STOP.LI · Identity und Access · Werkzeugvergleich

PAMWerkzeuge.

Privileged Access Management schützt Zugriffe, die Systeme verändern, Daten weitreichend lesen oder Sicherheitsgrenzen umgehen können. Die Plattform steuert Geheimnisse, Sitzungen, zeitlich begrenzte Rechte und die nachträgliche Nachvollziehbarkeit.

Einordnung

Adminrechte sind kein Normalzustand.

PAM reduziert dauerhafte privilegierte Zugänge. Entscheidend ist nicht allein ein Passwort-Tresor: Zugang, Genehmigung, Session, Aufzeichnung, Ablauf und Entzug müssen als eine kontrollierte Kette funktionieren.

Abgrenzung

IGA steuert, ob ein Recht bestehen darf. PAM kontrolliert, wie besonders wirksame Rechte genutzt werden. Secrets Management betrifft vor allem nicht-menschliche Identitäten und Entwicklungsumgebungen.

Sitzungsaufzeichnung

Wer schaut zu,
und wann.

Eine Aufzeichnung privilegierter Sitzungen wirkt nur, wenn festgelegt ist, wer sie wann auswertet. Fehlt diese Antwort, ist die Aufzeichnung ein Archiv ohne Kontrolle. In Prüfungen und regulierten Umgebungen wird genau danach gefragt. Niemand schaut sich alle Aufzeichnungen an; tragfähig ist ein Modell mit vier Auslösern.

01LiveFür Tier-0-Systeme und kritische Eingriffe: zweite Person schaut mit, kann die Sitzung abbrechen (Vier-Augen-Prinzip).
02AlarmRegeln auf Befehle und Ereignisse, zum Beispiel neues Admin-Konto, gelöschte Protokolle, deaktivierter Sicherheitsagent. Sichtung innert fester Frist.
03AnlassÄnderung ohne Ticket, Störung, Sicherheitsvorfall oder konkreter Verdacht.
04StichprobePeriodisch und risikobasiert nach Systemklasse, mit dokumentiertem Ergebnis.
Frage Antwort, die eine Prüfung trägt
Wer prüft? Eine vom Betrieb unabhängige Stelle, zum Beispiel Security Operations oder die zweite Linie. Nie das Admin-Team selbst. Bei externen Dienstleistern prüft der Auftraggeber.
Wie wird geprüft? Zuerst Metadaten und Befehlsprotokoll durchsuchen, das Video gezielt an der Fundstelle ansehen. Das Video dient als Beweis, nicht als Suchwerkzeug.
Was wird festgehalten? Prüfprotokoll mit Sitzung, Prüfer, Datum, Befund und Massnahme. Der Zugriff auf Aufzeichnungen wird selbst protokolliert.
Wie lange wird aufbewahrt? Frist im Reglement festlegen und technisch durchsetzen; länger aufbewahren nur bei laufendem Vorfall.
Was wird gemessen? Anteil gesichteter Alarme innert Frist, Anzahl Stichproben je Periode, offene Befunde.

Grenzen in der Schweiz

Art. 26 der Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV 3) verbietet Systeme, die das Verhalten der Mitarbeitenden überwachen sollen. Aufzeichnungen aus anderen Gründen, etwa der Sicherheit, sind zulässig, soweit sie verhältnismässig sind (Art. 328b OR, DSG, Wegleitung des SECO): Auswertung nach Anlass oder stichprobenweise, nicht zur systematischen Leistungskontrolle. Art. 26 ArGV 3 und Art. 328b OR binden den Arbeitgeber. Gegenüber Mitarbeitenden externer Dienstleister ist der Auftraggeber nicht Arbeitgeber; für ihn gilt das DSG, die Anforderungen sind vertraglich zu regeln. Die betroffenen Administratorinnen und Administratoren werden vorgängig im Reglement informiert.

Bezug: ISO/IEC 27001:2022 Annex A 8.2 (privilegierte Zugriffsrechte), 8.15 (Protokollierung) und 8.16 (Überwachung von Aktivitäten). DORA Art. 9 Abs. 4 lit. c verlangt, den physischen oder logischen Zugang auf das Erforderliche zu beschränken. Ein dokumentiertes Prüfmodell ist der Nachweis, dass diese Kontrollen wirken.

