DNS Security | STOP.LI

STOP.LI · Network Security · Werkzeugvergleich

DNSSecurity.

DNS Security erkennt und blockiert verdächtige Zielnamen, bevor eine Verbindung zum Ziel aufgebaut wird. Sie ist schnell und breit ausrollbar, sieht jedoch weder Inhalt noch jede Kommunikation. Ihre Wirkung hängt an Resolvern, Durchsetzung und einem gepflegten Ausnahmeprozess.

Einordnung

Ein früher Kontrollpunkt.

DNS ist eine natürliche Stelle für Schutz gegen Phishing, Malware-Infrastruktur und Command-and-Control. Der Dienst kann an Endpunkten, Standorten und in Cloud-Netzen greifen. Gute Ergebnisse erfordern Schutz gegen Umgehungen über externe Resolver und verschlüsseltes DNS.

Abgrenzung

Signal, nicht Vollsicht.

Ein DNS-Treffer belegt eine beabsichtigte Kommunikation nicht. SWG, Firewall und NDR liefern je nach Lage tiefere Kontextdaten. DNS Security ist ein präventiver Control Point und kein Ersatz für Endpoint Detection oder Incident Response.

DNS-Transport

Port 53 ist sichtbar. Verschlüsseltes DNS braucht eine Regel.

Die klassische Abfrage vom Client zum Resolver läuft über UDP oder TCP Port 53 und ist im lokalen Netz grundsätzlich lesbar. DNS over TLS nutzt üblicherweise TCP 853. DNS over HTTPS transportiert Abfragen über HTTPS, meist Port 443. Beide schützen die Abfrage auf dem Transportweg.

Betriebliche Konsequenz

Verschlüsselung ist kein Grund, die Steuerung abzugeben. Wenn Browser oder Endpunkte einen externen DoH- oder DoT-Resolver verwenden, fehlen dem vorgesehenen DNS-Schutz und dem SOC Sichtbarkeit und Durchsetzung. Das Zielbild benennt deshalb den autorisierten Resolver, erlaubt verschlüsseltes DNS dorthin und kontrolliert Umgehungen durch Richtlinie, Endpoint-Konfiguration und Netzwerkregeln.

Namensauflösung

Die erste Frage zählt.

Fast jede Verbindung beginnt mit einer DNS-Anfrage: Ein Gerät fragt einen rekursiven Resolver, welche IP-Adresse zu einem Namen gehört, und der Resolver sucht die Antwort bei den zuständigen Nameservern. DNS Security setzt genau an diesem Punkt an. Ein Protective DNS ist ein rekursiver Resolver, der die Auflösung von Domains verweigert oder auf eine Warnseite umleitet, wenn sie als schädlich bekannt sind. Weil die Prüfung vor dem Verbindungsaufbau stattfindet, wirkt sie für jedes Protokoll und jedes Gerät, das diesen Resolver nutzt, auch für Drucker, IoT- und OT-Geräte ohne Agent.[1,2]

Es gibt drei Bauformen. Cloud-Resolver erhalten die Anfragen der Standorte, weil der lokale DNS-Server an sie weiterleitet, und die Anfragen mobiler Geräte über einen Client. Sicherheitsfunktionen im eigenen DNS- oder DDI-System prüfen die Anfragen im Rechenzentrum und kennen dank DHCP- und IPAM-Daten das Gerät hinter jeder IP-Adresse. Response Policy Zones (RPZ) schliesslich sind ein offenes Verfahren, mit dem ein eigener Resolver Sperrlisten eines Feeds übernimmt und durchsetzt. Firewalls ergänzen das, indem sie DNS-Verkehr im Durchgang inspizieren.[3,4,5,6]

Die Erkennung arbeitet auf mehreren Ebenen. Sperrlisten enthalten bekannte Phishing-, Malware- und Command-and-Control-Domains. Algorithmisch erzeugte Domains (DGA) erkennt man an ihrer Struktur und an vielen fehlgeschlagenen Auflösungen. DNS-Tunneling versteckt Daten in langen Subdomains oder ungewöhnlichen Antworten und wird über Muster und Mengen pro Gerät sichtbar.[2,7,8]

