STOP.LI / ISMS Prozesslandkarte DCH / 03 Compliance

Pflichten braucheneinen Betriebsort.

Eine Liste von Gesetzen schafft noch keine Compliance. Der Prozess entscheidet, welche Anforderung für welchen Teil des Unternehmens gilt, wer sie umsetzt und welcher Nachweis ihre Erfüllung belegt.

03 FührenOwner: Compliance und CISO
Anforderungskette

Von der Quelle zum
prüfbaren Nachweis.

Regulierung wird erst steuerbar, wenn Anwendungsbereich, Verpflichtung, zuständiger Prozess, Owner und Nachweis zusammengeführt werden. Ein Framework Mapping allein beantwortet diese Fragen nicht.

01 / QUELLE

Beobachten

Gesetze, Aufsicht, Verträge, Standards und interne Vorgaben aktuell halten.

identifizierte Veränderung

02 / SCOPE

Prüfen

Rechtsraum, Adressat, Schwelle, Produktrolle und Ausnahme untersuchen.

begründeter Anwendungsentscheid

03 / PFLICHT

Zerlegen

Anforderungen in konkrete, voneinander prüfbare Verpflichtungen übersetzen.

eindeutige Verpflichtung

04 / ZUORDNUNG

Verankern

Prozess, Owner, Termin, Kontrollpunkt und benötigten Nachweis festlegen.

betrieblicher Umsetzungsort

05 / STATUS

Verfolgen

Umsetzung, Abhängigkeiten, Abweichungen und Fristen transparent halten.

aktueller Erfüllungsstatus

06 / NACHWEIS

Belegen

Dokument, Datensatz, Test oder Feststellung mit der Verpflichtung verbinden.

prüfbare Erfüllung

07 / ÄNDERUNG

Nachführen

Neue Auslegung, Scopeänderung und Feststellung versioniert verarbeiten.

aktuelle Verpflichtungslage

Anwendungsentscheid

Gilt es wirklich
für uns?

Die wichtigste Arbeit geschieht vor dem Mapping. Dass eine Regulierung Cybersecurity behandelt, bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen oder jedes Produkt ihr unterstellt ist.

Rechtsraum

Wo entsteht die Verpflichtung?

Sitz, Niederlassung, Marktbereitstellung, Leistungserbringung und grenzüberschreitende Tätigkeit unterscheiden.

Adressat

Welche Rolle ist erfasst?

Einrichtung, Finanzunternehmen, Betreiber, Hersteller, Importeur, Händler oder ICT Dienstleister präzise bestimmen.

Schwelle

Welche Kriterien lösen die Pflicht aus?

Grösse, Sektor, kritische Funktion, Produktklasse und ausdrücklich benannte Ausnahmen dokumentieren.

Vorrang

Welche Regel gilt speziell?

Sektorale Sonderregel, nationale Umsetzung und Überschneidung mit anderen Anforderungen getrennt prüfen.

Zeit

Ab wann muss was erfüllt sein?

Inkrafttreten, Anwendungsbeginn, Übergang, Meldefrist und interne Umsetzungszeit nicht vermischen.

Begründung

Wie bleibt der Entscheid nachvollziehbar?

Quelle, Fassung, Prüfer, Annahmen, Ergebnis und nächster Überprüfungstermin versioniert führen.

Pflichtenregister

Nicht Kapitel sammeln.
Arbeit zuordnen.

Eine Verpflichtung muss so beschrieben sein, dass ein Prozessowner weiss, was zu tun ist, und eine prüfende Stelle erkennt, welcher Beleg erwartet wird.

Feld Inhalt Warum erforderlich
Primärquelle Herausgeber, Titel, Fundstelle, Fassung und Datum. verhindert Entscheidungen auf Basis veralteter Zusammenfassungen
Anwendungsentscheid Rechtsraum, Adressat, Schwelle, Ausnahme und Begründung. trennt mögliche Relevanz von tatsächlicher Verpflichtung
Verpflichtung Kurze, prüfbare Paraphrase ohne den Normtext zu ersetzen. macht die Anforderung betrieblich verständlich
Prozess und Owner Zuständiger ISMS Prozess, verantwortliche Rolle und Eskalation. verhindert Pflichten ohne Umsetzungsort
Nachweis Erwartetes Dokument, Datensatz, Testresultat oder Beschluss. verbindet Umsetzung mit Prüfbarkeit
Status erfüllt, teilweise erfüllt, offen, strittig oder nicht anwendbar mit Datum. zeigt den tatsächlichen Handlungsbedarf
Prozessgrenze

Compliance ordnet.
Der Prozess setzt um.