Marktbild

Sechzehn Werkzeuge im Vergleich.

Der PAM-Markt besteht aus breiten PAM-Suiten mit Tresor, Sitzungsvermittlung und Endpunkt-Modul (Idira, BeyondTrust, Delinea, Segura, One Identity, Netwrix, ManageEngine, WALLIX, Fudo, Keeper), cloud-nativen Zugriffsdiensten für Infrastruktur mit kurzlebigen Berechtigungen (StrongDM, Teleport, HashiCorp Boundary), PAM-Modulen von Identity-Plattformen (Okta, Microsoft Entra) und der Open-Source-Plattform JumpServer. Die Konsolidierung setzt sich fort: Palo Alto Networks hat die Übernahme von CyberArk am 11.02.2026 abgeschlossen und führt die Produkte unter der Marke Idira, Delinea hat die Übernahme von StrongDM am 05.03.2026 abgeschlossen, BeyondTrust hat am 16.04.2024 eine Vereinbarung zur Übernahme von Entitle (Just-in-Time-Zugriff) bekanntgegeben, und HashiCorp (Boundary) ist seit 27.02.2025 Teil von IBM. Just-in-Time-Zugriff und Zero Standing Privileges werden von fast allen Anbietern als Ergänzung oder Ersatz des klassischen Tresors beschrieben. Mit WALLIX (Paris) und Fudo Security (Warschau) sind Anbieter mit EU-Sitz vertreten.

Werkzeug
Tresor
Sitzung
Just-in-Time
Endpunkt
DevOps
SaaS
On-Prem
Idira Privileged Access Manager (vormals CyberArk PAM, mit Endpoint Privilege Manager)Palo Alto Networks (vormals CyberArk)
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BeyondTrust Password Safe (mit Endpoint Privilege Management)BeyondTrust
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Delinea Secret Server und Privilege Manager (Delinea Platform)Delinea
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Segura PAM Core (mit Endpoint Privilege Manager und DevOps Secret Manager)Segura (vormals senhasegura)
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WALLIX PAM (Bastion, WALLIX One)WALLIX
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One Identity Safeguard (Privileged Passwords, Privileged Sessions, Safeguard On Demand)One Identity
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Netwrix Privilege Secure (mit Endpoint Privilege Manager)Netwrix
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ManageEngine PAM360ManageEngine (Division der Zoho Corp.)
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KeeperPAMKeeper Security
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Fudo Enterprise (Fudo PAM) und Fudo ConnectFudo Security
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StrongDMStrongDM (Delinea)
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TeleportTeleport (Gravitational)
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HashiCorp BoundaryHashiCorp (IBM)
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Okta Privileged AccessOkta
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Microsoft Entra Privileged Identity Management (PIM)Microsoft
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JumpServerFIT2CLOUD
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Tresor: Passworttresor und Rotation · Sitzung: Sitzungsvermittlung und -aufzeichnung · Just-in-Time: Just-in-Time oder Zero Standing Privileges · Endpunkt: Endpunkt-Rechteverwaltung · DevOps: Secrets für Anwendungen und DevOps · SaaS: als SaaS · On-Prem: On-Premises möglich. ● = auf offizieller Hersteller- oder Projektseite beschrieben, – = nicht belegt (nicht zwingend nicht vorhanden). Auswahl nicht abschliessend, keine Rangliste. Stand: Oktober 2026.

PAM-Suite
01

Idira Privileged Access Manager (vormals CyberArk PAM, mit Endpoint Privilege Manager)

Palo Alto Networks (vormals CyberArk)

  • SaaS / Self-Hosted
  • Primär
  • seit 2026 Teil von Palo Alto Networks (Übernahme CyberArk abgeschlossen 11.02.2026); Produkte unter der Marke Idira
Abdeckung

Idira fasst Tresor und Rotation, Zero Standing Privileges und Sitzungsisolation für privilegierte Konten, externe Dienstleister und Cloud-Konsolen zusammen.

Schutzmechanismus

Privilegierte Sitzungen werden vermittelt, isoliert und aufgezeichnet; riskante Sitzungen können laut Hersteller automatisch beendet werden.