Klassisches DNS läuft unverschlüsselt über Port 53. DNS over TLS (DoT, Port 853) und DNS over HTTPS (DoH, meist Port 443) verschlüsseln die Anfrage auf dem Weg zum Resolver. Das schützt vor Mitlesen, kann aber den vorgesehenen Schutz umgehen, wenn Browser oder Apps einen fremden DoH-Resolver nutzen. Das Zielbild benennt deshalb einen autorisierten Resolver, erlaubt verschlüsseltes DNS nur dorthin und setzt das über Endpunkt-Richtlinien und Firewall-Regeln durch. Einige Produkte übersetzen unverschlüsselte Anfragen selbst in DoH oder prüfen DoH-Verkehr im Durchgang.[9,10,11]

01AnfragenGerät oder lokaler DNS-Server schickt den Namen an den autorisierten Resolver.
02ZuordnenResolver ordnet die Anfrage Gerät, Benutzer oder Netzsegment zu.
03PrüfenName wird mit Sperrlisten, Kategorien und Verhaltensmustern abgeglichen.
04EntscheidenAuflösen, sperren oder auf eine Warnseite umleiten.
05ProtokollierenAnfrage und Entscheid gehen mit Zuordnung ins SIEM.
06NachgehenSOC prüft das Gerät hinter wiederholten Treffern.

Typische Probleme

Problem Wie man es löst
Umgehung über fremde Resolver Geräte mit fest eingestelltem externem DNS oder Browser mit eigenem DoH-Resolver laufen am Schutz vorbei. Autorisierten Resolver per Richtlinie vorgeben, ausgehendes DNS und bekannte DoH-Ziele an der Firewall sperren, Ausnahmen dokumentieren.[11]
Treffer ohne Zuordnung Leitet ein zentraler DNS-Server weiter, sieht der Cloud-Resolver nur dessen Adresse. Forwarder oder Appliances einsetzen, die interne IP-Adresse oder Identität mitliefern.[13]
Lücken bei mobilen Geräten Ausserhalb des Firmennetzes greift der Standortschutz nicht. Client oder App auf allen mobilen Geräten verteilen und die Abdeckung messen.[14]
Fehlalarme ohne Ausnahmeprozess Neu registrierte oder falsch kategorisierte Domains blockieren legitime Dienste. Freigaben mit Owner, Begründung und Ablaufdatum führen.
Treffer ohne Folgearbeit Ein gesperrter Aufruf eines Command-and-Control-Servers zeigt ein infiziertes Gerät an. DNS-Ereignisse mit Priorität ans SOC geben und das Gerät untersuchen.

Auswahlfragen

Frage Worauf die Antwort hinweisen sollte
Wie wird jede Anfrage einem Gerät oder Benutzer zugeordnet? Die Antwort sollte zeigen, wie interne Adressen, Identitäten und Standorte trotz Weiterleitung sichtbar bleiben.
Wie geht das Produkt mit DoH und DoT um? Gute Antworten nennen eigene verschlüsselte Endpunkte und den Umgang mit fremden DoH-Resolvern.
Woher stammen die Bedrohungsdaten, und wie oft werden sie aktualisiert? Erwartet werden Quellen, Aktualisierungsintervall und ein Verfahren für Fehlalarme.
Erkennt das Produkt DNS-Tunneling und DGA ausdrücklich? Die Antwort sollte Verfahren und Testergebnisse benennen, nicht nur Sperrlisten.
Wo werden Anfragen verarbeitet und protokolliert? Gefragt sind Standorte, Aufbewahrung und Export ins eigene SIEM.
Was geschieht bei Ausfall des Resolvers? Erwartet werden Redundanz, Rückfallverhalten und ein dokumentierter Notbetrieb.

