicherheit | Retrieval-Augmented Generation: Das Modell erhält zur Laufzeit Treffer aus einer Wissensbasis als Kontext. Die Zugriffsrechte der Quellen müssen auch im Abruf gelten, und abgerufene Inhalte sind nicht vertrauenswürdig. | STOP.LI · Datenkontrollen → |
| KI-Agent / agentische KI | KI-Sicherheit | KI-System, das Ziele selbständig in Schritte zerlegt und über Werkzeuge, Schnittstellen und Speicher Aktionen ausführt. Mit der Handlungsfähigkeit wächst der Schaden eines Fehlers oder Angriffs; Rechte und Freigaben sind deshalb eng zu fassen. | STOP.LI · Agenten und MCP → |
| MCP | KI-Sicherheit | Model Context Protocol: offenes Protokoll, mit dem KI-Anwendungen Werkzeuge und Datenquellen über MCP-Server anbinden. Jeder angebundene Server erweitert Rechte und Angriffsfläche und braucht Freigabe, Identität und Protokollierung. | STOP.LI · Agenten und MCP → |
| Guardrails | KI-Sicherheit | Technische Leitplanken vor und nach dem Modell, etwa Ein- und Ausgabeprüfung, Themen- und Formatgrenzen. Sie senken das Risiko, ersetzen aber keine Rechteprüfung in der Anwendung. | STOP.LI · Lebenszyklus-Kontrollen → |
| AI Red Teaming | KI-Sicherheit | Strukturierter, autorisierter Angriffstest auf KI-Systeme, um Fehlverhalten, Umgehungen und Schäden zu finden. Ergänzt Benchmarks und Standardtests, ersetzt sie nicht. | STOP.LI · Testing und Red Teaming → |
| Konfabulation / Halluzination | KI-Sicherheit | Ein generatives System liefert überzeugend formulierte, aber falsche oder erfundene Inhalte. Folgt aus der statistischen Arbeitsweise der Modelle; Ergebnisse brauchen deshalb eine Prüfung durch Menschen. | STOP.LI · Risikobeurteilung → |
| Drift | KI-Sicherheit | Veränderung von Eingabedaten, Umfeld oder Modellverhalten gegenüber dem Zeitpunkt der Prüfung, wodurch Qualität und Sicherheit sinken. Wird nur durch laufende Messung sichtbar. | STOP.LI · Monitoring und Incident Response → |
| AI-BOM | KI-Sicherheit | Stückliste für KI-Systeme: erfasst Modelle, Datensätze, Prompts, Werkzeuge und Abhängigkeiten samt Herkunft. Erweitert den SBOM-Gedanken auf KI und stützt Lieferketten- und Vorfallprüfung. | STOP.LI · Inventar und Klassifizierung → |
| Hochrisiko-KI-System | KI-Sicherheit | KI-System, das nach Art. 6 AI Act in Verbindung mit Anhang I oder III als hochriskant gilt und besondere Pflichten auslöst. Die Anforderungen und Pflichten aus Kap. III Abschn. 1–3 gelten ab 2. Dezember 2027 (Anhang III) bzw. 2. August 2028 (Anhang I); vorher in Verkehr gebrachte Systeme nur bei erheblicher Änderung (Art. 111 Abs. 2). | STOP.LI · Regulierung DCH → |
| GPAI-Modell | KI-Sicherheit | KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck nach Art. 3 Nr. 63 AI Act: breit einsetzbar, in viele nachgelagerte Systeme integrierbar. Anbieter haben eigene Pflichten (Kapitel V), seit 2. August 2025; für vor dem 2. August 2025 in Verkehr gebrachte Modelle gilt eine Frist bis 2. August 2027 (Art. 111 Abs. 3). | STOP.LI · Regulierung DCH → |
| Anbieter / Betreiber (AI Act) | KI-Sicherheit | Anbieter entwickelt ein KI-System und bringt es unter eigenem Namen in Verkehr oder in Betrieb (Art. 3 Nr. 3). Betreiber verwendet es in eigener Verantwortung (Art. 3 Nr. 4). Wer ein bereits in Verkehr gebrachtes Hochrisiko-KI-System mit eigenem Namen versieht, wesentlich verändert oder dessen Zweckbestimmung so ändert, dass es hochriskant wird, gilt als Anbieter (Art. 25). Ausgenommen sind Betreiber bei persönlicher, nicht beruflicher Nutzung. | STOP.LI · Regulierung DCH → |