Integration

Endpoint Privilege Manager ersetzt dauerhafte lokale Adminrechte durch Just-in-Time-Erhöhung auf Windows, Windows Server, macOS und Linux; Idira Secrets Manager ergänzt den Tresor für Anwendungen.

Betrieb und Daten

Angeboten als SaaS und als Self-Hosted-Variante; Palo Alto Networks beschreibt einen Migrationspfad von Self-Hosted zu SaaS.

Stärke

Breiter Funktionsumfang von Tresor über Sitzungsaufzeichnung bis Endpunkt-Rechte in einer Produktfamilie.

Grenze

Marke, Produktnamen und Paketzuschnitt sind nach der Übernahme durch Palo Alto Networks im Umbau; Modulumfang und Lizenzierung vor der Auswahl klären.

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02

BeyondTrust Password Safe (mit Endpoint Privilege Management)

BeyondTrust

  • SaaS / Appliance (physisch oder virtuell) / Cloud (AWS, Azure)
  • Primär
Abdeckung

Password Safe erkennt, übernimmt, speichert und rotiert Zugangsdaten, Schlüssel und Secrets und protokolliert privilegierte Sitzungen für Compliance und Forensik.

Schutzmechanismus

Sitzungen können aufgezeichnet und bei verdächtigem Verhalten gesperrt werden; Just-in-Time-Zugriff soll statische Secrets ersetzen.

Integration

Secrets für DevOps-Werkzeuge und CI/CD-Prozesse; Endpoint Privilege Management entfernt lokale Adminrechte auf Windows, macOS und Linux.

Betrieb und Daten

Betrieb als physische oder virtuelle Appliance (vSphere, Hyper-V), in AWS oder Azure; Password Safe wird seit 2020 auch als SaaS angeboten.

Stärke

Kombination aus Tresor, Sitzungskontrolle und Endpunkt-Rechteverwaltung mit wählbarer Betriebsform.

Grenze

Remote-Zugriff, Password Safe und Endpunkt-Modul sind getrennte Produkte; der abgerufene Produkttext unterscheidet SaaS- und Appliance-Funktionsumfang nicht.

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03

Delinea Secret Server und Privilege Manager (Delinea Platform)

Delinea

  • SaaS / On-Premises
  • Primär
Abdeckung

Secret Server ist ein Tresor für Admin-, Root-, Dienst- und Anwendungskonten mit Erkennung, Passwortrotation und Sitzungsüberwachung.

Schutzmechanismus

Check-in/Check-out, rollenbasierter Zugriff und Freigabe-Workflows; jede privilegierte Sitzung wird aufgezeichnet und überwacht.

Integration

Privilege Manager entfernt Adminrechte auf Windows- und Mac-Arbeitsplätzen und steuert Anwendungen; die Delinea Platform führt Just-in-Time und Zero Standing Privilege als Fähigkeit.

Betrieb und Daten

Die Dokumentation führt Secret Server als On-Premises- und Cloud-Variante.

Stärke

Tresor und Sitzungsaufzeichnung mit Erkennung, Passwortrotation und Freigabe-Workflows, ergänzt um Endpunkt-Rechte.

Grenze

Die Plattform wächst durch Zukäufe (zuletzt StrongDM); welche Komponenten in welchem Paket und in welcher Betriebsform enthalten sind, ist vor der Auswahl zu klären.

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04

Segura PAM Core (mit Endpoint Privilege Manager und DevOps Secret Manager)

Segura (vormals senhasegura)

  • SaaS / On-Premises (virtuelle oder physische Appliance)
  • Primär
Abdeckung

Tresor und automatische Passwortrotation, Privileged Session Management sowie Just-in-Time- und Just-Enough-Access für IT-, OT- und Cloud-Umgebungen.

Schutzmechanismus

Privilegierte Sitzungen werden mit Video und Tastatureingaben aufgezeichnet und können wiedergegeben werden.

Integration

Endpoint Privilege Manager für Just-in-Time-Erhöhung auf Endpunkten; DevOps Secret Manager für Anwendungen, Datenbanken und CI/CD-Werkzeuge.

Betrieb und Daten

Betrieb als SaaS oder auf eigener Infrastruktur; die Software wird als virtuelle oder physische Appliance ausgeliefert.

Stärke

Breiter Funktionsumfang in einer Appliance ohne zusätzliche Server je Komponente.