Betrieb und Verantwortung

Den Resolver und die Richtlinien betreibt meist das Netzwerk- oder Infrastrukturteam, die Auswertung der Treffer liegt beim SOC. Ausnahmen genehmigt die Security, mit Owner und Ablaufdatum. Sinnvolle Kennzahlen sind der Anteil der Geräte, die nachweislich den autorisierten Resolver nutzen, die Zahl der Umgehungsversuche, die Zahl der Treffer auf Command-and-Control-Domains mit abgeschlossener Untersuchung und die Zeit bis zur Freigabe einer fälschlich gesperrten Domain.

Regulatorischer Bezug

ISO/IEC 27001:2022 adressiert das Thema in Annex A über 8.7 «Protection against malware», 8.16 «Monitoring activities», 8.21 «Security of network services» und 8.23 «Web filtering». NIS2 nennt in Art. 21 Abs. 2 lit. b die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen und in lit. g grundlegende Verfahren der Cyberhygiene; DORA verlangt in Art. 9 Abs. 3 lit. c IKT-Lösungen, die Verletzungen der Vertraulichkeit und Datenverlust verhindern, und in Abs. 4 lit. b eine solide Struktur für das Netz- und Infrastrukturmanagement.[15,16,17,18,19,20]

Häufige Fehlannahme. «Ein DNS-Treffer belegt einen Angriff.» Ein gesperrter Name zeigt eine versuchte Auflösung; ob dahinter Schadsoftware, ein Fehlklick oder eine falsche Kategorisierung steckt, klärt erst die Untersuchung des Geräts.

Quellen: [1] ncsc.gov.uk · [2] infoblox.com · [3] docs.umbrella.com · [4] efficientip.com · [5] datatracker.ietf.org · [6] switch.ch · [7] akamai.com · [8] efficientip.com · [9] rfc-editor.org · [10] rfc-editor.org · [11] zscaler.com · [12] docs.umbrella.com · [13] docs.umbrella.com · [14] docs.umbrella.com · [15] isms.online · [16] isms.online · [17] isms.online · [18] isms.online · [19] nis-2-directive.com · [20] digital-operational-resilience-act.com

Marktbild

Zwölf Werkzeuge im Vergleich.

DNS Security gibt es in drei Formen: als geschützten rekursiven Resolver in der Cloud, dem Standorte und Geräte ihre Anfragen schicken, als Sicherheitsfunktion im eigenen DNS- und DDI-System oder in der Firewall, die Anfragen im Netz prüft, und als Sperrlisten-Feed (Response Policy Zones), den die Organisation in ihren eigenen Resolver lädt. Die Cloud-Dienste ergänzen den Resolver mit einem Client, der Geräte auch unterwegs schützt, und werden zunehmend als Teil einer SSE-Plattform verkauft. In Europa betreibt Whalebone den EU-kofinanzierten Resolver DNS4EU, die gemeinnützige Quad9 hat ihren Sitz in Zürich, und SWITCH bietet Schweizer Hochschulen und Unternehmen einen DNS Firewall-Feed an. Unterschiede liegen vor allem in der Erkennung von DNS-Tunneling und DGA, in der Zuordnung zu Benutzer und Gerät und in der Frage, ob verschlüsseltes DNS (DoH, DoT) unterstützt oder geprüft wird.

Werkzeug
Resolver
DoH/DoT
Threat Intel
DGA/Tunneling
Unterwegs
Reporting
On-Prem
Cisco Umbrella DNS (Cisco Secure Access DNS Defense)Cisco
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Cloudflare Gateway (DNS-Richtlinien)Cloudflare
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DNSFilterDNSFilter
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Akamai Secure Internet Access EnterpriseAkamai
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Zscaler DNS Security (Teil der Zero Trust Firewall)Zscaler
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Infoblox Threat DefenseInfoblox
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EfficientIP DNS GuardianEfficientIP
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Advanced DNS SecurityPalo Alto Networks
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FortiGuard DNS Security (DNS Filtering Service)Fortinet
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Whalebone Immunity (Betreiber von DNS4EU)Whalebone
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Quad9Quad9 (gemeinnützig, Sitz Zürich)
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SWITCH DNS FirewallSWITCH (Stiftung)
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Resolver: geschützter rekursiver Resolver · DoH/DoT: DoH/DoT · Threat Intel: Threat-Intel-Blocklisten · DGA/Tunneling: DGA- oder DNS-Tunneling-Erkennung · Unterwegs: Schutz ausserhalb des Firmennetzes · Reporting: Reporting pro Gerät/Benutzer · On-Prem: On-Prem. ● = auf offizieller Hersteller- oder Projektseite beschrieben, – = nicht belegt (nicht zwingend nicht vorhanden). Auswahl nicht abschliessend, keine Rangliste. Stand: Oktober 2026.

