ZTNA Werkzeuge | STOP.LI

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ZTNAund VPN.

VPN und ZTNA regeln den Fernzugriff auf interne Systeme. Ein VPN verbindet ein Gerät über einen verschlüsselten Tunnel mit dem Firmennetz. ZTNA verbindet eine geprüfte Identität gezielt mit einzelnen freigegebenen Anwendungen und bezieht Gerätezustand und Kontext in jede Zugriffsentscheidung ein. Das verkleinert die Angriffsfläche und erschwert seitliche Bewegungen im Netz. Voraussetzung sind ein verlässliches Anwendungsinventar, Identitätskontext und klare Zugangsregeln.

Einordnung

Vom Netz zur Anwendung.

ZTNA ist besonders sinnvoll für hybride Arbeit, Drittzugänge und private Anwendungen in Rechenzentrum oder Cloud. Der Zugang wird abhängig von Nutzer, Gerät, Kontext und Zielanwendung vermittelt. Das Modell verschiebt aber die Arbeit in Applikationszuordnung und Policy-Design.

Abgrenzung

Nicht bloss ein neues VPN.

VPN vermittelt typischerweise Netzwerkzugang. ZTNA begrenzt ihn auf definierte Anwendungen. PAM steuert privilegierte Zugriffe, IGA die Berechtigungsentscheidung und SASE die breitere Access-Architektur. Diese Disziplinen überschneiden sich, ersetzen sich aber nicht.

Fernzugriff

Erst prüfen, dann verbinden.

Ein Remote-Access-VPN baut einen verschlüsselten Tunnel vom Endgerät zu einem Gateway am Rand des Firmennetzes. Verbreitet sind zwei Verfahren: IPsec mit dem Schlüsselaustausch IKEv2 und SSL- beziehungsweise TLS-VPN, das über Port 443 läuft und deshalb auch in restriktiven Netzen durchkommt. Nach der Anmeldung erhält das Gerät eine interne Adresse und erreicht, was die Firewall-Regeln dahinter erlauben, oft ganze Netzbereiche. Das Gateway selbst ist aus dem Internet erreichbar und damit ein bevorzugtes Angriffsziel. Ein Teil der Hersteller stellt deshalb vom proprietären SSL-Tunnel auf standardbasiertes IPsec um, das sich ebenfalls über TCP 443 transportieren lässt.[1,2,3]

ZTNA (Zero Trust Network Access) vermittelt den Zugriff je Anwendung statt je Netz. Das Modell stammt aus der Zero-Trust-Architektur nach NIST SP 800-207: Ein Policy Decision Point entscheidet anhand von Identität, Gerätezustand und Kontext, ein Policy Enforcement Point setzt den Entscheid durch. In der verbreitetsten Bauform baut ein Connector im Rechenzentrum nur ausgehende Verbindungen zum Vermittlungsdienst auf. Die Anwendung hat damit keinen offenen Eingang ins Internet, und ein Benutzer sieht nur die Anwendungen, für die er freigegeben ist. Single Packet Authorization geht einen Schritt weiter: Das Gateway antwortet erst, wenn das erste Paket kryptografisch gültig ist.[4,5,6]

Der Zugriff läuft entweder über einen Client, der Verkehr für freigegebene Ziele abfängt und tunnelt, oder clientlos über einen identitätsbewussten Reverse-Proxy im Browser, auch für SSH- oder RDP-Sitzungen. Overlay-Netze auf Basis von WireGuard verbinden Geräte direkt miteinander; ein zentraler Management-Server verteilt Schlüssel und Richtlinien. Der Gerätezustand, etwa Betriebssystemstand, Verschlüsselung oder EDR-Status, fliesst bei der Anmeldung und je nach Produkt auch während der Sitzung in den Entscheid ein.[7,8,9,10]

Beim Betrieb gibt es zwei Modelle. Cloud-Dienste betreiben Controller und Vermittlung beim Anbieter, das Unternehmen betreibt nur die Connectoren. Selbst betriebene Plattformen halten Controller und Gateway im eigenen Rechenzentrum; mehrere davon sind Open Source.[6,11]

Merkmal Remote-Access-VPN ZTNA
Was erreicht wird Netzbereich nach Firewall-Regel Einzelne Anwendung nach Richtlinie
Sichtbarkeit aus dem Internet Gateway mit offenem Port Anwendung ohne offenen Eingang, Connector baut nach aussen auf
Gerätezustand Prüfung meist bei Verbindungsaufbau Teil jedes Entscheids, je nach Produkt auch in der Sitzung
Entscheidungspunkt Gateway und nachgelagerte Firewall Controller als Policy Decision Point
Ausfall des Vermittlers Kein Zugang über dieses Gateway Kein Zugang zu allen angebundenen Anwendungen
Typischer Einsatz Vollzugriff, Altanwendungen, Standortkopplung Drittzugriff, Administrationsoberflächen, BYOD

