STOP.LI · Werkzeuge

Security
Glossar.

Rund 140 Begriffe aus Sicherheitsbetrieb, Governance und Regulierung – jeweils mit Quelle oder vertiefender STOP.LI-Seite. Jeder Eintrag hat eine feste Adresse und kann aus Fachseiten direkt verlinkt werden. Stand: 9. Oktober 2026.

Kein passender Begriff gefunden.
Kurze Einordnung Quelle
CVE Vulnerability Management Common Vulnerabilities and Exposures: eine Kennung für eine öffentlich bekannte Schwachstelle. Eine CVE sagt nicht, ob ein eigenes Produkt oder Asset betroffen ist. CVE Program ↗
CVSS Vulnerability Management Common Vulnerability Scoring System: beschreibt technische Schwere. Es ersetzt keine Bewertung von Betroffenheit, Erreichbarkeit oder Geschäftsauswirkung. FIRST ↗
EPSS Vulnerability Management Exploit Prediction Scoring System: schätzt die Wahrscheinlichkeit öffentlicher Ausnutzung. Es ist ein Priorisierungssignal, kein Betroffenheitsnachweis. FIRST ↗
KEV Threat Intelligence Known Exploited Vulnerabilities: Katalog von Schwachstellen mit bestätigter Ausnutzung. Relevanz entsteht erst mit dem Bezug zu eigenen Produkten und Assets. CISA ↗
NVD Vulnerability Management National Vulnerability Database: strukturiert CVE-Daten, Referenzen und technische Bewertungen. NIST ↗
EUVD Vulnerability Management European Vulnerability Database: europäische Schwachstellendatenbank von ENISA. ENISA ↗
SBOM Software Supply Chain Software Bill of Materials: Komponentenliste eines Produkts oder Releases. Sie ermöglicht die Zuordnung, beweist aber keine Ausnutzbarkeit. CycloneDX ↗
VEX Software Supply Chain Vulnerability Exploitability eXchange: dokumentiert den Status einer bekannten Schwachstelle für ein Produkt oder Release. CISA SBOM ↗
SCA Software Supply Chain Software Composition Analysis: erkennt Drittkomponenten und deren Versionen im Quellcode, Build oder Artefakt. OWASP ↗
EASM Exposure External Attack Surface Management: erkennt aus externer Sicht Domains, Dienste, Zertifikate und weitere sichtbare Angriffsfläche. MITRE ATT&CK ↗
CAASM Exposure Cyber Asset Attack Surface Management: verbindet vorhandene Inventare und Telemetrie, um Asset-Abdeckung und Ownership sichtbar zu machen. Axonius ↗
CNAPP Exposure Cloud Native Application Protection Platform: verbindet Cloud-Konfiguration, Workloads, Identitäten, Code und Datenrisiken. Wiz ↗
TTP Threat Intelligence Tactics, Techniques and Procedures: beschreiben beobachtete Vorgehensweisen eines Angreifers; ähnliche TTPs beweisen keine Attribution. MITRE ATT&CK ↗
IOC Threat Intelligence Indicator of Compromise: beobachtbares Merkmal wie IP-Adresse, Domain oder Hash. IOCs altern schnell und brauchen Kontext. MISP ↗
BAS Security Validation Breach and Attack Simulation: wiederholbare Tests von Angriffstechniken gegen präventive und detektive Kontrollen. Picus ↗
PSIRT Vulnerability Management Product Security Incident Response Team: verantwortet Sicherheitsmeldungen und Schwachstellenbehandlung eines Herstellers. CISA ↗
CMDB Vulnerability Management Configuration Management Database: verwaltet Konfigurationselemente und ihre Beziehungen. Entscheidend sind belastbare Asset-Identität, Servicebezug und Owner. ITIL / Axelos ↗
EDR Vulnerability Management Endpoint Detection and Response: sammelt Telemetrie und unterstützt Erkennung sowie Reaktion auf Endgeräten. Einige Plattformen liefern zusätzlich kontinuierliche Schwachstellensicht. Microsoft Learn ↗
ITSM Vulnerability Management IT Service Management: organisiert Services, Changes, Incidents und Aufgaben. Die Integration verbindet einen priorisierten Befund mit Owner, Termin und Arbeitsfluss. ITIL / Axelos ↗