Cloud-Resolver mit Richtlinien
01

Cisco Umbrella DNS (Cisco Secure Access DNS Defense)

Cisco

  • SaaS (rekursive Resolver), Roaming-Client, Virtual Appliances als Forwarder
  • Primär
Abdeckung

DNS-Layer-Security über das globale Netz rekursiver Resolver von Cisco; das Angebot läuft heute auch unter dem Namen Cisco Secure Access DNS Defense.

Funktionsweise

Netze und Geräte schicken ihre DNS-Anfragen an die Umbrella-Resolver, die bei jeder Auflösung die Sicherheitsrichtlinie anwenden; DoH-Resolver verschlüsseln die Anfragen bis zum Dienst.

Erkennung und Schutz

Schädliche Ziele sind in Sicherheitskategorien gruppiert und werden je Identität gesperrt; Bedrohungsdaten stammen von Cisco Talos.

Integration

Virtual Appliances leiten öffentliche Anfragen als DNS-Forwarder weiter und machen interne IP-Adressen und Active-Directory-Identitäten in den Berichten sichtbar.

Betrieb und Daten

Der Activity Search Report zeigt jede DNS-, URL- und IP-Anfrage je Identität; Roaming-Client oder Secure-Client-Modul schützen Geräte ausserhalb des Firmennetzes.

Einsatz

Schneller Grundschutz für Standorte und mobile Geräte, ausbaubar zu SWG und SSE.

Stärke

Identitätsbezogene Berichte über DNS-, URL- und IP-Anfragen in einer Oberfläche.

Grenze

Eine ausdrückliche Erkennung von DNS-Tunneling oder DGA ist in den geprüften Seiten nicht beschrieben; Virtual Appliances leiten nur weiter und lösen nicht selbst auf.

Offizielle Produktseite →

02

Cloudflare Gateway (DNS-Richtlinien)

Cloudflare

  • SaaS (Resolver 1.1.1.1), Geräte-Client
  • Primär
Abdeckung

DNS-, HTTP- und Netzwerkfilter für Benutzer, Geräte und Standorte, als Teil von Cloudflare One.

Funktionsweise

Gateway baut auf dem Resolver 1.1.1.1 auf; Organisationen leiten ihren Resolver auf einen IPv6-, DoH- oder DoT-Endpunkt um oder beantragen eine eigene IPv4-Resolveradresse.

Erkennung und Schutz

Blockiert Malware, Phishing, DNS-Tunneling und Command-and-Control-Verbindungen mit Modellen, die DNS- und HTTP-Telemetrie aus dem gesamten Netz nutzen.

Integration

Vordefinierte Kategorien für Richtlinien; zusammen mit DLP-Profilen wirkt Gateway auch als Forward Proxy.

Betrieb und Daten

Protokolle und Richtlinien beziehen Benutzer, Geräte-ID und Standort ein.

Einsatz

Schutz von Benutzern unterwegs und von Filialen über denselben Dienst.

Stärke

DNS-Filter und SWG laufen im selben Dienst mit derselben Richtlinienlogik.

Grenze

Einen Resolver im eigenen Netz sieht das Modell nicht vor; die Auflösung läuft über das Cloudflare-Netz.

Offizielle Produktseite →

03

DNSFilter

DNSFilter

  • SaaS (Anycast-Netz), Roaming Client
  • Primär
Abdeckung

Protective DNS, laut Hersteller an den Empfehlungen von NSA und CISA ausgerichtet, mit Kategorie- und Bedrohungsfiltern für Netze und Benutzer.

