STOP.LI · Identity und Access · Werkzeugvergleich

MFAWerkzeuge.

Multi-Faktor-Authentisierung reduziert den Wert eines gestohlenen Passworts. Die relevante Unterscheidung liegt heute nicht zwischen vielen Apps, sondern zwischen leicht umgehbaren Faktoren und phishing-resistenten Anmeldungen mit Passkeys oder FIDO2-Sicherheitsschlüsseln.

Einordnung

Der zweite Faktor ist nicht immer gleich stark.

Push, TOTP und SMS unterscheiden sich erheblich in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Phishing und Übernahmeversuche. MFA muss ausserdem in die tatsächlichen Anmeldewege passen: Cloud-Dienste, VPN, Admin-Zugänge, Desktop und Offline-Szenarien.

Abgrenzung

SSO leitet eine Anmeldung an einen zentralen Identity Provider weiter. MFA prüft die Person bei dieser Anmeldung. IGA und PAM entscheiden danach über Berechtigungen und besonders kritische Zugriffe.

Faktoren und Techniken

Wissen, Besitz,
Sein.

Mehrfaktor-Authentisierung verlangt Nachweise aus mindestens zwei verschiedenen Faktorarten. Zwei Passwörter sind keine MFA, ein Passwort und ein Code aus einer App schon.

Faktorart Beispiele Typische Schwäche
Wissen Passwort, PIN, Sicherheitsfrage Kann ausgespäht, erraten, weitergegeben oder in Datenlecks gefunden werden
Besitz Smartphone mit Authenticator-App, Hardware-Token, Smartcard, FIDO2-Sicherheitsschlüssel, TAN-Liste Kann verloren gehen; einmalige Codes lassen sich auf Phishing-Seiten abgreifen
Sein (Inhärenz) Fingerabdruck, Gesicht, Iris Lässt sich nicht ändern, wenn das Merkmal kompromittiert ist; deshalb meist nur lokal zum Entsperren eingesetzt

Techniken nach Phishing-Resistenz

TAN-Liste auf Papier

Vorab ausgegebene Einmalcodes. Auf einer gefälschten Seite eingegeben, sind sie verloren. Im Onlinebanking weitgehend abgelöst.

SMS- oder Anruf-Code

Anfällig für SIM-Swap und Umleitung. NIST SP 800-63B-4 führt Codes über das Telefonnetz als eingeschränkte Methode.

App-Code (TOTP) und Hardware-OTP-Token

Authenticator-Apps oder Hardware-OTP-Token. Der Code wird lokal erzeugt und nicht zugestellt, ist aber per Echtzeit-Phishing (Adversary in the Middle) weitergebbar.

Push-Bestätigung

Bequem. Ohne Nummernabgleich anfällig für MFA-Fatigue, also das Bestätigen nach vielen Anfragen.

Smartcard und Zertifikat

Kryptografischer Nachweis mit privatem Schlüssel auf der Karte. Phishing-resistent, wenn die Anmeldung an Verbindung oder Dienst gebunden ist.

FIDO2 und Passkeys

Der Schlüssel ist an die Domain gebunden und funktioniert auf einer gefälschten Seite nicht. Gerätegebunden (Sicherheitsschlüssel) oder synchronisiert (Passkey im Konto).

Der Balken zeigt die Widerstandsfähigkeit gegen Phishing, nicht den Bedienkomfort.

Wo die Biometrie hingehört

Fingerabdruck, Gesicht oder Iris entsperren in der Regel nur den Schlüssel auf dem eigenen Gerät, etwa bei Windows Hello, Touch ID oder einem FIDO2-Schlüssel mit Fingerabdrucksensor. Das biometrische Merkmal verlässt das Gerät nicht. NIST SP 800-63B-4 lässt Biometrie nur zusammen mit einem physischen Authentisierungsmittel zu, nicht als alleinigen Faktor, und verlangt, dass immer eine nicht-biometrische Alternative angeboten wird. Iris-Erkennung kommt vor allem bei physischem Zutritt und in Hochsicherheitsumgebungen vor, selten bei der Anmeldung an Unternehmensanwendungen.

NIST SP 800-63B-4 verlangt für die höchste Stufe (AAL3) ein phishing-resistentes Verfahren und auf Stufe AAL2, dass mindestens eine phishing-resistente Option angeboten wird. In der Schweiz akzeptiert die Behördenanmeldung AGOV FIDO-Sicherheitsschlüssel.