CPE Vulnerability Management Common Platform Enumeration: standardisierte Produktbezeichnung. Uneinheitliche Produktnamen und Versionen führen in der Praxis zu Zuordnungsfehlern. NIST NVD ↗
PURL Software Supply Chain Package URL: standardisierte Kennung für Softwarepakete über unterschiedliche Paketökosysteme. Sie verbessert die Zuordnung von SBOM-Komponenten zu Schwachstellendaten. PURL Specification ↗
SIEM Erkennung und Reaktion Security Information and Event Management: sammelt Logs und Ereignisse aus verteilten Quellen, normalisiert sie und wertet sie nach Regeln oder Analytik aus. Ein SIEM erkennt nur, was als Telemetrie angeliefert und als Muster beschrieben wurde. STOP.LI · SIEM →
XDR Erkennung und Reaktion Extended Detection and Response: führt Signale aus Endpunkt, Identität, Netzwerk und Cloud in einer Auswertung zusammen. Die Aussagekraft hängt von der Abdeckung der angeschlossenen Quellen ab. STOP.LI · EDR und XDR →
NDR Erkennung und Reaktion Network Detection and Response: erkennt Auffälligkeiten im Netzwerkverkehr, auch bei Systemen, die keinen Agenten tragen können. STOP.LI · NDR →
SOAR Erkennung und Reaktion Security Orchestration, Automation and Response: verbindet Alarme, Systeme und Entscheidungen zu wiederholbaren Abläufen. Eine riskante Aktion wird nicht deshalb zulässig, weil eine Schnittstelle sie ermöglicht. STOP.LI · SOAR →
EPP Erkennung und Reaktion Endpoint Protection Platform: verhindernde Schutzschicht auf dem Endgerät mit Signaturen, Verhaltensregeln und Exploit-Schutz. EPP verhindert, EDR erkennt und ermöglicht die Reaktion. STOP.LI · Antivirus und EPP →
MDR Erkennung und Reaktion Managed Detection and Response: Erkennung und Reaktion als eingekaufte Dienstleistung. Entscheidend ist vertraglich festgelegt, was der Anbieter selbst tun darf und wo der Kunde übernimmt. STOP.LI · MDR →
SOC Erkennung und Reaktion Security Operations Center: Organisationseinheit, die Erkennung, Triage und Reaktion betreibt. Der Begriff beschreibt eine Funktion, kein Produkt. STOP.LI · Incident Response →
DFIR Erkennung und Reaktion Digital Forensics and Incident Response: verbindet die beweissichere Untersuchung von Spuren mit der Bewältigung eines laufenden Vorfalls. Ein gefundenes Artefakt ist noch keine belastbare Schlussfolgerung. STOP.LI · Digital Forensics →
UEBA Erkennung und Reaktion User and Entity Behavior Analytics: bildet das Normalverhalten von Konten und Systemen ab und meldet Abweichungen. Ohne belastbare Referenzphase entsteht vor allem Rauschen. STOP.LI · UEBA →
CTEM Exposure Continuous Threat Exposure Management: fortlaufender Kreislauf aus Erfassen, Priorisieren, Validieren und Behandeln von Exposition statt periodischer Einzelscans. STOP.LI · Exposure Management →
CTI Threat Intelligence Cyber Threat Intelligence: aufbereitete Informationen zu Angreifern, Kampagnen und Schwachstellen. Ohne Bezug zum eigenen Bestand bleibt sie Nachrichtenkonsum. STOP.LI · Threat Intelligence →
TIP Threat Intelligence Threat Intelligence Platform: verwaltet Quellen, Bewertung und Verteilung von Bedrohungsinformationen. STOP.LI · Threat Intelligence →
YARA Erkennung und Reaktion Regelsprache zur Beschreibung von Mustern in Dateien und Prozessen, verbreitet in Malware-Analyse und Erkennung. YARA ↗
KQL Erkennung und Reaktion Kusto Query Language: Abfragesprache für Log- und Telemetriedaten, verbreitet in Microsoft-Umgebungen. Microsoft Learn ↗