Funktionsweise

Auflösung über ein eigenes Anycast-Netz; Richtlinien greifen bei jeder Anfrage.

Erkennung und Schutz

Machine-Learning-Modelle erkennen neue und Zero-Day-Bedrohungen; Milliarden Domains werden KI-gestützt kategorisiert.

Integration

Über 45 Integrationen, etwa ConnectWise, Splunk und Zapier; Anbindung an Active Directory.

Betrieb und Daten

Roaming Clients schützen Benutzer in jedem Netz; Insights Reporting zeigt den Zustand des Netzes im Dashboard.

Einsatz

Organisationen und Managed-Service-Provider, die DNS-Filter mit PSA-, SIEM- und Automatisierungswerkzeugen verbinden.

Stärke

Breite Integration in PSA- und RMM-Werkzeuge von Service-Providern.

Grenze

DoH/DoT, Erkennung von DNS-Tunneling und Auswertung je Benutzer oder Gerät sind auf der Funktionsseite nicht ausdrücklich beschrieben.

Offizielle Produktseite →

04

Akamai Secure Internet Access Enterprise

Akamai

  • SaaS (rekursiver Resolver), Clients
  • Primär
Abdeckung

Cloud-basierte DNS-Firewall, die DNS-Anfragen prüft, bevor eine Verbindung aufgebaut wird.

Funktionsweise

Rekursiver DNS-Resolver, der Anfragen an Nameserver weiterleitet und häufige Antworten zwischenspeichert.

Erkennung und Schutz

Bedrohungsdaten aus der Akamai Connected Cloud, ergänzt um externe Feeds und etwa alle 60 Minuten aktualisiert; blockiert DNS-Exfiltration mit geringem Durchsatz in Echtzeit.

Integration

Anbindung über Änderung der DNS-Server-Adresse, eine DNS-Proxy-VM, IPsec-Tunnel, SD-WAN-Integration oder Clients.

Betrieb und Daten

Clients für Windows, macOS, iOS, Android und ChromeOS schützen Geräte im und ausserhalb des Netzes; Echtzeit-Analysen und Berichte zu Bedrohungs- und Nutzungsereignissen.

Einsatz

Organisationen, die DNS-Schutz ohne eigene Hardware schnell an vielen Standorten einführen.

Stärke

Viele Anbindungswege von DNS-Änderung über Tunnel bis Client.

Grenze

DoH/DoT und eine Auswertung je Benutzer oder Gerät sind auf der Produktseite nicht beschrieben.

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05

Zscaler DNS Security (Teil der Zero Trust Firewall)

Zscaler

  • SaaS (Zscaler Trusted Resolvers)
  • Ergänzend
Abdeckung

Filtert riskante und schädliche Domains als Teil der cloudbasierten Zero Trust Firewall über alle Ports und Protokolle.

Funktionsweise

Zscaler Trusted Resolvers laufen an über 150 Edge-Standorten nahe am Benutzer; ein DNS-Gateway kann auch an Resolver Dritter weiterleiten.

Erkennung und Schutz

Inline-Schutz gegen DNS-Tunneling und Datenabfluss; erkennt Angriffe, die sich in DoH verstecken.

Integration

Unverschlüsselte DNS-Anfragen lassen sich in DoH übersetzen und an Protective-DNS-Resolver leiten.

Betrieb und Daten

Cloud-Dienst innerhalb der Zero Trust Exchange, gemeinsam mit den Web- und Firewall-Richtlinien.

Einsatz

Organisationen mit Zscaler-Plattform, die DNS-Schutz und DoH-Kontrolle in dieselbe Richtlinie aufnehmen.

Stärke

Prüft auch DoH-Verkehr, der an klassischen Firewalls vorbeiläuft.

Grenze

Als Teil der Zscaler-Plattform ausgelegt; ein eigenständiger Einsatz und Berichte je Gerät sind auf der Seite nicht beschrieben.