Typische Probleme

Problem Wie man es löst
Exponierte Gateways VPN-Gateways und andere Edge-Geräte sind wiederholt Ziel aktiv ausgenutzter Schwachstellen; der Katalog der US-Behörde CISA führt solche Fälle bei Gateways vieler Hersteller, und mehrere nationale Cyberbehörden haben 2025 gemeinsame Schutzmassnahmen für Edge-Geräte veröffentlicht. Verwaltungszugang nur aus dem Admin-Netz, Patches innert Stunden und Integritätsprüfungen fest einplanen.[13,14]
Ausfall des Vermittlungsdienstes Ist ein cloudbasierter Entscheidungs- oder Durchsetzungspunkt nicht erreichbar, etwa nach einem Bedienfehler beim Anbieter, scheitern Zugriffe auf alle angebundenen Anwendungen; NIST SP 800-207 führt solche Störungen als eigene Bedrohung. Notfallzugang ohne den Dienst definieren und testen.[4]
Fehlendes Anwendungsinventar ZTNA braucht bekannte Anwendungen, Owner und Nutzergruppen. Mit Drittzugängen und Administrationsoberflächen beginnen und das VPN erst abschalten, wenn die Protokolle keine Nutzung mehr zeigen.
Verzögerte Gerätesicht Gerätezustände werden in Intervallen abgefragt und zwischengespeichert, Änderungen wirken teils erst nach Minuten. Intervalle bewusst festlegen und kritische Anwendungen strenger takten.[15]
Pflichtmigration bei Versionswechseln Entfällt ein VPN-Modus, werden alte Konfigurationen beim Upgrade nicht übernommen. Herstellerankündigungen verfolgen und die Migration vor dem Upgrade testen.[2]

Auswahlfragen

Frage Worauf die Antwort hinweisen sollte
Wer betreibt Controller, Vermittlung und Protokolle, und wo? Die Antwort sollte Standorte, Betreiber und die Möglichkeit eines Eigenbetriebs klar nennen.
Wie verhält sich der Zugang bei einem Ausfall des Dienstes? Erwartet werden Aussagen zu laufenden Sitzungen, zu neuen Anmeldungen und zu einem dokumentierten Notfallweg.
Wann wird der Gerätezustand geprüft? Gute Antworten unterscheiden Prüfung bei Verbindung, periodisch und bei Änderung, mit konkreten Intervallen.
Welche Protokolle und Anwendungen funktionieren clientlos? Die Antwort sollte Web, SSH, RDP und Nicht-Web-Protokolle getrennt aufführen.
Wie schnell schliesst der Hersteller Schwachstellen am Gateway? Erwartet werden Patch-Fristen, ein Hinweisdienst und Werkzeuge zur Integritätsprüfung.
Wie wird ein Entzug wirksam? Austritte und Rollenwechsel im Identity Provider sollten bestehende Sitzungen innert Minuten beenden.

Betrieb und Verantwortung

Netzwerk- oder Security-Betrieb pflegt Gateways, Connectoren und Richtlinien; das IAM-Team liefert Identitäts- und Gerätesignale, die Anwendungsverantwortlichen bestätigen Nutzergruppen und Abhängigkeiten. Sicherheitsmeldungen der Hersteller werden täglich ausgewertet, Sitzungsdaten gehen ins zentrale Logging. Sinnvolle Kennzahlen sind der Anteil privater Anwendungen nur über ZTNA, Freigaben ohne Owner oder Ablaufdatum, Zugriffe über das alte VPN je Monat und die Zeit vom Hersteller-Patch bis zur Installation am Gateway.

Regulatorischer Bezug

ISO/IEC 27001:2022 adressiert das Thema in Annex A über 5.15 «Access control», 6.7 «Remote working», 8.5 «Secure authentication» und 8.20 «Networks security». NIS2 nennt in Art. 21 Abs. 2 lit. i Konzepte für die Zugriffskontrolle und in lit. j Multi-Faktor- oder kontinuierliche Authentisierung; DORA verlangt in Art. 9 Abs. 4 lit. c, den logischen Zugang auf das Erforderliche zu beschränken. In Deutschland beschreibt der IT-Grundschutz-Baustein NET.3.3 «VPN» Planung, Betrieb und Absicherung von VPN-Zugängen.[16,17,18,19,20,21,3]

Häufige Fehlannahme. «Über ZTNA ist eine Anwendung sicher.» ZTNA verkleinert den Kreis derer, die eine Anwendung erreichen; eine verwundbare Anwendung bleibt für berechtigte Benutzer und deren kompromittierte Konten verwundbar.

Quellen: [1] cisco.com · [2] docs.fortinet.com · [3] bsi.bund.de · [4] csrc.nist.gov · [5] twingate.com · [6] appgate.com · [7] pomerium.com · [8] developers.cloudflare.com · [9] docs.netbird.io · [10] docs.netbird.io · [11] github.com · [12] zscaler.com · [13] nsa.gov · [14] cisa.gov · [15] developers.cloudflare.com · [16] isms.online · [17] isms.online · [18] isms.online · [19] isms.online · [20] nis-2-directive.com · [21] digital-operational-resilience-act.com

Marktbild

Sechzehn Werkzeuge im Vergleich.