DPI Netzwerk Deep Packet Inspection: Analyse bis in den Inhalt von Paketen statt nur der Verbindungsdaten. In OT-Umgebungen meist passiv, um Anlagen nicht zu stören. STOP.LI · OT Network Monitoring →
ISMS Führung und Organisation Informationssicherheits-Managementsystem: verankert Verantwortung, Risikobehandlung, Prüfung und Verbesserung als geführten Prozess statt als Massnahmensammlung. Bezugsnorm ist ISO/IEC 27001. STOP.LI · ISMS-Prozesslandkarte →
ISP Führung und Organisation Informationssicherheitsrichtlinie: legt Ziele, Geltung und Verantwortung der Informationssicherheit fest. Auf STOP.LI als Arbeitsobjekt geführt, nicht als Textbaustein. STOP.LI · Richtlinien →
DCH Führung und Organisation Deutschland und Schweiz: STOP.LI-Kennzeichnung für Inhalte, die beide Rechtsräume abdecken und Unterschiede ausdrücklich behandeln. Abzugrenzen von DACH, das Österreich einschliesst. STOP.LI · Über STOP.LI →
CISO Führung und Organisation Chief Information Security Officer: verantwortet Ausrichtung, Risikobewertung und Nachweis der Informationssicherheit. Die Risikoentscheidung selbst bleibt bei der Geschäftsleitung. STOP.LI · Haftung und Reporting →
GRC Führung und Organisation Governance, Risk and Compliance: Sammelbegriff für Steuerung, Risikoführung und Nachweis. Als Werkzeugklasse eine Plattform, die Richtlinien, Kontrollen, Risiken und Evidenz gemeinsam führt. STOP.LI · GRC-Plattformen →
ITAM Führung und Organisation IT Asset Management: führt den Bestand an Geräten, Software und Lizenzen über den Lebenszyklus. Ohne Inventar keine belastbare Aussage zu Exposition. STOP.LI · Asset Discovery →
ITIL Führung und Organisation Verbreitetes Rahmenwerk für IT Service Management mit Prozessen für Change, Incident und Konfiguration. ITIL / Axelos ↗
KMU Führung und Organisation Kleine und mittlere Unternehmen: auf STOP.LI der Massstab für Verhältnismässigkeit, etwa bei der Umsetzung des Cyber Resilience Act. STOP.LI · CRA für KMU →
MSSP Führung und Organisation Managed Security Service Provider: externer Betreiber von Sicherheitsleistungen. Die Verantwortung für die Risikoentscheidung bleibt beim Auftraggeber. STOP.LI · MDR →
IKT / ICT Führung und Organisation Informations- und Kommunikationstechnik. Massgeblicher Oberbegriff in DORA («IKT-Risiko») und im Schweizer IKT-Minimalstandard. STOP.LI · Reifegrad DORA · NIS2 · CRA →
VPR Vulnerability Management Vulnerability Priority Rating: herstellereigene Priorisierungskennzahl von Tenable. Sie muss erklärbar in die eigene Priorisierung übersetzt werden. STOP.LI · Vulnerability Management →
ASM Exposure Attack Surface Management: erfasst die erreichbare Angriffsfläche einschliesslich vergessener Systeme. Es zeigt, was erreichbar ist, nicht was wichtig ist. STOP.LI · EASM →
IAM Identität und Zugriff Identity and Access Management: verwaltet Identitäten und deren Zugriffsrechte über den Lebenszyklus. STOP.LI · Access Management →
IGA Identität und Zugriff Identity Governance and Administration: ergänzt IAM um Beantragung, Genehmigung, Rezertifizierung und Nachweis. Beantwortet: Wer darf was, warum, und wer hat es bestätigt? STOP.LI · IGA →
PAM Identität und Zugriff Privileged Access Management: sichert privilegierte Zugänge über Tresor, Sitzungskontrolle und Protokollierung. Eine aufgezeichnete Sitzung ist noch kein Nachweis wirksamer Kontrolle. STOP.LI · PAM →
MFA Identität und Zugriff Multi-Faktor-Authentisierung: verlangt mehrere unabhängige Nachweise. Phishing-resistente Verfahren wie FIDO2-Passkeys unterscheiden sich deutlich von Einmalcodes. STOP.LI · MFA →