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DNS-Sicherheit in DDI und Firewall
06

Infoblox Threat Defense

Infoblox

  • SaaS, zusammen mit DDI (NIOS) betreibbar
  • Primär
Abdeckung

Protective DNS für Geräte im Firmennetz, unterwegs sowie im IoT- und OT-Umfeld, ohne Agent auf dem Gerät.

Funktionsweise

Als DNS-Resolver sieht Infoblox jede Anfrage jedes Geräts; verdächtige Domains werden vorausschauend gesperrt, bevor sie in Kampagnen genutzt werden.

Erkennung und Schutz

Verhaltensbasierte Erkennung von DNS-Tunneling, Datenabfluss und DGA sowie Schutz der DNS-Infrastruktur.

Integration

Automatisiert Bedrohungsdaten im eigenen Sicherheits-Ökosystem und nutzt Kontext aus DNS, DHCP und IPAM (DDI).

Betrieb und Daten

Ordnet Anfragen ohne Client oder Sinkhole Benutzer, Gerät, Quell-IP, Standort, MAC-Adresse und VLAN zu; unternehmensweites Query-Logging.

Einsatz

Organisationen mit Infoblox-DDI, die DNS-Schutz an ihr bestehendes DNS koppeln.

Stärke

Zuordnung jeder Anfrage zu Gerät und Netzsegment aus DDI-Daten, ohne Agent.

Grenze

DoH/DoT und die genaue Aufteilung zwischen Cloud und On-Premises-DNS beschreibt die Produktseite nicht.

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07

EfficientIP DNS Guardian

EfficientIP

  • Appliance (physisch oder virtuell), Cloud-Umgebungen
  • Primär
Abdeckung

Eingebaute Sicherheit für Cache-, rekursive und autoritative DNS-Server.

Funktionsweise

DNS Transaction Inspection analysiert Anfragen, Antworten, Fragmente und Rekursionen direkt im Resolver, statt nur bekannte Muster zu vergleichen.

Erkennung und Schutz

Erkennt DNS-Tunneling, DGA, Zero-Day-Domains und Datenabfluss; adaptive Gegenmassnahmen stellen verdächtige IP-Adressen unter Quarantäne und schützen den Cache.

Integration

Anbindung an SOAR, SIEM und NAC über APIs oder Sicherheitsereignisse; ergänzbar mit DNS-Threat-Intelligence-Feeds.

Betrieb und Daten

User Behavioral Analysis und Client Query Filtering werten Anfragen je Client aus; Statistiken und Logging ohne zusätzliche Appliances.

Einsatz

Organisationen und Provider, die DNS-Sicherheit im eigenen DNS-Betrieb und unter eigener Kontrolle führen.

Stärke

Sicherheit sitzt im eigenen Resolver, nahe an den internen Clients.

Grenze

Schutz für Geräte ausserhalb des Firmennetzes und DoH/DoT sind auf den geprüften Seiten nicht beschrieben.

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08

Advanced DNS Security

Palo Alto Networks

  • Abonnement für NGFW und Prisma Access; Advanced DNS Security Resolver
  • Ergänzend
Abdeckung

DNS-Schutz als Abonnement der Firewall der nächsten Generation oder von Prisma Access, ergänzt um einen eigenen Advanced-DNS-Security-Resolver.

Funktionsweise

Wirkt direkt in der Firewall, ohne Änderung der DNS-Weiterleitung im Netz.

Erkennung und Schutz

Echtzeitanalyse von Abfragemustern mit Machine Learning gegen Datenabfluss und Command-and-Control über DNS; Analyse der DNS-Antworten gegen DNS-Hijacking.

Integration

Automatische Erkennung und Überwachung der eigenen öffentlich erreichbaren Domains.

Betrieb und Daten

Bedrohungsdaten werden aus der Kundenbasis zusammengeführt (crowd-sourced).

Einsatz

Organisationen mit Palo-Alto-Firewalls, die DNS-Schutz ohne Umbau der DNS-Architektur ergänzen.

Stärke

Schutz gegen Tunneling und Hijacking direkt in der bestehenden Firewall.