Die Compliancefunktion kann eine Verpflichtung analysieren und verfolgen. Sie ersetzt weder Rechtsberatung noch die operative Verantwortung des zuständigen Prozessowners.

Compliance verantwortet

  • Quellen- und Änderungsbeobachtung
  • begründeten Anwendungsentscheid
  • Pflichtenregister und Prozesszuordnung
  • Status, Frist und Eskalation offener Abweichungen

Andere Prozesse liefern

  • Steuerung: Priorität und eskalierte Entscheidung
  • Fachprozess: operative Umsetzung
  • Risiko: Behandlung der verbleibenden Exposition
  • Wirksamkeit: belastbaren Erfüllungsnachweis
DCH Profile

Pflicht ist
nicht gleich Pflicht.

NIS2, DORA, CRA und FINMA adressieren unterschiedliche Organisationen, Tätigkeiten und Produkte. STOP.LI hält diese Profile getrennt, obwohl dieselben ISMS Prozesse Nachweise liefern können.

Profil Erste Anwendungsfrage Typische Führungsrelevanz Grenze
UnternehmenD Ist die Organisation nach BSIG 2025 besonders wichtig, wichtig oder anderweitig erfasst? Risikomassnahmen, Überwachung und Schulung der Geschäftsleitung. Sektor, Grösse und Ausnahmen prüfen.
FinanzD Ist das Unternehmen ein von DORA erfasstes Finanzunternehmen oder ICT Drittanbieter? ICT Governance, Risikorahmen, Resilienz und Drittparteiensteuerung. DORA Adressat und Proportionalität prüfen.
FinanzCH Ist das Institut Adressat des FINMA Rundschreibens 2023/1? Operationelle Risiken, Cyberrisiken, kritische Daten und Resilienz. Institutsart und Erleichterungen berücksichtigen.
ProduktDCH Welche Wirtschaftsakteurrolle und welches Produkt mit digitalen Elementen liegen vor? Produktsicherheitsrisiko, Entwicklung, Schwachstellen und Updates. Produktklasse und zeitliche Anwendung prüfen.
Quellenbasis: ISO/IEC 27001:2022, NIST CSF 2.0, NIS2 und BSIG 2025, DORA, CRA, FINMA Rundschreiben 2023/1 sowie anwendbare vertragliche und interne Vorgaben. Die Seite ersetzt keine Rechtsberatung oder Einzelfallprüfung.

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Nachvollziehbar eingeordnet

Pflichten werden
betriebsfähig.

Compliance bestimmt Geltung, Übersetzung und Nachweisführung. Referenzen bleiben nach Rechtsraum und Sektor getrennt, die Nachbarprozesse erbringen die Leistung und Werkzeuge helfen bei Mapping und Evidenz.

Referenzen
Referenz Beitrag zum Prozess Grenze
ISO/IEC 27001:2022 Klauseln 4, 6, 9 und Annex A.5.31 bis A.5.36 stützen Anforderungen, Compliance und unabhängige Prüfung. Ersetzt keine Rechtsauslegung im Einzelfall.
NIS2, DORA und CRA Setzen unterschiedliche Anforderungen für Einrichtungen, Finanzunternehmen und Produkte mit digitalen Elementen. Ein gemeinsamer Cyberbegriff begründet keine gemeinsame Geltung.
FINMA und Schweizer IKT-Minimalstandard Ergänzen die Schweiz abhängig von Institut, kritischen Funktionen und Proportionalität. Sind kein pauschales Pflichtenprofil für alle Schweizer Unternehmen.
Passende Inhalte
Inhalt Beitrag Weiter
01 Steuerung Entscheidet über Policy, Verantwortungen und Ressourcen für die Erfüllung. Prozess öffnen →
02 Risiko Macht Abweichungen und Restrisiken entscheidungsfähig. Prozess öffnen →
24 Wirksamkeit Prüft, ob Nachweise und Kontrollen eine belastbare Aussage tragen. Prozess öffnen →
Passende Werkzeugklassen

Security Tool Navigator · Werkzeuge zum Prozess

Werkzeuge nach Gebiet einordnen.

Die Werkzeugklassen dieses Prozesses sind im Security Tool Navigator nach Sicherheitsgebieten geordnet. Die Gebietsseiten zeigen Abgrenzung, Auswahlfragen für CIO und CISO und alle Werkzeugklassen im Zusammenhang.