Marktbild

Zehn Werkzeuge im Vergleich.

Der MFA-Markt teilt sich in Authentisierungsdienste von Identity-Plattformen (Microsoft Entra, Okta, Ping Identity), spezialisierte MFA-Plattformen (Cisco Duo, RSA, Thales), Open-Source-Server für Eigenbetrieb (privacyIDEA, LinOTP) und Hersteller von Sicherheitsschlüsseln und Token (Yubico, Token2). Phishing-resistente Verfahren mit FIDO2/Passkeys sind bei allen geprüften Plattformen ausser LinOTP belegt; mehrere Anbieter (Microsoft, Cisco Duo, Okta, privacyIDEA) sichern Push-Bestätigungen mit Nummern- oder Codeabgleich gegen MFA-Fatigue ab. Für Windows- und macOS-Anmeldungen bieten mehrere Anbieter eigene Credential Provider oder Login-Werkzeuge an. Mit privacyIDEA (NetKnights) und LinOTP (netgo) sind quelloffene Server für den Eigenbetrieb vertreten; Token2 bietet FIDO-Schlüssel ausdrücklich für die Schweizer Behördenanmeldung AGOV an.

Werkzeug
FIDO2
Hardware
Push-Abgleich
OTP
Desktop
SaaS
On-Prem
Microsoft Entra MFA (Microsoft Authenticator, Passkeys)Microsoft
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Cisco Duo MFACisco
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Okta Adaptive MFA (Okta Verify, Okta Device Access)Okta
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PingIDPing Identity
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RSA ID Plus (inkl. SecurID)RSA
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SafeNet Trusted AccessThales
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privacyIDEANetKnights GmbH
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LinOTPnetgo GmbH
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YubiKeyYubico
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n/a
n/a
Token2 FIDO2-Schlüssel und OTP-TokenToken2
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n/a
n/a

FIDO2: FIDO2 oder Passkeys · Hardware: Hardware-Token oder Sicherheitsschlüssel · Push-Abgleich: Push mit Nummern- oder Codeabgleich · OTP: OTP oder Offline-Faktor · Desktop: Windows- oder macOS-Anmeldung · SaaS: als SaaS · On-Prem: On-Premises möglich. ● = auf offizieller Hersteller- oder Projektseite beschrieben, – = nicht belegt (nicht zwingend nicht vorhanden), n/a = für diese Produktgruppe nicht anwendbar. Auswahl nicht abschliessend, keine Rangliste. Stand: Oktober 2026.

Plattformdienst
01

Microsoft Entra MFA (Microsoft Authenticator, Passkeys)

Microsoft

  • SaaS (Teil von Microsoft Entra ID)
  • Ergänzend
Abdeckung

MFA für Entra-ID-Anmeldungen mit Microsoft Authenticator, TOTP und Passkeys (FIDO2) auf Sicherheitsschlüsseln oder in Authenticator.

Schutzmechanismus

Push-Benachrichtigungen in Authenticator verlangen Number Matching; Conditional Access kann über Authentication Strength Passkeys erzwingen.

Integration

Risikobasierte Conditional-Access-Richtlinien verlangen MFA bei erhöhtem Anmelderisiko.

Betrieb und Daten

Clouddienst als Teil von Entra ID; Funktionsumfang abhängig von der Lizenzstufe.

Stärke

MFA und Passkeys direkt im Identity Provider, ohne zusätzliche Plattform.

Grenze

Schützt in erster Linie Entra-gebundene Anmeldungen; ein eigenständiger Windows-Login-Faktor für lokale Konten ist in den geprüften Seiten nicht beschrieben.

Offizielle Produktseite →

02

Okta Adaptive MFA (Okta Verify, Okta Device Access)

Okta

  • SaaS
  • Ergänzend
Abdeckung

Adaptive MFA mit phishing-resistenten Faktoren wie Okta FastPass, FIDO2-WebAuthn-Authenticators und Smartcards (PIV/CAC).

Schutzmechanismus

Okta Verify Number Challenge verhindert das Annehmen betrügerischer Push-Benachrichtigungen.

Integration

Okta Device Access: passwortlose Windows-Anmeldung mit Okta Verify Push, FIDO2-Schlüssel oder Windows Hello sowie Platform SSO für macOS.