Grenze

Setzt Palo-Alto-Firewalls oder Prisma Access voraus; Berichte je Benutzer und DoH-Prüfung sind auf der Seite nicht beschrieben.

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09

FortiGuard DNS Security (DNS Filtering Service)

Fortinet

  • Abonnement für FortiGate und Security Fabric
  • Ergänzend
Abdeckung

DNS-Filterdienst für die Fortinet Security Fabric mit Schutz vor Spoofing und Cache Poisoning.

Funktionsweise

Die DNS-Inspektion auf der FortiGate prüft auch DNS over TLS (DoT) und DNS over HTTPS (DoH).

Erkennung und Schutz

Weist Anfragen von Staging-Domains über jeden Port und jedes Protokoll ab und hebt ungewöhnliches DNS-Verhalten hervor, um kompromittierte Systeme zu erkennen.

Integration

In mehrere Fabric-Lösungen integriert, mit koordinierten Abläufen bis zur Reaktion.

Betrieb und Daten

Bedrohungsdaten von FortiGuard Labs aus der weltweiten Installationsbasis.

Einsatz

Fortinet-Umgebungen, die DNS-Schutz als Lizenz an bestehenden FortiGates aktivieren.

Stärke

DNS-Schutz und DoH/DoT-Inspektion ohne zusätzliche Komponente auf der Firewall.

Grenze

Ein eigener geschützter Resolver, Roaming-Schutz und Berichte je Benutzer sind auf der Seite nicht beschrieben.

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Europäische Resolver und Feeds
10

Whalebone Immunity (Betreiber von DNS4EU)

Whalebone

  • On-Premises, Cloud oder hybrid; App für Geräte unterwegs
  • Primär
Abdeckung

Protective DNS Resolver für Organisationen; Whalebone betreibt zudem den EU-kofinanzierten Resolver DNS4EU.

Funktionsweise

Speichert und analysiert den DNS-Verkehr und sperrt Domains auch anhand von Abfragefolgen, die eine Einzelprüfung übersieht.

Erkennung und Schutz

Lokale und regionale Bedrohungsdaten, unter anderem von öffentlichen Stellen und Telekomanbietern aus dem DNS4EU-Umfeld; DNS-Tunneling und DGA werden laut Hersteller über die Analyse von Abfragefolgen und KI erkannt.

Integration

Integration mit Active Directory; Konfiguration und Datenabruf vollständig per API, etwa für ein SIEM.

Betrieb und Daten

Betrieb vor Ort, in der Cloud oder hybrid; Einblick bis auf einzelne Geräte; Verschlüsselung über DoH und DoT; die App Home Office Security schützt Benutzer in fremden Netzen.

Einsatz

Öffentliche Verwaltungen, Unternehmen und Telekomanbieter in Europa, die DNS-Schutz mit europäischer Infrastruktur wollen.

Stärke

Wahl zwischen Betrieb vor Ort, Cloud und Hybrid mit europäischen Bedrohungsdaten.

Grenze

Die Zuordnung bis auf einzelne Geräte setzt laut Seite eine On-Premises- oder Hybrid-Bereitstellung voraus; Prüftiefe und Logformate sind im Pilot zu klären.

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11

Quad9

Quad9 (gemeinnützig, Sitz Zürich)

  • Öffentlicher Resolver (kostenlos)
  • Primär
Abdeckung

Offener rekursiver DNS-Dienst mit Sicherheitsfunktionen; DNSSEC-Validierung auf allen Resolver-Adressen.

Funktionsweise

Unterschiedliche Dienstvarianten über verschiedene IP-Adressen; DNS over HTTPS und DNS over TLS auf Port 853.

Erkennung und Schutz

Sperrliste aus rund zwanzig kommerziellen und öffentlichen Threat-Intelligence-Quellen; Quad9 verteilt die Daten der Partner und erzeugt keine eigenen Indikatoren.

Integration

Partner erhalten nahezu in Echtzeit Rückmeldung, wie oft ihre Einträge gesehen werden.