SSO Identität und Zugriff Single Sign-on: eine Anmeldung für mehrere Anwendungen. Erhöht Komfort und schafft einen zentralen Kontrollpunkt, der das Risiko zugleich konzentriert. STOP.LI · SSO →
ITDR Identität und Zugriff Identity Threat Detection and Response: erkennt Angriffe auf die Identitätsschicht, etwa Missbrauch privilegierter Konten oder Manipulation von Verzeichnisdiensten. STOP.LI · ITDR →
CIEM Identität und Zugriff Cloud Infrastructure Entitlement Management: analysiert Berechtigungen in Cloud-Umgebungen und deckt überprivilegierte Identitäten auf. STOP.LI · CIEM →
ZTNA Identität und Zugriff Zero Trust Network Access: gewährt Zugriff je Anwendung nach geprüfter Identität und Gerätezustand, statt pauschalen Netzzugang zu vergeben. STOP.LI · ZTNA →
NAC Netzwerk Network Access Control: entscheidet beim Netzzugang, ob und wie ein Gerät zugelassen wird. STOP.LI · NAC →
NGFW Netzwerk Next-Generation Firewall: Firewall mit Anwendungs-, Benutzer- und Inhaltskontext zusätzlich zu Ports und Protokollen. STOP.LI · Firewalls →
IDS / IPS Netzwerk Intrusion Detection / Prevention System: erkennt beziehungsweise blockiert Angriffsmuster im Netzverkehr. Der Unterschied liegt in der Eingriffsbefugnis, nicht in der Erkennung. STOP.LI · IDS/IPS →
WAF Netzwerk Web Application Firewall: filtert Angriffe auf Webanwendungen. WAAP erweitert den Ansatz um API-Verkehr und Bot-Abwehr. STOP.LI · WAF →
SWG Netzwerk Secure Web Gateway: kontrolliert ausgehenden Web-Verkehr nach Richtlinien. STOP.LI · Secure Web Gateway →
SASE / SSE Netzwerk Secure Access Service Edge / Security Service Edge: SSE bündelt Sicherheitsdienste wie SWG, CASB und ZTNA; SASE ergänzt sie um Netzwerkfunktionen wie SD-WAN. STOP.LI · SASE und SSE →
VPN Netzwerk Virtual Private Network: verschlüsselte Verbindung in ein Zielnetz. Gewährt üblicherweise Netzzugang, wo ZTNA Anwendungszugang gewährt. STOP.LI · VPN →
DLP Daten und Kryptografie Data Loss Prevention: erkennt und unterbindet unerwünschten Abfluss schützenswerter Daten. Erkannt wird nur, was zuvor als schützenswert beschrieben wurde. STOP.LI · DLP →
DSPM Daten und Kryptografie Data Security Posture Management: findet, klassifiziert und bewertet Datenbestände samt Zugriffslage, vor allem in der Cloud. STOP.LI · DSPM →
HSM Daten und Kryptografie Hardware Security Module: erzeugt und schützt kryptografische Schlüssel in manipulationsgeschützter Hardware. STOP.LI · HSM →
KMS Daten und Kryptografie Key Management System: verwaltet Schlüssel über ihren Lebenszyklus von Erzeugung bis Vernichtung. STOP.LI · Key Management →
PKI Daten und Kryptografie Public Key Infrastructure: organisatorischer und technischer Rahmen für Zertifikate und Vertrauensketten. STOP.LI · Machine Identity →
BYOK / HYOK Daten und Kryptografie Bring / Hold Your Own Key: zwei Stufen der Schlüsselhoheit gegenüber einem Cloud-Anbieter. Entscheidend ist, wer technisch entschlüsseln kann. STOP.LI · Encryption →
WORM Kontinuität, Risiko und Dritte Write Once, Read Many: unveränderbare Speicherung. Sie schützt Sicherungen vor Manipulation, ersetzt aber keine getrennte Verwaltung der Zugriffsrechte. STOP.LI · Immutable Backup →
CSPM Cloud und Anwendungen Cloud Security Posture Management: prüft Cloud-Konfigurationen gegen Vorgaben und Best Practices. STOP.LI · CSPM →
CWPP Cloud und Anwendungen Cloud Workload Protection Platform: schützt Laufzeitumgebungen wie Server, Container und Funktionen. STOP.LI · CWPP →
CASB Cloud und Anwendungen Cloud Access Security Broker: kontrolliert Nutzung und Datenfluss von Cloud-Diensten. STOP.LI · SASE und SSE →