Betrieb und Daten

Clouddienst als Teil der Okta-Plattform.

Stärke

MFA mit Kontextsignalen und Desktop-Anmeldung aus derselben Plattform wie SSO.

Grenze

Setzt Okta als Identity Provider voraus; Offline-OTP ist in den geprüften Seiten nicht ausdrücklich beschrieben.

Offizielle Produktseite →

03

PingID

Ping Identity

  • SaaS
  • Primär
  • Thoma Bravo; ForgeRock seit 23.08.2023 mit Ping Identity zusammengeführt
Abdeckung

Methoden: Mobile Push, E-Mail- und SMS-OTP, TOTP-Apps, QR-Codes, Magic Links, FIDO2-gebundene Biometrie und Sicherheitsschlüssel.

Schutzmechanismus

MFA für Windows-Login, Mac-Login und SSH-Anwendungen.

Integration

Integration mit Microsoft Entra ID (Azure AD), AD FS sowie lokalen oder Cloud-Webanwendungen über SSO und Web Access Management.

Betrieb und Daten

PingID ist laut Hersteller ein SaaS-Dienst mit Mobile App für iOS und Android.

Stärke

Breite Faktorauswahl inklusive Desktop- und SSH-Anmeldung, auch neben bestehender Microsoft-Infrastruktur.

Grenze

Nummernabgleich bei Push war auf den geprüften Seiten nicht belegt; Funktionsumfang hängt vom Ping-Paket ab.

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Spezialist
04

Cisco Duo MFA

Cisco

  • SaaS (lokale Komponenten wie Authentication Proxy und Windows Logon)
  • Primär
Abdeckung

MFA für lokale und Cloud-Ressourcen inklusive Active-Directory-verwalteter Systeme, VPN, SaaS, eigene Anwendungen und Offline-Geräte.

Schutzmechanismus

Duo Push und Verified Duo Push (Codeeingabe aus dem Login-Fenster), Passkeys/Plattform- und Roaming-Authenticators, Hardware-Token und Passcodes.

Integration

Duo Authentication for Windows Logon und RDP als Credential Provider, FIDO2-/U2F-Schlüssel (z. B. Yubico) werden dort nur für den Offline-Zugang unterstützt.

Betrieb und Daten

Clouddienst von Cisco; Richtlinien wie Gerätezustand und Betriebssystemversion werden im Admin Panel gesteuert.

Stärke

Breite Abdeckung von VPN, Windows-Login und Anwendungen mit abgesicherter Push-Bestätigung.

Grenze

Der Dienst läuft in der Duo-Cloud; lokale Komponenten vermitteln nur, ein vollständiger Eigenbetrieb ist nicht vorgesehen.

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05

RSA ID Plus (inkl. SecurID)

RSA

  • SaaS / Hybrid / On-Premises
  • Primär
Abdeckung

Methoden: FIDO2 und Passkeys, Mobile Push, Biometrie, OTP, QR-Code, SMS/Voice, Hardware-Token (SID700, DS100) und Drittanbieter-Authenticators.

Schutzmechanismus

Hybride MFA mit Offline-Authentisierung als Rückfallebene bei Cloud-Ausfällen.

Integration

Federation, RADIUS, Windows (QR-Code), macOS und Linux.

Betrieb und Daten

Für Cloud-, Hybrid- und On-Premises-Umgebungen beschrieben, mit Ausrichtung auf Behörden, Finanzbranche und hohe Sicherheitsanforderungen.

Stärke

Hybrider Betrieb mit Offline-Faktoren und Hardware-Token für Umgebungen mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen.

Grenze

Nummernabgleich bei Push ist auf der Produktseite nicht beschrieben; Migrationspfad von klassischen SecurID-Token zu FIDO2 ist zu planen.

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06

SafeNet Trusted Access

Thales

  • SaaS
  • Primär
Abdeckung

Zugriffs- und MFA-Dienst mit Smart Single Sign-On für Cloud-Anwendungen.

Schutzmechanismus

Kontextbezogene bzw. adaptive Authentisierung und Unterstützung hochsicherer FIDO-Geräte.

Integration

Thales führt FIDO-Passkeys und Geräte sowie On-Prem-Managementplattformen als eigene Produktlinien neben dem Dienst.

Betrieb und Daten

Laut Hersteller als SaaS bereitgestellt.