Betrieb und Daten

IP-Adressen der Clients werden nicht gespeichert, nur die ungefähre Herkunft (Stadt, Region, Land); Adresse c/o SWITCH in Zürich.

Einsatz

Datensparsamer Grundschutz ohne Vertrag und Verwaltung, etwa für kleine Umgebungen oder als vorgegebener Resolver für Geräte.

Stärke

Datensparsamer Dienst mit Sitz in der Schweiz und Sperrliste aus vielen Quellen.

Grenze

Ohne Richtlinienverwaltung, Ausnahmen und Berichte je Gerät; für Unternehmensanforderungen an Kontrolle, Logging und Vertrag nur bedingt geeignet.

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12

SWITCH DNS Firewall

SWITCH (Stiftung)

  • RPZ-Feed für den eigenen Resolver
  • Primär
Abdeckung

Liste schädlicher oder infizierter Domains, die SWITCH an das DNS-System der Kundenorganisation liefert.

Funktionsweise

Der eigene Resolver muss Response Policy Zones (RPZ) unterstützen und abonniert die gewünschten RPZ-Feeds; der Feed ist nicht an einen DNS-Hersteller gebunden.

Erkennung und Schutz

Bedrohungsdaten aus der Überwachung von Hochschulnetzen und weiteren Sektoren in der Schweiz, ergänzt um internationale Partner; betrieben vom SWITCH-CERT.

Integration

Funktioniert mit allen gängigen DNS-Appliances und -Servern mit RPZ-Unterstützung.

Betrieb und Daten

Sicherheitsberichte auf Basis der RPZ-Logdaten, die die Organisation an SWITCH sendet, melden Zugriffsversuche infizierter Systeme.

Einsatz

Hochschulen, Forschung und weitere Organisationen in der Schweiz mit eigenem Resolver.

Stärke

Schweizer Bedrohungsdaten, durchgesetzt im eigenen, herstellerunabhängigen Resolver.

Grenze

Die Organisation betreibt Resolver und Durchsetzung selbst; Schutz unterwegs und Berichte je Gerät gehören nicht zum Dienst.

Offizielle Produktseite →

Weitere Kandidaten

Weitere Anbieter

Kurz eingeordnet, ausserhalb der Vergleichsmatrix.

  • BlueCat Edge: DNS-Steuerung und DNS-Sicherheit für Unternehmensnetze von BlueCat
  • DNS4EU (öffentlicher Resolver): EU-kofinanzierter, von Whalebone betriebener Resolver für Bürgerinnen und Bürger; unter Whalebone Immunity mitbeschrieben
  • ISC BIND 9, Unbound, PowerDNS Recursor mit Response Policy Zones: Open-Source-Resolver, die RPZ-Feeds durchsetzen; Baustein ohne eigene Bedrohungsdaten und Benutzerauswertung
  • Microsoft Zero Trust DNS (Windows): Ansatz, Windows-Clients nur noch über autorisierte Resolver auflösen zu lassen
  • Check Point DNS Security, Barracuda Content Shield: weitere DNS-Filter in Firewall- und Web-Portfolios
Pilot

Mit einer kontrollierten Domain.

Der Pilot verbindet eine Testdomain, einen bekannten schädlichen Indikator und eine legitime Ausnahme. Die Organisation muss danach erkennen können, welcher Client welchen Resolver genutzt hat, wer die Ausnahme verantwortet und wie eine blockierte Verbindung weiter untersucht wird.

Zum Security Tool Navigator →

  • Resolver- und Client-Abdeckung nach Standort prüfen
  • Umgehung über externe oder verschlüsselte Resolver testen
  • Legitime Ausnahme zeitlich befristen und nachvollziehen
  • DNS-Event im SOC bis zu einer verifizierten Entscheidung verfolgen

Security Tool Navigator · Gebiet 05

Im Gebiet Network Security einordnen.

Diese Werkzeugklasse gehört zum Gebiet Network Security. Der Gebietshub zeigt, wie die Werkzeugklassen zusammenwirken, wo sie sich abgrenzen und welche Fragen CIO und CISO jeweils klären.