Cyber-Physical Exposure | STOP.LI

STOP.LI · 13 OT, IoT und Cyber-Physical Security · Werkzeugvergleich

Cyber PhysicalExposure.

Cyber-Physical Exposure verbindet digitale Schwächen mit der möglichen Auswirkung auf Anlagen, Sicherheit, Produktion oder vernetzte Geräte. Die Klasse priorisiert nicht nur CVEs, sondern die reale Verbindung von Asset, Prozess, Erreichbarkeit und Betriebsfolgen.

Einsatz

Gezielt
einsetzen.

Technische Risiken mit Anlagen, Prozesskontext und möglichen Betriebsfolgen verbinden.

Abgrenzung

Ein Exposure Score ersetzt keine Safety-Bewertung. Eine technische Massnahme darf nicht ohne OT Engineering, Wartungsfenster und Nachweis der Betriebsverträglichkeit umgesetzt werden.

Marktvergleich · 10 Plattformen

Hersteller und
Werkzeuge.

Hersteller und Produkt Einordnung Geeignet für Vor Auswahl prüfen
Tenable · Tenable One OT Exposure IT/OT Exposure Management Konvergierte Umgebungen Asset- und Prozesskontext
Claroty · xDome CPS Exposure Management Industrie und Healthcare Abdeckung von Asset, Risiko und Remote Access
Nozomi Networks · Vantage OT/IoT Risk und Exposure Verteilte industrielle Standorte Risiko-Modell und Datenresidenz
Dragos · Dragos Platform OT Visibility und Threat Context Kritische Infrastruktur Service- und Engineeringintegration
Armis · Armis Centrix Cyber Exposure Management Connected Asset Estate OT-Semantik und Remediation
Forescout · Forescout Platform Device Intelligence und Exposure OT/IT/IoT Konvergenz Control- und Segmentierungsmodell
Microsoft · Defender for IoT OT Security Posture Azure und Microsoft Security Sensor- und Datenintegration
Palo Alto Networks · OT Security Network Security und OT Visibility NGFW- und Cortex-Umgebungen Prozesskontext ergänzen
Cisco · Cyber Vision Industrial Asset Context Cisco Industrial Networking Abdeckung von Segmenten und Protokollen
Fortinet · OT Security Segmentation und OT Protection Fortinet Security Fabric Exposure-Analyse gegen NGFW-Policy abgrenzen
Einführung und Betrieb

Von der Schwachstelle
zur Betriebsfolge.

  • Kritische Prozesse festlegen und je Prozess die schwerste plausible Folge beschreiben (Personenschaden, Umwelt, Produktionsausfall); daraus die Kritikalität der beteiligten Anlagen ableiten.
  • Erreichbarkeit nachweisen: Welche Pfade führen aus Büronetz, Fernwartung oder Cloud-Anbindung bis zur Steuerung? Nicht erreichbare Schwachstellen tiefer einstufen.
  • Für nicht patchbare Systeme kompensierende Massnahmen festlegen, etwa Filter auf Conduits, Abschalten ungenutzter Dienste oder Überwachung von Steuerbefehlen.
  • Restrisiken formell durch die Betriebsleitung akzeptieren lassen und mit Ablaufdatum versehen.
Kennzahlen
  • Anzahl ausnutzbarer Pfade zu Anlagen der höchsten Kritikalität
  • Anteil kritischer Befunde mit umgesetzter Korrektur oder kompensierender Massnahme
  • Anteil Restrisiko-Akzeptanzen mit gültigem Ablaufdatum
Verantwortung

Die Betriebsleitung trägt das Risiko und akzeptiert Restrisiken. OT Engineering bewertet Machbarkeit und Safety-Folgen, Security liefert die Exposure-Analyse und verfolgt die Umsetzung.

Regulatorischer Bezug

IEC 62443-3-2 beschreibt Risikobeurteilung und Zonenbildung für industrielle Automatisierungssysteme; die Anforderungen von NIS2 Art. 21 Abs. 2 lit. a und e an Risikoanalyse und Schwachstellenbehandlung gelten auch für OT-Systeme betroffener Einrichtungen.

Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verlangt von Herstellern ab 20.1.2027 Schutz gegen Korrumpierung (Anhang III Nr. 1.1.9); in der Schweiz müssen meldepflichtige Organisationen (ISG Art. 74b) seit 1.4.2025 Cyberangriffe mit den Folgen nach Art. 74d, etwa Gefährdung der kritischen Infrastruktur oder Informationsabfluss, innert 24 Stunden dem BACS melden (Art. 74e).

Häufige Fehlannahme

Ein hoher CVSS-Wert sagt wenig über die Gefahr in der Anlage. Massgebend sind Erreichbarkeit und physische Folge; eine mittlere Schwachstelle in einer Sicherheitssteuerung wiegt schwerer als eine kritische auf einem isolierten Anzeigegerät.

Auswahlprüfung

Nachweis statt
Versprechen.

  • Asset, Prozessfunktion und mögliche Betriebswirkung mit OT Engineering verbinden.
  • Massnahmen auf Safety, Wartungsfenster und Rückfall prüfen.
  • Risikobewertung nach Test oder Änderung erneut bestätigen.
Zusammenhang

OT Asset Discovery · Industrial Vulnerability Management · Attack Path Management

Produktfunktionen sind Herstellerangaben. Die Eignung zeigt erst ein kontrollierter Test im eigenen Scope.

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Security Tool Navigator · Gebiet 13

Im Gebiet OT, IoT und Cyber-Physical Security einordnen.

Diese Werkzeugklasse gehört zum Gebiet OT, IoT und Cyber-Physical Security. Der Gebietshub zeigt, wie die Werkzeugklassen zusammenwirken, wo sie sich abgrenzen und welche Fragen CIO und CISO jeweils klären.