Grenze

Hauptsitz in São Paulo (Brasilien); Supportstruktur und Datenstandort der SaaS-Variante sind für CH/DE-Einsätze zu klären.

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05

WALLIX PAM (Bastion, WALLIX One)

WALLIX

  • SaaS (WALLIX One) / On-Premises
  • Primär
Abdeckung

Steuert den Zugriff auf privilegierte Systeme, zeichnet Sitzungen auf, speichert und rotiert Zugangsdaten und erweitert die Kontrolle auf Browser-Anwendungen, agentenlos über IT und OT.

Schutzmechanismus

Aufgezeichnete, durchsuchbare Sitzungen; Just-in-Time-PAM und Fernzugriff für Dienstleister ohne VPN.

Integration

PEDM entfernt lokale Adminrechte auf Anwendungs- und Prozessebene; Secret Management mit App-to-App-Brokering und CI/CD-Automatisierung.

Betrieb und Daten

Betrieb im eigenen Rechenzentrum oder als SaaS-Dienst WALLIX One, bei dem WALLIX den Betrieb übernimmt; Sitz der WALLIX-Gruppe in Paris.

Stärke

Europäischer Anbieter mit Bastion-Ansatz, der ausdrücklich OT-Umgebungen einschliesst.

Grenze

Die Produktseite nennt Fähigkeiten in Reifestufen; welcher Umfang in WALLIX One und welcher nur im Eigenbetrieb verfügbar ist, ist zu klären.

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06

One Identity Safeguard (Privileged Passwords, Privileged Sessions, Safeguard On Demand)

One Identity

  • Hardware-Appliance / virtuelle Appliance / SaaS (Safeguard On Demand)
  • Primär
Abdeckung

Safeguard verbindet einen Passworttresor für privilegierte Konten mit der Steuerung, Überwachung und Aufzeichnung privilegierter Sitzungen von Administratoren und Dienstleistern.

Schutzmechanismus

Zugangsdaten werden zeit-, nutzungs- oder manuell gesteuert geändert; Anfragen können automatisch oder mit Mehrfachfreigabe genehmigt werden.

Integration

Sitzungsaktivitäten werden erfasst, indexiert und manipulationsgeschützt gespeichert; Safeguard On Demand ergänzt privilegierte Analysen.

Betrieb und Daten

Safeguard for Privileged Passwords läuft als Hardware- oder virtuelle Appliance; Safeguard On Demand wird als SaaS aus der Cloud betrieben.

Stärke

Tresor und Sitzungsaufzeichnung wahlweise als Hardware- oder virtuelle Appliance oder als SaaS.

Grenze

Just-in-Time-Zugriff und Endpunkt-Rechte sind auf den abrufbaren Seiten nicht beschrieben; die Herstellerseiten waren für automatisierte Abrufe teilweise gesperrt.

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07

Netwrix Privilege Secure (mit Endpoint Privilege Manager)

Netwrix

  • On-Premises
  • Primär
Abdeckung

Ersetzt dauerhafte Adminkonten durch temporäre Berechtigungen, die bei Bedarf erstellt und nach der Nutzung entfernt werden (ehemals SBPAM und Remediant).

Schutzmechanismus

Zero Standing Privilege mit Freigabe je Sitzung; Sitzungen werden überwacht und für Audit und Forensik aufgezeichnet.

Integration

Verwaltete Konten werden gespeichert und nach Richtlinie rotiert; Endpoint Privilege Manager deckt Rechteerhöhung auf Windows und macOS ab.

Betrieb und Daten

Der Hersteller führt eine On-Premises-Bereitstellung; ein SaaS-Angebot ist auf den abgerufenen Seiten nicht beschrieben.

Stärke

Ansatz ohne dauerhafte Adminkonten mit enger Bindung an Active Directory.

Grenze

Schwerpunkt Windows und Active Directory; Secrets für Anwendungen und ein SaaS-Betrieb sind nicht belegt.

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08

ManageEngine PAM360

ManageEngine (Division der Zoho Corp.)

  • On-Premises (Cloud-Variante als Beta)
  • Primär
Abdeckung

Erkennt privilegierte Konten im Netz und übernimmt sie in einen AES-256-verschlüsselten Tresor mit rollenbasierten Rechten; SSH-Schlüssel werden erkannt und periodisch rotiert.