Stärke

MFA-Dienst und Hardware-Portfolio (FIDO, Token, PKI) aus einer Hand für regulierte Umgebungen.

Grenze

Push-Nummernabgleich, OTP-Varianten und Desktop-Login sind auf der Produktseite nicht ausgeführt; Details nur über Produktdokumentation prüfbar.

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Open Source
07

privacyIDEA

NetKnights GmbH

  • Open Source (AGPLv3), Self-Hosted auf Linux; Enterprise Edition von NetKnights
  • Primär
Abdeckung

Authentisierungsserver für OTP-Token, Challenge-Response, U2F, YubiKeys, SSH-Schlüssel, X.509-Zertifikate, WebAuthn und Passkeys.

Schutzmechanismus

Push-Token mit optionaler Präsenzprüfung, bei der eine falsche Antwort die Anmeldung nicht freigibt.

Integration

REST-API mit JWT; privacyIDEA Credential Provider für die Windows-Anmeldung.

Betrieb und Daten

Läuft auf Linux und vollständig unter AGPLv3; Eigenbetrieb, die Daten liegen auf dem eigenen Server.

Stärke

Datensouveräner Token- und Richtlinienserver mit breiter Faktorauswahl.

Grenze

Betrieb, Hochverfügbarkeit und Integrationen liegen beim Betreiber; Herstellersupport nur über die Enterprise Edition.

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08

LinOTP

netgo GmbH

  • Open Source (AGPLv3/GPLv2), Self-Hosted; LinOTP Cloud
  • Primär
Abdeckung

Open-Source-OTP-Lösung für Zwei-Faktor-Authentisierung auf Enterprise-Niveau.

Schutzmechanismus

Push-Token und Offline-OTP-Authentisierung (ab LinOTP 3).

Integration

Hochverfügbarkeit laut Hersteller ohne Zusatzaufwand.

Betrieb und Daten

Betrieb als LinOTP Cloud oder On-Premises; netgo GmbH bietet Enterprise-Support.

Stärke

Offener OTP-Server mit Wahl zwischen Eigenbetrieb und Cloud.

Grenze

FIDO2, Hardware-Schlüssel und Desktop-Anmeldung sind auf der Projektseite nicht beschrieben; der Schwerpunkt liegt auf OTP.

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Hardware
09

YubiKey

Yubico

  • Hardware-Sicherheitsschlüssel (Bezug auch als Abonnement)
  • Primär
Abdeckung

Sicherheitsschlüssel mit FIDO2/WebAuthn, U2F, Smartcard (PIV), OpenPGP und OTP über USB-A, USB-C, Lightning und NFC.

Schutzmechanismus

Phishing-resistente, gerätegebundene Anmeldung durch Berührung; Varianten mit Fingerabdruckerkennung.

Integration

Windows-Login mit Entra ID über Smartcard-Funktion sowie Yubico Login for Windows für lokale Konten.

Betrieb und Daten

Hardware-Schlüssel ohne Cloud-Abhängigkeit im Betrieb; für Organisationen ab 500 Benutzern als Abonnement erhältlich.

Stärke

Phishing-resistenter Hardware-Faktor, der mit vielen Identity Providern zusammenarbeitet.

Grenze

Kein eigenständiger MFA-Dienst; Beschaffung, Ersatz, Registrierung und Wiederherstellung sind organisatorisch zu lösen.

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10

Token2 FIDO2-Schlüssel und OTP-Token

Token2

  • Hardware-Token und Sicherheitsschlüssel
  • Primär
Abdeckung

FIDO2- und U2F-Schlüssel, programmierbare und klassische TOTP-Hardware-Token sowie PGP- und PIV-Funktionen.

Schutzmechanismus

Phishing-resistente FIDO2-Schlüssel sowie passwortlose Anmeldung für Teams.

Integration

FIDO-Schlüssel für die Schweizer Behördenanmeldung AGOV werden ausdrücklich angeboten; programmierbare OTP-Token lassen sich mit eigenen Seeds laden.

Betrieb und Daten

Batteriebetriebene TOTP-Token arbeiten laut Hersteller ohne Telefon, App oder Cloud-Abhängigkeit.

Stärke

Hardware-Faktoren einschliesslich programmierbarer TOTP-Token als Ersatz für Smartphone-Apps.

