STOP.LI / ISMS Prozesslandkarte DCH / 14 Entwicklung

Sicherheit vordem Release entscheiden.

Sichere Entwicklung verbindet Anforderungen, Architektur, Code, Komponenten, Tests und Betrieb. Der Prozess hält diese Spur über eine konkrete Version zusammen. So bleibt erkennbar, warum ein Release freigegeben wurde und wie spätere Schwachstellen in die Pflege zurückfinden.

14 SchützenOwner: Engineering und Product SecuritySoftware und Produkte
Prozessgrenze

Ein Release trägt
seine Entscheidungen.

Entwicklung verantwortet den sicheren Lebenszyklus der gebauten oder wesentlich angepassten Lösung. Architektur setzt Prinzipien, Lieferanten steuern externe Leistungen, Schwachstellen bewerten spätere Befunde. Der Entwicklungsprozess verbindet diese Beiträge mit der freigegebenen Version.

Arbeitsobjekt Im Prozess zu entscheiden Nachweis Nicht verwechselt mit
Sicherheitsanforderung Welche Schutzwirkung und Missbrauchsgrenze gelten für die Version? Versionierte Anforderung mit Herkunft und Abnahme. Allgemeiner Policy Text.
Entwurf Wie werden Vertrauen, Datenfluss, Berechtigungen und Fehlerfälle beherrscht? Architekturentscheid und Bedrohungsmodell. Nachträglicher Penetrationstest.
Komponente Welche Herkunft, Version, Lizenz, Schwachstelle und Pflegefähigkeit sind akzeptabel? Komponentenbestand mit Freigabestatus. Unverbundene SBOM Datei.
Release Welche offenen Befunde, Ausnahmen und Betriebsbedingungen werden akzeptiert? Freigabe mit Version, Owner und Restgefahr. Erfolgreicher Build allein.
Pflege Wie gelangen Meldungen, Updates und Supportende zurück in Produkt und Betrieb? Verantworteter Updateweg und Supportstatus. Projektabschluss.
Lebenszyklus

Sicherheit bleibt
versionsgebunden.

Jeder Schritt erzeugt ein Ergebnis, das in den nächsten eingeht. Automatisierte Prüfungen beschleunigen diese Kette, ersetzen aber weder Entwurfsentscheid noch Releaseverantwortung.

01 / GRENZE

Bestimmen

Produkt, Release, Betriebsmodell und verantwortliche Pflege eindeutig abgrenzen.

Versionierter Umfang

02 / ANFORDERUNG

Ableiten

Schutzbedarf, Bedrohungen, Architektur und anwendbare Pflichten übersetzen.

Prüfbare Anforderungen

03 / ENTWURF

Modellieren

Vertrauensgrenzen, Datenflüsse, Missbrauchsfälle und Sicherheitsprinzipien entscheiden.

Genehmigter Entwurf

04 / BAU

Umsetzen

Code, Konfiguration und Abhängigkeiten in einer geschützten Umgebung erstellen.

Reproduzierbarer Build

05 / PRÜFUNG

Verifizieren

Anforderungen mit Review, Analyse und risikobasierten Sicherheitstests prüfen.

Bewertete Befunde

06 / GATE

Freigeben

Offene Befunde, Ausnahmen, Betriebsbedingungen und Rückweg verbindlich entscheiden.

Releaseentscheid

07 / BETRIEB

Übergeben

Version, Komponenten, Konfiguration, Monitoring und Supportinformation bereitstellen.

Betriebsfähige Übergabe

08 / PFLEGE

Erhalten

Feldbeobachtungen, Schwachstellen und Updates bis zum Supportende zurückführen.

Beherrschter Lebenszyklus

Freigabe

Das Gate braucht
eine Stopplogik.

Ein Release Gate ist nur belastbar, wenn es einen offenen Punkt tatsächlich stoppen oder als befristete Ausnahme an einen befugten Risk Owner übergeben kann.

01

Version

Produktkennung, Build, Quellstand, Artefakte und ausgelieferte Variante stimmen überein.

02

Anforderungen

Sicherheitsanforderungen sind umgesetzt, geprüft oder mit begründeter Abweichung entschieden.

03

Komponenten

Abhängigkeiten, Herkunft, bekannte Befunde und Updatefähigkeit sind für den Release bekannt.

04

Tests

Testumfang, Ergebnis, Restlücken und Grenzen der eingesetzten Verfahren sind dokumentiert.