Der Markt umfasst ZTNA-Dienste aus der Cloud, bei denen ein Connector im Firmennetz ausgehende Verbindungen zum Dienst aufbaut, ZTNA-Plattformen mit eigenem Controller und Gateway für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum, darunter Open-Source-Projekte, und klassische Remote-Access-VPN auf Firewalls und Gateways, die zunehmend um anwendungsbezogenen Zugriff und Gerätechecks ergänzt werden. Mit NCP (Nürnberg) und genua (Kirchheim bei München, Bundesdruckerei-Gruppe) sind Anbieter aus Deutschland vertreten; genuconnect ist vom BSI für VS-NfD, NATO RESTRICTED und RESTREINT UE zugelassen. Die VPN-Seite verändert sich: Fortinet ersetzt ab FortiOS 7.6.3 den SSL-VPN-Tunnelmodus durch IPsec.

Werkzeug
Ohne Client
Mit Client
Gerätezustand
VPN
Segmentierung
Self-Hosted
Open Source
Zscaler Private Access (ZPA)Zscaler
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Cloudflare Access (Cloudflare One)Cloudflare
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Microsoft Entra Private AccessMicrosoft
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TwingateTwingate
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AppGate ZTNA (vormals Appgate SDP)Appgate
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OpenZitiNetFoundry (Projektträger)
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NetBirdNetBird
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Pomerium (Core, Zero, Enterprise)Pomerium
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GlobalProtectPalo Alto Networks
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Cisco Secure Client (mit Secure Firewall und Secure Access)Cisco
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FortiGate VPN und ZTNA mit FortiClient (EMS)Fortinet
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Check Point Remote Access VPNCheck Point
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Ivanti Connect Secure (mit Ivanti Zero Trust Access)Ivanti
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OpenVPN Access ServerOpenVPN Inc.
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NCP Secure Enterprise (VPN Server, Clients, Management)NCP engineering
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genuconnect und genuconnect Enterprisegenua (Bundesdruckerei-Gruppe)
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Ohne Client: Zugriff ohne Client · Mit Client: Zugriff mit Client · Gerätezustand: Gerätezustand fliesst in den Zugriffsentscheid ein · VPN: klassisches VPN IPsec/SSL · Segmentierung: Anwendungssegmentierung · Self-Hosted: Self-Hosted Gateway/Controller · Open Source: Open Source. ● = auf offizieller Hersteller- oder Projektseite beschrieben, – = nicht belegt (nicht zwingend nicht vorhanden). Auswahl nicht abschliessend, keine Rangliste. Stand: Oktober 2026.

ZTNA-Dienst
01

Zscaler Private Access (ZPA)

Zscaler

  • SaaS (Zero Trust Exchange), App Connector im Firmennetz
  • Primär
Abdeckung

Zugriff auf private Anwendungen in Rechenzentrum und Cloud für Mitarbeitende, Dritte und Geräte im OT-Umfeld.

Funktionsweise

ZPA vermittelt direkte Eins-zu-eins-Verbindungen zwischen berechtigten Benutzern und einzelnen Anwendungen; Benutzer gelangen nicht ins Firmennetz, Anwendungen sind aus dem Internet nicht erreichbar.

Erkennung und Schutz

Inline-Inspektion des Verkehrs zu privaten Anwendungen mit DLP (Exact Data Match, Indexed Data Match) über alle Ports und Protokolle; Zugriffsregeln können Gerätezustandsprüfungen (Posture-Profile) und Risikowerte der Benutzer als Bedingung verlangen.

Integration

App-Segmente mit KI-gestützten Vorschlägen für Segmente und Richtlinien; Segmentierung Benutzer-zu-App und App-zu-App.

Betrieb und Daten

Cloud-Dienst mit schlanker Software auf dem Gerät und Browser Access für clientlosen Zugriff.

Einsatz

Clientloser Zugriff von Dritten und BYOD-Geräten auf RDP-, SSH- und VNC-Systeme, Ablösung von VPN und VDI.

Stärke

Anwendungen bleiben aus dem Internet unsichtbar, und Freigaben gelten je Anwendung.

Grenze

Selbst betriebene Vermittlungsknoten sind auf der Produktseite nicht beschrieben; die Vermittlung läuft über die Zscaler-Cloud, Gerätezustandsprüfungen setzen den Client Connector voraus.

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02

Cloudflare Access (Cloudflare One)

Cloudflare

  • SaaS, Tunnel-Connector im Firmennetz
  • Primär
Abdeckung

ZTNA für selbst betriebene, SaaS- und Nicht-Web-Anwendungen für Mitarbeitende und Dritte.

Funktionsweise

App-Connector-Tunnel verbinden interne Ressourcen ausgehend mit dem Cloudflare-Netz; der Geräte-Client leitet Verkehr standardmässig über WireGuard-Tunnel.

Erkennung und Schutz

Kontextbezogene Regeln nach IdP-Gruppe, Standort, Gerätezustand und Sitzungsdauer; Gerätezustand wird in einstellbaren Intervallen abgefragt.

Integration

Mehrere Identity Provider gleichzeitig, auch soziale IdPs für Dritte und generische SAML- und OIDC-Anbindung; Verteilung des Clients per MDM.