SSPM Cloud und Anwendungen SaaS Security Posture Management: prüft Konfiguration und Berechtigungen in SaaS-Anwendungen. STOP.LI · SSPM →
SAST Cloud und Anwendungen Static Application Security Testing: analysiert Quellcode ohne Ausführung auf Schwachstellenmuster. STOP.LI · SAST →
DAST Cloud und Anwendungen Dynamic Application Security Testing: prüft die laufende Anwendung von aussen. STOP.LI · DAST →
IAST Cloud und Anwendungen Interactive Application Security Testing: beobachtet die Anwendung während der Ausführung von innen. STOP.LI · IAST →
SDLC Cloud und Anwendungen Software Development Life Cycle: der Entwicklungszyklus als Bezugsrahmen für Sicherheitsanforderungen und Prüfungen. NIST SP 800-218 ↗
UEM Endgeräte Unified Endpoint Management: verwaltet unterschiedliche Endgerätetypen über eine Konsole; MDM ist heute meist Teil davon. STOP.LI · UEM →
BYOD Endgeräte Bring Your Own Device: Nutzung privater Geräte für dienstliche Zwecke. Der Zielkonflikt liegt zwischen Kontrolle und Privatsphäre. STOP.LI · UEM →
ICS OT Industrial Control System: Steuerungssysteme industrieller Prozesse. Vorrangiges Schutzziel sind Verfügbarkeit und Unversehrtheit des Prozesses. STOP.LI · OT Network Monitoring →
SCADA OT Supervisory Control and Data Acquisition: Leitsystemebene zur Überwachung und Steuerung verteilter Anlagen. STOP.LI · OT Network Monitoring →
PLC OT Programmable Logic Controller: speicherprogrammierbare Steuerung direkt am physischen Prozess. STOP.LI · Industrial VM →
CPS OT Cyber-Physical System: System, in dem Rechen- und physische Vorgänge untrennbar zusammenwirken. STOP.LI · Cyber-Physical Exposure →
BCM Kontinuität, Risiko und Dritte Business Continuity Management: führt die Vorsorge für den Ausfall kritischer Geschäftsprozesse. STOP.LI · BCM →
RTO / RPO Kontinuität, Risiko und Dritte Recovery Time / Recovery Point Objective: zulässige Ausfalldauer beziehungsweise zulässiger Datenverlust. Beides sind Geschäftsentscheidungen, keine rein technischen Kennzahlen. STOP.LI · Disaster Recovery →
IRE Kontinuität, Risiko und Dritte Isolated Recovery Environment: abgeschottete Umgebung, in der Sicherungen vor der Rückführung auf Schadsoftware geprüft werden. STOP.LI · Cyber Recovery Vaults →
CRQ Kontinuität, Risiko und Dritte Cyber Risk Quantification: übersetzt Cyberrisiko in finanzielle Grössen, um es entscheidbar zu machen. STOP.LI · CRQ →
FAIR Kontinuität, Risiko und Dritte Factor Analysis of Information Risk: verbreitetes Modell zur quantitativen Risikoanalyse. FAIR Institute ↗
TPRM Kontinuität, Risiko und Dritte Third-Party Risk Management: führt Risiken aus Lieferanten- und Dienstleisterbeziehungen über Auswahl, Vertrag, Überwachung und Ausstieg. STOP.LI · Vendor Risk und TPRM →
SIG / CAIQ Kontinuität, Risiko und Dritte Standardized Information Gathering Questionnaire (Shared Assessments) und Consensus Assessments Initiative Questionnaire (Cloud Security Alliance): Fragebogenstandards für die Prüfung von Dienstleistern. Ihr Nutzen liegt in der Vergleichbarkeit, nicht in der Tiefe. STOP.LI · Evidence Exchange →
NIS2 Regulierung EU-Richtlinie 2022/2555 zur Cybersicherheit wesentlicher und wichtiger Einrichtungen, von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzen. Gilt nicht unmittelbar in der Schweiz; Betroffenheit entsteht über Tätigkeit oder Lieferbeziehungen in der EU. EUR-Lex ↗
BSIG Regulierung Deutsches BSI-Gesetz vom 2. Dezember 2025 (NIS2-Umsetzungsgesetz); setzt NIS2 in Deutschland um und regelt unter anderem Registrierung (§ 33), Meldung (§ 32) und Geschäftsleitungspflichten (§ 38). gesetze-im-internet.de ↗