05

Betrieb

Härtung, Secrets, Logging, Wiederherstellung und sichere Standardkonfiguration sind übergeben.

06

Pflege

Meldeweg, Updateverantwortung, Supportzeitraum und Kundeninformation sind geklärt.

Steuerung

Offene Risiken
bleiben sichtbar.

Die Zahl gefundener Fehler hängt stark von Testtiefe und Produktgrösse ab. Aussagekräftiger sind Abdeckung, Alter und Entscheidungsstatus der Befunde sowie Wiederholungen gleicher Ursachen.

Anforderungsabdeckung

Freigaben mit nicht geprüften oder nicht zugeordneten Sicherheitsanforderungen.

Releaseausnahmen

Offene Abweichungen ohne Risk Owner, Ablaufdatum oder Betriebsbedingung.

Komponentenlage

Ausgelieferte Komponenten ohne Herkunft, Version oder tragfähigen Updateweg.

Behebungszeit

Zeit kritischer Befunde von der Bestätigung bis zur verifizierten Korrektur.

Wiederholung

Schwachstellen aus bereits erkannten und angeblich behobenen Ursachen.

Pflegefähigkeit

Unterstützte Releases ohne erreichbaren Meldeweg oder kontrollierte Updateauslieferung.

Einordnung und Quellen

Sicher entwickeln.
Gezielt verpflichten.

Der gemeinsame Prozess gilt für eigene und beauftragte Entwicklung. Produktrechtliche Pflichten des CRA werden nur dort ergänzt, wo Produkt, Wirtschaftsakteur und Marktbezug in seinen Anwendungsbereich fallen.

ISO/IEC 27001:2022

Sicherer Lebenszyklus

Annex A.8.25 bis A.8.31 stützen sichere Entwicklung, Anforderungen, Architektur, Coding, Tests, Umgebungen und ausgelagerte Entwicklung.

ISO Übersicht öffnen →

NIST SP 800-218

SSDF 1.1

Ordnet sichere Softwareentwicklung in vorbereiten, schützen, sichere Software erzeugen und auf Schwachstellen reagieren.

NIST SSDF öffnen →

Cyber Resilience Act

Produktsicherheit

Verbindet Cyberrisikobeurteilung, Produktanforderungen, technische Dokumentation, Schwachstellenbehandlung, Updates und Support für erfasste Produkte.

Verordnung öffnen →

NIS2

Artikel 21

Nennt Sicherheit bei Erwerb, Entwicklung und Wartung von Netz und Informationssystemen einschliesslich Schwachstellenbehandlung.

Richtlinie öffnen →

Passende Prozesse

Zur ISMS Prozesslandkarte DCH →

Nachvollziehbar eingeordnet

Sicherheit wird
mitgeliefert.

Entwicklung übersetzt Sicherheitsanforderungen in überprüfbare Eigenschaften eines Produkts oder Services. Die Referenzen definieren den Rahmen, die Prozessübergaben machen ihn im Release wirksam.

Referenzen
Referenz Beitrag zum Prozess Grenze
ISO/IEC 27001:2022 A.8.25 bis A.8.31 betreffen sichere Entwicklung, Test, Auslagerung und Trennung von Umgebungen. Ersetzt keine technische Secure-Development-Methodik.
NIST SSDF Strukturiert sichere Entwicklungspraktiken über Organisation, Schutz, Produktion und Reaktion. Ist kein Produktfreigabe-Gate ohne eigene Kriterien.
CRA Kann für Produkte mit digitalen Elementen Anforderungen an sichere Entwicklung und Schwachstellenbehandlung auslösen. Gilt nur für betroffene Produkte und Wirtschaftsakteure.
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04 Architektur Liefert Schutzprinzipien, Vertrauensgrenzen und begründete Zielbilder. Prozess öffnen →
17 Änderungen Steuert Freigabe, Test und Rückfall im Übergang in den Betrieb. Prozess öffnen →
10 Schwachstellen Übernimmt Befunde aus Entwicklung und Produktbetrieb in die Behandlungsentscheidung. Prozess öffnen →
Passende Werkzeugklassen

Security Tool Navigator · Werkzeuge zum Prozess

Werkzeuge nach Gebiet einordnen.

Die Werkzeugklassen dieses Prozesses sind im Security Tool Navigator nach Sicherheitsgebieten geordnet. Die Gebietsseiten zeigen Abgrenzung, Auswahlfragen für CIO und CISO und alle Werkzeugklassen im Zusammenhang.