Betrieb und Daten

Cloud-Dienst; Audit-Logs zum Verbindungsstatus der Tunnel und zu neu registrierten DNS-Einträgen.

Einsatz

Clientloser Zugriff auf Webanwendungen sowie browserbasiertes SSH, VNC und RDP für Dienstleister.

Stärke

Clientloser Zugriff reicht bis zu browserbasierten SSH-, VNC- und RDP-Sitzungen.

Grenze

Änderungen des Gerätezustands wirken mit Verzögerung: Gateway-Regeln nutzen einen Cache, der nur alle fünf Minuten aktualisiert wird, zusätzlich zum Abfrageintervall.

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03

Microsoft Entra Private Access

Microsoft

  • SaaS (Microsoft Entra), Private Network Connector
  • Ergänzend
Abdeckung

Zugriff auf private Ressourcen in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen für beliebige Ports und Protokolle, aufbauend auf dem Entra Application Proxy.

Funktionsweise

Quick Access fasst die FQDNs und IP-Bereiche zusammen, die immer über den Dienst laufen; einzelne Global-Secure-Access-Apps erlauben Per-App-Zugriff mit eigenen Richtlinien.

Erkennung und Schutz

Conditional Access steuert den Zugriff je App, auch für Altanwendungen ohne moderne Authentisierung.

Integration

Der Microsoft Entra Private Network Connector vermittelt die Verbindung zwischen Dienst und interner Ressource.

Betrieb und Daten

Cloud-Dienst im Entra Admin Center, lizenziert über die Entra Suite oder einzeln.

Einsatz

Microsoft-zentrierte Organisationen, die das VPN durch identitätsbasierten Zugriff ablösen und Richtlinien zeitlich begrenzen.

Stärke

Zugriffsentscheide nutzen direkt Conditional Access und Gruppen aus Entra ID.

Grenze

Clientloser Zugriff ist in den geprüften Dokumenten nicht beschrieben; der Gerätezustand fliesst über Conditional Access ein und setzt für konforme Geräte Intune oder eine Partner-MDM voraus.

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04

Twingate

Twingate

  • SaaS (Controller, Relays), Connector im Firmennetz
  • Primär
Abdeckung

Identitätsbasierter Zugriff für Benutzer, Dienste und KI-Agenten auf Ressourcen in privaten Netzen und Clouds.

Funktionsweise

Controller, Relay, Connector und Client sind getrennte Komponenten; der Connector hinter der Firewall hält nur ausgehende Verbindungen zu Relays.

Erkennung und Schutz

Der Client erhält eine vom Controller signierte Liste erlaubter Ressourcen (ACL); der Connector prüft Signatur, Tunnel und ACL bei jeder Verbindung.

Integration

Authentisierung immer über einen externen Identity Provider, Benutzer werden aus dem IdP synchronisiert; Gerätechecks steuern den Zugriff.

Betrieb und Daten

DNS-Anfragen für geschützte Ressourcen löst der Connector im Zielnetz auf; Relays speichern nur die anonyme Connector-ID.

Einsatz

Ablösung eines VPN für TCP- und UDP-Anwendungen ohne Anpassung der Anwendungen, über einen transparenten Proxy im Client.

Stärke

Getrennte, gegenseitig geprüfte ACLs auf Client und Connector begrenzen den Zugriff zweifach.

Grenze

Controller und Relays betreibt der Anbieter; clientloser Zugriff ist in den geprüften Dokumenten nicht beschrieben.

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ZTNA selbst betrieben und Open Source
05

AppGate ZTNA (vormals Appgate SDP)

Appgate

  • Self-Hosted oder as a Service (virtuelle oder physische Appliances)
  • Primär
Abdeckung

Zugriff auf IaaS, SaaS, Microservices, private Cloud und Altsysteme aus einer Richtlinien-Engine, einschliesslich Ablösung von Site-to-Site-VPN.

Funktionsweise

Der Controller ist Policy Decision Point, das Gateway Policy Enforcement Point; das Gateway baut je Sitzung Mikro-Firewalls auf, der Verkehr läuft direkt und nicht über eine Fremd-Cloud.

Erkennung und Schutz

Single Packet Authorization macht Ressourcen für Unberechtigte unsichtbar; Posture-Checks und ein Risiko-Scoring bewerten Benutzer, Gerät und Kontext.

Integration

Zugriff per Client oder über ein Portal im Browser; Verwaltung über Dashboard oder API.

Betrieb und Daten

Appliances als virtuelle Maschine ohne Aufpreis oder als Hardware; Betrieb selbst gehostet oder als Dienst, bei dem nur der Controller in der Cloud liegt.

Einsatz

Organisationen, die Controller und Gateway selbst betreiben und den Verkehr nicht über eine fremde Cloud leiten wollen.

Stärke

Controller und Gateways lassen sich vollständig im eigenen Betrieb führen.

Grenze

Der Eigenbetrieb verlangt Betrieb, Hochverfügbarkeit und Aktualisierung der Appliances durch das eigene Team.