DORA Regulierung Digital Operational Resilience Act, Verordnung (EU) 2022/2554: digitale operationale Resilienz im Finanzsektor, anwendbar seit 17. Januar 2025. Das Leitungsorgan trägt die Verantwortung für das IKT-Risikomanagement (Art. 5). EUR-Lex ↗
RTS Regulierung Regulatory Technical Standards: technische Regulierungsstandards, die eine EU-Verordnung wie DORA konkretisieren, etwa die Meldefristen in der Delegierten Verordnung (EU) 2025/301. EUR-Lex · VO 2025/301 ↗
TLPT Regulierung Threat-Led Penetration Testing: bedrohungsgeleitete Penetrationstests nach DORA Art. 26, mindestens alle drei Jahre und an Live-Produktionssystemen für ausgewählte Finanzunternehmen. EUR-Lex · DORA Art. 26 ↗
Informationsregister Regulierung Register aller vertraglichen Vereinbarungen über IKT-Dienstleistungen nach DORA Art. 28 Abs. 3, auf Einzel-, teilkonsolidierter und konsolidierter Ebene. EUR-Lex · DORA Art. 28 ↗
CRA Regulierung Cyber Resilience Act, Verordnung (EU) 2024/2847: Cybersicherheitsanforderungen an Produkte mit digitalen Elementen über den Lebenszyklus. Meldepflichten seit 11. September 2026, volle Anwendung ab 11. Dezember 2027. EUR-Lex ↗
Produkt mit digitalen Elementen Regulierung Zentraler Begriff des CRA: ein Software- oder Hardwareprodukt und dessen Datenfernverarbeitungslösungen (Art. 3 Nr. 1). Erfasst sind Produkte, deren bestimmungsgemässe Verwendung eine direkte oder indirekte Datenverbindung zu einem Gerät oder Netz einschliesst (Art. 2 Abs. 1). EUR-Lex · CRA Art. 3 ↗
AI Act Regulierung KI-Verordnung, Verordnung (EU) 2024/1689, geändert durch die Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744. Hochrisiko-Pflichten gelten ab 2. Dezember 2027 (Anhang III) beziehungsweise 2. August 2028 (Anhang I). EUR-Lex ↗
FRIA Regulierung Fundamental Rights Impact Assessment: Grundrechte-Folgenabschätzung nach AI Act Art. 27 für bestimmte Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen, etwa öffentliche Stellen sowie Kreditwürdigkeitsprüfung und Lebens- und Krankenversicherungs-Pricing. EUR-Lex · AI Act Art. 27 ↗
GPAI Regulierung General-Purpose AI: KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck nach AI Act. Die Pflichten für Anbieter solcher Modelle gelten seit 2. August 2025. EUR-Lex · AI Act ↗
DSGVO Regulierung Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679. Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten sind der Aufsichtsbehörde möglichst binnen 72 Stunden zu melden (Art. 33). EUR-Lex ↗
revDSG Regulierung Revidiertes Schweizer Datenschutzgesetz, in Kraft seit 1. September 2023. Verletzungen der Datensicherheit mit voraussichtlich hohem Risiko sind dem EDÖB so rasch als möglich zu melden (Art. 24). Fedlex ↗
ISG Regulierung Schweizer Informationssicherheitsgesetz. Seit 1. April 2025 müssen Betreiberinnen kritischer Infrastrukturen Cyberangriffe innerhalb von 24 Stunden dem BACS melden. BACS · Meldepflicht ↗
KRITIS-DachG Regulierung Deutsches KRITIS-Dachgesetz vom 11. März 2026 zur physischen Resilienz kritischer Anlagen mit Registrierungs-, Resilienz- und Meldepflichten. gesetze-im-internet.de ↗
IKT-Minimalstandard Standards und Frameworks Schweizer Mindeststandard zur Verbesserung der IKT-Resilienz, herausgegeben vom BWL und an das NIST Cybersecurity Framework angelehnt. STOP.LI · Framework Navigator →
NIST CSF Standards und Frameworks Cybersecurity Framework des NIST zur ergebnisorientierten Führung von Cyberrisiko. Version 2.0 ergänzt die Funktion Govern. Keine zertifizierbare Norm. NIST ↗