Grenze

Kein eigener MFA-Dienst und kein Desktop-Login-Werkzeug belegt; Hersteller mit Sitz in Genf («Headquartered in Geneva, Switzerland»).

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Weitere Kandidaten

Weitere Anbieter

Kurz eingeordnet, ausserhalb der Vergleichsmatrix.

  • Futurae: Authentisierungsplattform aus Zürich mit Fokus auf Kunden- und Banking-Apps; gehört eher zur Klasse Customer Identity
  • Silverfort: erweitert MFA ohne Agenten auf Protokolle wie Kerberos und NTLM; Schwerpunkt Identity Protection/ITDR
  • HYPR: passwortlose Workforce-Authentisierung
  • ESET Secure Authentication: MFA für Windows-Login, RDP und VPN
  • Swissbit iShield Key: FIDO2-Sicherheitsschlüssel von Swissbit
  • Google Titan Security Key, Feitian: weitere FIDO-Sicherheitsschlüssel
Einführung und Betrieb

Vom Faktor
zur Richtlinie.

  • Alle Anmeldewege erheben, auch die vergessenen: Legacy-Protokolle (z. B. IMAP, POP, SMTP-Auth), Dienstkonten, Fernwartung und Partnerzugänge. Wege ohne MFA-Fähigkeit sperren oder mit Frist ersetzen.
  • Phishing-resistente Faktoren zuerst für Administratoren, Fernzugriff und Zahlungsfreigaben verpflichtend machen, danach für alle Mitarbeitenden.
  • Die Registrierung neuer Faktoren absichern: nur aus vertrauenswürdigem Kontext oder mit identitätsgeprüftem Erstzugang, nicht per Selbstbedienung direkt nach einer Passwortanmeldung.
  • SMS und Sprachanruf als Rückfalloption mit festem Datum auslaufen lassen.
Kennzahlen
  • Anteil Konten mit phishing-resistentem Faktor, getrennt nach Administratoren und übrigen Mitarbeitenden
  • Anzahl erfolgreicher Anmeldungen über Protokolle ohne MFA
  • Anzahl Faktor-Zurücksetzungen pro Monat und Anteil mit dokumentierter Identitätsprüfung
Verantwortung

Das IAM-Team verantwortet Richtlinien und Faktoren, der Service Desk die Identitätsprüfung bei Zurücksetzungen. Security legt fest, welche Zugänge welche Stärke der Anmeldung erfordern.

Regulatorischer Bezug

NIS2 Art. 21 Abs. 2 lit. j nennt Lösungen zur Multi-Faktor- oder kontinuierlichen Authentifizierung; DORA Art. 9 Abs. 4 lit. d verlangt von Finanzunternehmen starke Authentifizierungsmechanismen auf Basis einschlägiger Normen.

ISO/IEC 27001:2022 Annex A 8.5 (sichere Authentisierung) und 5.17 (Authentisierungsinformationen); NIST SP 800-63B-4 verlangt auf der höchsten Stufe AAL3 phishing-resistente Authentisierung.

Häufige Fehlannahme

MFA beendet Kontoübernahmen nicht. Angreifer stehlen Sitzungs-Token nach erfolgreicher Anmeldung oder überreden den Service Desk zur Zurücksetzung; kurze Sitzungsdauer und strenge Rücksetzprozesse gehören dazu.

Auswahlprüfung

Mit dem Angriffsweg testen.

  • Phishing: Passkey oder FIDO2 mit realer Zielanwendung prüfen, nicht nur behaupten.
  • Recovery: Konto-Wiederherstellung darf die stärkste Anmeldung nicht aushebeln.
  • Legacy: VPN, RDP und ältere Anwendungen brauchen einen klaren Migrationspfad.
  • Administratoren: Besonders wirksame Zugänge müssen stärker geschützt werden als der Durchschnitt.
Zusammenhang

Die angrenzenden Klassen.

MFA ist die Nachweisstufe der Anmeldung. SSO bündelt den Anmeldeweg; PAM baut darauf für privilegierte Sitzungen auf.

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Security Tool Navigator · Gebiet 03

Im Gebiet Identity Security einordnen.

Diese Werkzeugklasse gehört zum Gebiet Identity Security. Der Gebietshub zeigt, wie die Werkzeugklassen zusammenwirken, wo sie sich abgrenzen und welche Fragen CIO und CISO jeweils klären.