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06

OpenZiti

NetFoundry (Projektträger)

  • Open Source (Apache 2.0), selbst betrieben oder als Dienst von NetFoundry
  • Primär
Abdeckung

Zero-Trust-Overlay-Netz für bestehende Anwendungen über Tunneler oder für eigene Anwendungen über eingebettete SDKs.

Funktionsweise

Der Controller bildet die Management Plane mit Identitäten und Richtlinien, Edge Router bilden die Data Plane als verschlüsseltes Mesh; private («dark») Router haben keine offenen Eingänge.

Erkennung und Schutz

Feingranulare Autorisierung mit Posture-Checks; mit SDK hält die Anwendung selbst eine kryptografische Identität.

Integration

Tunneler für Linux, Windows, macOS, iOS und Android binden unveränderte Software an.

Betrieb und Daten

Selbst betrieben mit Support von NetFoundry oder als von NetFoundry betriebener Cloud-Dienst.

Einsatz

Entwicklungsteams, die Zero-Trust-Zugriff direkt in Anwendungen einbauen oder Dienste ohne offene Ports betreiben.

Stärke

Anwendungen können Zero-Trust-Verbindungen über SDKs selbst aufbauen, ohne separaten Client.

Grenze

Einbettung per SDK und Eigenbetrieb des Overlays erfordern Entwicklungs- und Betriebsaufwand.

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07

NetBird

NetBird

  • Open Source (BSD-3-Clause, Management/Signal/Relay AGPLv3), selbst betrieben oder als Cloud-Dienst
  • Primär
Abdeckung

Verbindung von Benutzern, Hybrid-Cloud- und Edge-Ressourcen über ein WireGuard-basiertes Peer-to-Peer-Netz für Linux, Windows, macOS, Mobilgeräte, Container und Router.

Funktionsweise

Der Management-Server verwaltet Netzstatus und öffentliche Schlüssel; Peers bauen direkte WireGuard-Verbindungen auf, der Signal-Dienst vermittelt verschlüsselt, ohne Inhalte zu sehen.

Erkennung und Schutz

Posture-Checks prüfen Geräte beim Verbinden und erneut während der Sitzung, sobald sich Systemdaten ändern; das Netz wird dann neu berechnet.

Integration

Anmeldung über Identity Provider mit SSO und MFA; Richtlinien segmentieren den Zugriff je Ressource.

Betrieb und Daten

Management als Cloud-Dienst von NetBird oder selbst betrieben.

Einsatz

Ablösung klassischer VPN-Gateways für Ressourcen, die über mehrere Clouds und On-Premises verteilt sind.

Stärke

Gerätechecks werden während der Sitzung neu bewertet, und das Management lässt sich selbst betreiben.

Grenze

Die Lizenz ist zweigeteilt: Management, Signal und Relay stehen unter AGPLv3, was Änderungen und Weitergabe an Bedingungen knüpft.

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08

Pomerium (Core, Zero, Enterprise)

Pomerium

  • Open Source (Apache 2.0, Core); Control Plane selbst betrieben (Enterprise) oder als Dienst (Zero)
  • Primär
Abdeckung

Identitätsbewusster Proxy für interne Anwendungen, Server, Dienste und Workloads in Cloud, On-Premises und hybrid.

Funktionsweise

Pomerium fängt den Verkehr ab und prüft jede Anfrage gegen Identity Provider, Richtlinien und Gerätekontext, bevor sie zum Dienst geleitet wird.

Erkennung und Schutz

Identität, Gerätezustand und Anfragekontext werden laufend verifiziert, nicht nur bei der Anmeldung.

Integration

Anbindung an den bestehenden Identity Provider; TLS, DNS, Speicher und Skalierung bleiben in der Hand des Betreibers.

Betrieb und Daten

Core ist die selbst betriebene Data Plane; Zero betreibt die Control Plane als Dienst, Enterprise hält sie im eigenen Betrieb.

Einsatz

Clientloser Zugriff auf interne Webanwendungen nach dem BeyondCorp-Modell, ohne VPN.

Stärke

Jede einzelne Anfrage wird authentisiert und autorisiert, ohne Client-Software.

Grenze

Der Ansatz ist auf Proxy-Zugriff ausgelegt; für Anwendungen, die einen Netztunnel brauchen, beschreibt die Übersicht keinen Client.

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Remote-Access-VPN mit ZTNA-Funktionen
09

GlobalProtect

Palo Alto Networks

  • Auf Palo-Alto-NGFW (On-Premises) oder über Prisma Access (SaaS)
  • Primär
Abdeckung

Fernzugriff für mobile Benutzer über Palo-Alto-Firewalls der nächsten Generation oder über Prisma Access.

Funktionsweise

IPsec-Tunnel mit Always-on-Verbindung; bei Ausfall des IPsec-Tunnels lässt sich die App so konfigurieren, dass sie getrennt bleibt.

Erkennung und Schutz

Host Information Profile (HIP) prüft Gerätezustand und Sicherheitslage vor der Verbindung; benutzerbasierte Zugriffskontrolle.

Integration

Authentisierung über LDAP, SAML, Kerberos, RADIUS, TACACS+ und Client-Zertifikate.