ISO/IEC 27001 Standards und Frameworks Internationale Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme; aktuelle Ausgabe 2022 mit Anhang A. Zertifizierbar. ISO ↗
PCI DSS Standards und Frameworks Payment Card Industry Data Security Standard: Sicherheitsstandard für die Verarbeitung von Kartendaten. PCI SSC ↗
FINMA-RS 2023/1 Regulierung FINMA-Rundschreiben «Operationelle Risiken und Resilienz – Banken», in Kraft seit 1. Januar 2024. Für die operationelle Resilienz galten gestaffelte Übergangsfristen bis 1. Januar 2026. FINMA ↗
NIST Organisationen National Institute of Standards and Technology: US-Normungsinstitut, Herausgeber des Cybersecurity Framework und der SP-800-Reihe. NIST ↗
BSI Organisationen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: deutsche Cybersicherheitsbehörde, Herausgeber des IT-Grundschutzes und zuständig für die Aufsicht nach BSIG. BSI ↗
BACS / NCSC Organisationen Bundesamt für Cybersicherheit: seit 1. Januar 2024 Nachfolger des Schweizer Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) und Meldestelle nach ISG. «NCSC» bezeichnet zudem die britische Behörde. BACS ↗
FINMA Organisationen Eidgenössische Finanzmarktaufsicht: ihre Rundschreiben und Aufsichtsmitteilungen bestimmen Anforderungen und Meldepflichten im Finanzsektor. FINMA ↗
ENISA Organisationen Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit; betreibt unter anderem die europäische Schwachstellendatenbank EUVD. ENISA ↗
CISA Organisationen Cybersecurity and Infrastructure Security Agency: US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit; führt den KEV-Katalog. CISA ↗
MITRE Organisationen US-Non-Profit-Organisation, die unter anderem das CVE-Programm betreibt sowie ATT&CK und CWE pflegt. MITRE ↗
CIS Organisationen Center for Internet Security: Herausgeber der CIS Controls und CIS Benchmarks. CIS ↗
OWASP Organisationen Open Worldwide Application Security Project: Community-Organisation für Anwendungssicherheit, bekannt für die OWASP Top 10. OWASP ↗
FIRST Organisationen Forum of Incident Response and Security Teams: Dachverband der Incident-Response-Teams; verantwortet CVSS und EPSS. FIRST ↗
CSIRT Organisationen Computer Security Incident Response Team: Team für die Behandlung von Sicherheitsvorfällen in einer Organisation oder auf nationaler Ebene. Abzugrenzen vom herstellerseitigen PSIRT. ENISA · CSIRTs Network ↗
Prompt Injection KI-Sicherheit Eingabe, die das Verhalten eines Sprachmodells entgegen der Absicht des Anwendungsentwicklers bzw. Anbieters verändert. Modelle trennen Anweisungen und Daten nicht architektonisch, deshalb reicht ein Eingabefilter allein nicht als Schutz. STOP.LI · Bedrohungslandschaft →
Indirekte Prompt Injection KI-Sicherheit Schadanweisung steckt nicht in der Nutzereingabe, sondern in Inhalten, die das System selbst abruft: Webseite, E-Mail, Dokument, Tool-Ausgabe. Sie ist das zentrale Risiko für Assistenten und Agenten mit Datenzugriff. STOP.LI · Agenten und MCP →
Jailbreak KI-Sicherheit Gezielter Versuch, die Sicherheits- und Verhaltensvorgaben eines Modells zu umgehen, damit es sonst abgelehnte Inhalte oder Handlungen liefert. Eine Form der direkten Prompt-Angriffe. STOP.LI · Testing und Red Teaming →
Data Poisoning KI-Sicherheit Manipulation von Trainings-, Feinabstimmungs- oder Wissensdaten, damit das Modell falsch oder im Sinne des Angreifers reagiert. Wirkt meist vor dem Betrieb (Training, Feinabstimmung), bei Wissensdaten auch im Betrieb, und ist nachträglich schwer zu erkennen. STOP.LI · Bedrohungslandschaft →