Betrieb und Daten

Client- oder clientlose Bereitstellung; Inspektion des gesamten Verkehrs mobiler Anwendungen durch die Sicherheitsdienste.

Einsatz

Unternehmen mit Palo-Alto-Firewalls, die Fernzugriff an bestehende Richtlinien binden und schrittweise zu Prisma Access wechseln.

Stärke

Derselbe Client funktioniert gegen eigene Firewalls und gegen den Cloud-Dienst.

Grenze

Der Zugriff erfolgt auf Netzebene mit Firewall-Richtlinien; anwendungsbezogene Freigaben beschreibt die Produktseite für den Weg über Prisma Access (ZTNA).

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10

Cisco Secure Client (mit Secure Firewall und Secure Access)

Cisco

  • Client mit Secure Firewall ASA/Threat Defense (On-Premises) oder Secure Access (SaaS)
  • Primär
Abdeckung

VPN-Client für Windows, macOS und Linux (einschliesslich AnyConnect) mit Zero-Trust-Access-Modul ab Version 5.1.3.62.

Funktionsweise

Tunnel über SSL (TLS 1.2 und DTLS 1.2) oder IPsec IKEv2; Always-on wählt automatisch den besten Zugangspunkt.

Erkennung und Schutz

ISE Posture prüft das Gerät clientseitig; Secure Firewall Posture (vormals HostScan) läuft nach der Verbindung zur Secure Firewall ASA.

Integration

Verteilung über Secure Firewall ASA, Threat Defense oder ISE; Per-App-VPN auf iOS, Android und Samsung Knox.

Betrieb und Daten

Headends im eigenen Betrieb oder ZTNA und VPN as a Service über Cisco Secure Access, dort auch clientlos.

Einsatz

Organisationen mit AnyConnect- und Secure-Firewall-Bestand, die einzelne Anwendungen auf ZTNA umstellen.

Stärke

VPN und ZTNA laufen im selben Client, sodass der Wechsel Anwendung für Anwendung erfolgen kann.

Grenze

Secure Firewall Posture ist auf Android, iOS, ChromeOS und UWP nicht verfügbar.

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11

FortiGate VPN und ZTNA mit FortiClient (EMS)

Fortinet

  • On-Premises (FortiGate), Verwaltung über EMS oder FortiClient Cloud
  • Primär
Abdeckung

FortiClient als einheitlicher Agent für ZTNA, Fernzugriff per VPN und Endpunktschutz; FortiOS bietet zusätzlich Agentless VPN über den Browser.

Funktionsweise

Ab FortiOS 7.6.3 ersetzt standardbasiertes IPsec den proprietären SSL-VPN-Tunnelmodus; IPsec kann über TCP-Port 443 laufen.

Erkennung und Schutz

EMS bildet virtuelle Gruppen nach Sicherheitszustand der Endpunkte, die FortiGate in Firewall-Richtlinien dynamisch auswertet; Posture-Checks gelten auch am FortiOS Access Proxy.

Integration

Integration in die Fortinet Security Fabric, etwa automatische Übergabe von Dateien an FortiSandbox.

Betrieb und Daten

Gateways auf eigenen FortiGates; zentrale Verwaltung über FortiClient EMS oder FortiClient Cloud.

Einsatz

Fortinet-Umgebungen, die VPN und anwendungsbezogenen ZTNA-Zugriff mit demselben Agenten betreiben.

Stärke

VPN, ZTNA und Endpunktschutz teilen einen Agenten und eine Verwaltung.

Grenze

Konfigurationen des SSL-VPN-Tunnelmodus werden beim Upgrade auf 7.6.3 nicht übernommen und müssen vorher manuell auf IPsec migriert werden.

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12

Check Point Remote Access VPN

Check Point

  • On-Premises (in Check-Point-Firewalls integriert)
  • Primär
Abdeckung

Fernzugriff für Remote- und Mobilgeräte auf Unternehmensnetze, mit Clients für Windows und macOS.

Funktionsweise

Client-to-Site-VPN über IPsec oder Zugriff über ein SSL-VPN-Portal aus jedem Browser.

Erkennung und Schutz

Multifaktor-Authentisierung, Prüfung der Endpunkt-Compliance und Verschlüsselung aller übertragenen Daten.

Integration

Remote Access ist in jede Check-Point-Netzwerkfirewall integriert.

Betrieb und Daten

Betrieb auf den eigenen Security Gateways ohne separates System.

Einsatz

Organisationen mit Check-Point-Gateways, die Fernzugriff über die bestehende Firewall-Infrastruktur bereitstellen.

Stärke

Fernzugriff nutzt die bestehenden Gateways und deren Richtlinien.

Grenze

Der Zugriff erfolgt auf Netzebene; anwendungsbezogene ZTNA-Freigaben beschreibt die Produktseite nicht.

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13

Ivanti Connect Secure (mit Ivanti Zero Trust Access)

Ivanti

  • Appliance (physisch, virtuell, Cloud)
  • Primär
Abdeckung

SSL-VPN mit Layer-3-VPN, Per-App-VPN, On-Demand- und Always-on-Zugriff sowie clientlosem Browserzugriff auf veröffentlichte Anwendungen und virtuelle Desktops.

Funktionsweise

Läuft auf der Ivanti Security Appliance (ISA) als Hardware, virtuelle Appliance (ESXi, KVM, Hyper-V) oder in Azure, AWS und Google Cloud; Split Tunneling nach FQDN oder Netz.

Erkennung und Schutz

Secure Boot, TPM/vTPM und Integritätsprüfung der Gateways; integrierte Web Application Firewall für HTTP-Verkehr am Gateway.

Integration

Ivanti Zero Trust Access gewährt anwendungsbezogenen Zugriff nach Identität, Gerätezustand und Anwendungskontext; zentrale Verwaltung über Ivanti Neurons for Secure Access.

Betrieb und Daten

ICS 25.x auf Oracle Linux 9 mit FIPS-140-3-zertifiziertem Modul.

Einsatz

Organisationen mit komplexen Fernzugriffsanforderungen, die VPN und Zero-Trust-Zugriff über einen Client betreiben.

Stärke

VPN-Varianten, clientloser Zugriff und ZTNA sind in einem Gateway-Produkt kombiniert.

Grenze

Das Gateway ist aus dem Internet erreichbar und muss wie jedes VPN-Gateway zeitnah gepatcht und überwacht werden.

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VPN für den Eigenbetrieb
14

OpenVPN Access Server

OpenVPN Inc.

  • Self-Hosted (Linux, physischer Server oder Public Cloud)
  • Primär
Abdeckung

Selbst betriebener Business-VPN-Server auf Linux, aufgebaut auf dem Open-Source-Projekt OpenVPN (Community Edition unter GPLv2).

Funktionsweise

Verschlüsselte Verbindung zu privaten Netzen über das Internet; Data Channel Offload (DCO) beschleunigt den Datenkanal.

Erkennung und Schutz

Authentisierung über PAM, RADIUS, LDAP, SAML, lokal oder eigene Verfahren, mit eingebauter MFA und mehreren Methoden je Benutzergruppe.

Integration

Bereitstellung auf physischen Servern oder bei den grossen Public-Cloud-Anbietern.

Betrieb und Daten

Betrieb vollständig in der eigenen Umgebung; kostenloser Plan mit zwei Verbindungen, darüber Lizenz nach Verbindungen.

Einsatz

Mittelstand und Teams mit eigener Betriebsverantwortung, die ein VPN auf eigener Infrastruktur führen.

Stärke

Vollständig selbst betrieben, auf breit eingesetzter offener Protokollbasis.

Grenze

Gerätechecks und anwendungsbezogene Freigaben beschreibt die Produktseite nicht; Härtung, Updates und Logging liegen beim Betreiber.

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15

NCP Secure Enterprise (VPN Server, Clients, Management)

NCP engineering

  • On-Premises (Server oder virtuelle Appliance)
  • Primär
Abdeckung

IPsec-VPN-Gateway mit zugehörigen VPN-Clients und zentralem Management eines Herstellers mit Sitz in Nürnberg.

Funktionsweise

RFC-konformes IPsec mit IKEv2 (inklusive MOBIKE), Seamless Roaming und Rekeying; VPN Path Finder weicht auf HTTPS über Port 443 aus, wenn IPsec-Ports blockiert sind.

Erkennung und Schutz

Endpoint Policy Enforcement prüft vordefinierte Sicherheitsparameter des Endgeräts für eingehende Verbindungen.

Integration

Authentisierung mit OTP-Token, X.509-Zertifikaten, EAP-Verfahren; Verwaltung über das Enterprise-Management-Plug-in oder die Weboberfläche.

Betrieb und Daten

Betrieb hinter der Firewall in der DMZ, direkt am Internet oder als virtuelle Appliance; Mandantenfähigkeit.

Einsatz

Organisationen in Deutschland und Europa, die IPsec-Fernzugriff mit europäischem Hersteller und eigenem Betrieb wollen.

Stärke

Path Finder hält IPsec-Verbindungen auch in Netzen mit blockierten VPN-Ports aufrecht.

Grenze

Anwendungsbezogene Freigaben (ZTNA) beschreibt das Datenblatt nicht; der Zugriff erfolgt auf Netzebene.

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16

genuconnect und genuconnect Enterprise

genua (Bundesdruckerei-Gruppe)

  • On-Premises (Client mit genuscreen-Gateway)
  • Primär
  • Tochter der Bundesdruckerei-Gruppe
Abdeckung

VPN-Software-Client für Laptops und Tablets mit Windows 10 oder 11, der mobile Geräte über ein genuscreen-Gateway an das Unternehmensnetz anbindet.

Funktionsweise

IPsec mit Multifaktor-Authentisierung; der Client baut VPN-Verbindungen automatisch auf.

Erkennung und Schutz

genuconnect ist seit 30.06.2021 vom BSI für VS-NfD, NATO RESTRICTED und RESTREINT UE zugelassen; genuconnect Enterprise bietet VS-NfD-nahe Sicherheit.

Integration

Interoperabel mit Festplattenverschlüsselung, Device-Kontrolle und Endpoint Protection; kompatibel mit gängigen Rollout-Mechanismen.