Modell-Extraktion KI-Sicherheit Angriff, der über viele Abfragen Verhalten, Parameter oder Fähigkeiten eines Modells nachbildet. Betrifft geistiges Eigentum und erleichtert weitere Angriffe auf das nachgebaute Modell. STOP.LI · Bedrohungslandschaft →
RAG KI-Sicherheit Retrieval-Augmented Generation: Das Modell erhält zur Laufzeit Treffer aus einer Wissensbasis als Kontext. Die Zugriffsrechte der Quellen müssen auch im Abruf gelten, und abgerufene Inhalte sind nicht vertrauenswürdig. STOP.LI · Datenkontrollen →
KI-Agent / agentische KI KI-Sicherheit KI-System, das Ziele selbständig in Schritte zerlegt und über Werkzeuge, Schnittstellen und Speicher Aktionen ausführt. Mit der Handlungsfähigkeit wächst der Schaden eines Fehlers oder Angriffs; Rechte und Freigaben sind deshalb eng zu fassen. STOP.LI · Agenten und MCP →
MCP KI-Sicherheit Model Context Protocol: offenes Protokoll, mit dem KI-Anwendungen Werkzeuge und Datenquellen über MCP-Server anbinden. Jeder angebundene Server erweitert Rechte und Angriffsfläche und braucht Freigabe, Identität und Protokollierung. STOP.LI · Agenten und MCP →
Guardrails KI-Sicherheit Technische Leitplanken vor und nach dem Modell, etwa Ein- und Ausgabeprüfung, Themen- und Formatgrenzen. Sie senken das Risiko, ersetzen aber keine Rechteprüfung in der Anwendung. STOP.LI · Lebenszyklus-Kontrollen →
AI Red Teaming KI-Sicherheit Strukturierter, autorisierter Angriffstest auf KI-Systeme, um Fehlverhalten, Umgehungen und Schäden zu finden. Ergänzt Benchmarks und Standardtests, ersetzt sie nicht. STOP.LI · Testing und Red Teaming →
Konfabulation / Halluzination KI-Sicherheit Ein generatives System liefert überzeugend formulierte, aber falsche oder erfundene Inhalte. Folgt aus der statistischen Arbeitsweise der Modelle; Ergebnisse brauchen deshalb eine Prüfung durch Menschen. STOP.LI · Risikobeurteilung →
Drift KI-Sicherheit Veränderung von Eingabedaten, Umfeld oder Modellverhalten gegenüber dem Zeitpunkt der Prüfung, wodurch Qualität und Sicherheit sinken. Wird nur durch laufende Messung sichtbar. STOP.LI · Monitoring und Incident Response →
AI-BOM KI-Sicherheit Stückliste für KI-Systeme: erfasst Modelle, Datensätze, Prompts, Werkzeuge und Abhängigkeiten samt Herkunft. Erweitert den SBOM-Gedanken auf KI und stützt Lieferketten- und Vorfallprüfung. STOP.LI · Inventar und Klassifizierung →
Hochrisiko-KI-System KI-Sicherheit KI-System, das nach Art. 6 AI Act in Verbindung mit Anhang I oder III als hochriskant gilt und besondere Pflichten auslöst. Die Anforderungen und Pflichten aus Kap. III Abschn. 1–3 gelten ab 2. Dezember 2027 (Anhang III) bzw. 2. August 2028 (Anhang I); vorher in Verkehr gebrachte Systeme nur bei erheblicher Änderung (Art. 111 Abs. 2). STOP.LI · Regulierung DCH →
GPAI-Modell KI-Sicherheit KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck nach Art. 3 Nr. 63 AI Act: breit einsetzbar, in viele nachgelagerte Systeme integrierbar. Anbieter haben eigene Pflichten (Kapitel V), seit 2. August 2025; für vor dem 2. August 2025 in Verkehr gebrachte Modelle gilt eine Frist bis 2. August 2027 (Art. 111 Abs. 3). STOP.LI · Regulierung DCH →
Anbieter / Betreiber (AI Act) KI-Sicherheit Anbieter entwickelt ein KI-System und bringt es unter eigenem Namen in Verkehr oder in Betrieb (Art. 3 Nr. 3). Betreiber verwendet es in eigener Verantwortung (Art. 3 Nr. 4). Wer ein bereits in Verkehr gebrachtes Hochrisiko-KI-System mit eigenem Namen versieht, wesentlich verändert oder dessen Zweckbestimmung so ändert, dass es hochriskant wird, gilt als Anbieter (Art. 25). Ausgenommen sind Betreiber bei persönlicher, nicht beruflicher Nutzung. STOP.LI · Regulierung DCH →