Betrieb und Daten

Skaliert laut Hersteller auf mehr als 100 000 VPN-Clients; Entwicklung und Produktion in Deutschland.

Einsatz

Behörden, KRITIS-Betreiber und Industrie; der Wechsel auf die VS-NfD-Version erfordert nur den zugelassenen Client und eine Smartcard.

Stärke

Zugelassene Variante für eingestufte Informationen, mit Umstieg ohne neue Hardware.

Grenze

Ausgelegt für Windows-Endgeräte; Gerätechecks und anwendungsbezogene Freigaben beschreibt das Datenblatt nicht.

Offizielle Produktseite →

Weitere Kandidaten

Weitere Anbieter

Kurz eingeordnet, ausserhalb der Vergleichsmatrix.

  • Tailscale: WireGuard-basiertes Overlay mit Gerätechecks; Client Open Source, Koordinationsserver proprietär (selbst betreibbar nur über das Community-Projekt Headscale)
  • Netskope One Private Access, Prisma Access (ZTNA), HPE Aruba Networking SSE: ZTNA als Teil einer SSE-Plattform; in der Klasse SASE und SSE geführt
  • SonicWall Remote Access VPN, WatchGuard Mobile VPN: VPN-Zugänge aus Firewall-Portfolios
  • WireGuard, strongSwan: Open-Source-VPN-Protokoll bzw. IPsec-Implementierung; Bausteine ohne Richtlinien- und Benutzerverwaltung
  • LANCOM Advanced VPN Client: VPN-Client eines deutschen Herstellers
  • OpenVPN CloudConnexa: Cloud-Variante von OpenVPN; laut Herstellerseite unterscheidet sie sich in einigen Funktionen vom Access Server, nicht separat geprüft
Einführung und Betrieb

Anwendung für Anwendung,
nicht Netz für Netz.

  • Anwendungen nach Nutzergruppe und Schutzbedarf inventarisieren. Mit Drittzugängen und Administrationsoberflächen beginnen, weil dort der Nutzen am grössten ist.
  • Policy aus Identität, Gerätezustand und Zielanwendung ableiten. Die Standardregel lautet «verweigern», jede Freigabe hat einen Owner.
  • VPN und ZTNA parallel betreiben und Anwendungen schrittweise umstellen. Das alte Netzwerkprofil wird erst abgeschaltet, wenn die Zugriffsprotokolle keine Nutzung mehr zeigen.
  • Notfallzugang ohne ZTNA-Dienst definieren, offline dokumentieren und halbjährlich testen. Ein Ausfall des Vermittlers darf den Betrieb nicht blockieren.
Kennzahlen
  • Anteil privater Anwendungen, die nur noch über ZTNA erreichbar sind
  • Anzahl Freigaben ohne benannten Owner oder ohne Ablaufdatum
  • Anzahl Zugriffe über das alte VPN je Monat
Verantwortung

Das Anwendungsteam bestätigt Nutzergruppen und Abhängigkeiten, Netzwerk- oder Security-Betrieb pflegt Connectoren und Policy. IAM stellt die Identitäts- und Gerätesignale bereit.

Regulatorischer Bezug

ISO/IEC 27001:2022 Annex A 8.20 (Netzwerksicherheit), 8.22 (Trennung von Netzwerken), 5.15 (Zugangssteuerung) und 6.7 (Remote-Arbeit) stützen den Ansatz.

DORA Art. 9 Abs. 4 lit. c verlangt, den logischen Zugang zu Informations- und IKT-Assets auf das Erforderliche zu beschränken; NIS2 Art. 21 Abs. 2 lit. i und lit. j nennen Konzepte für die Zugriffskontrolle sowie Multi-Faktor- oder kontinuierliche Authentifizierung.

Häufige Fehlannahme

ZTNA vergibt kein Vertrauen und ersetzt keine Anwendungssicherheit. Eine verwundbare Anwendung bleibt verwundbar, wenn sie über einen Vermittler erreichbar ist; ZTNA verkleinert nur, wer sie überhaupt erreicht.

Pilot

Mit einer privaten Anwendung.

Eine geeignete Pilotanwendung hat klaren Owner, definierte Nutzergruppen und bekannte Abhängigkeiten. Der Test muss zeigen, dass ein berechtigter Benutzer arbeitet, ein unberechtigter Benutzer die Anwendung nicht einmal erreicht und der Zugriff im Audit nachvollziehbar bleibt.

Zum Security Tool Navigator →

  • Eine Anwendung mit internen, externen und privilegierten Nutzern abbilden
  • Geräte- und Identitätskontext gezielt verändern
  • Autorisierte und verweigerte Zugriffe im Audit prüfen
  • Rückfall, Notfallzugang und Entzug einer Berechtigung testen

Security Tool Navigator · Gebiet 05

Im Gebiet Network Security einordnen.

Diese Werkzeugklasse gehört zum Gebiet Network Security. Der Gebietshub zeigt, wie die Werkzeugklassen zusammenwirken, wo sie sich abgrenzen und welche Fragen CIO und CISO jeweils klären.