Schutzmechanismus

Sitzungen können live mitverfolgt und als Video archiviert werden; Domänenkonten erhalten erhöhte Rechte Just-in-Time und werden danach zurückgesetzt.

Integration

Endpunkt-Rechteverwaltung mit Entzug lokaler Adminkonten und Anwendungssteuerung; APIs gegen fest codierte Zugangsdaten und Integration in CI/CD-Pipelines.

Betrieb und Daten

Die Testversion wird für On-Premises angeboten; eine Cloud-Variante ist auf der Produktseite als Beta gekennzeichnet.

Stärke

Breiter operativer Funktionsumfang einschliesslich SSH-Schlüsseln und Endpunkt-Rechten in einem Produkt.

Grenze

SaaS-Betrieb ist nur als Beta ausgewiesen; Skalierung und Integration in bestehende Werkzeuge sind im Pilot zu prüfen.

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09

KeeperPAM

Keeper Security

  • SaaS (mit Keeper Gateway in der Kundenumgebung)
  • Primär
Abdeckung

Verwaltet den Zugriff auf Server, Web-Anwendungen, Datenbanken und Workloads; das Keeper Gateway erkennt Maschinen, Konten und Zugangsdaten und übernimmt sie in den Tresor.

Schutzmechanismus

Passwortrotation, Just-in-Time-Zugriff und Zero Standing Privileges; Sitzungen über SSH, RDP, VNC, Datenbanken und Browser werden mit Bildschirm und Tastatur aufgezeichnet.

Integration

Endpoint Privilege Manager für Windows, Linux und macOS; Keeper Secrets Manager für CI/CD, Terraform und eigene Software.

Betrieb und Daten

Cloud-nativer Dienst mit Zero-Knowledge-Architektur; Aufzeichnungen werden verschlüsselt in der Cloud gespeichert.

Stärke

Tresor, Sitzungen, Endpunkt-Rechte und Secrets in einem Cloud-Dienst ohne eigene Serverinfrastruktur ausser dem Gateway.

Grenze

Kein Eigenbetrieb des Gesamtsystems; Speicherort der Sitzungsaufzeichnungen und Datenregion sind für CH/DE-Anforderungen zu prüfen.

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10

Fudo Enterprise (Fudo PAM) und Fudo Connect

Fudo Security

  • On-Premises / Hybrid (Fudo Enterprise) / SaaS (Fudo Connect)
  • Primär
Abdeckung

Agentenloses Gateway für RDP-, SSH-, Datenbank- und Web-Sitzungen mit Tresor, Freigaben und Verhaltensanalyse.

Schutzmechanismus

Verschlüsselter Tresor mit automatischer Rotation von Passwörtern und SSH-Schlüsseln, die in Sitzungen eingesetzt werden, ohne sie offenzulegen; verdächtige Sitzungen werden pausiert oder beendet.

Integration

Betrieb im Bastion-, Proxy- oder Tunnel-Modus ohne Änderung an Zielsystemen; Anbindung an Active Directory, Entra ID und Okta.

Betrieb und Daten

Fudo Enterprise läuft on-premises, hybrid oder in Multi-Cloud-Umgebungen; Fudo Connect ist ein cloud-nativer Fernzugriffsdienst mit Sitzungsaufzeichnung. Sitz in Warschau.

Stärke

Europäischer Anbieter mit Schwerpunkt Sitzungskontrolle für Dienstleisterzugriff ohne Agenten auf Zielsystemen.

Grenze

Endpunkt-Rechte und Secrets für Anwendungen sind nicht beschrieben; Fudo Connect deckt nur den Fernzugriff ab, nicht den vollen PAM-Umfang.

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Cloud-nativer Infrastrukturzugriff
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StrongDM

StrongDM (Delinea)

  • Steuerungsebene beim Hersteller, Gateways und Relays in der Kundenumgebung
  • Primär
  • seit 2026 Teil von Delinea (Übernahme abgeschlossen 05.03.2026)
Abdeckung

Zugriff auf Datenbanken, Kubernetes, Server und Cloud-Infrastruktur über ein gemeinsames Gateway, mit Zugangsdaten, die per Proxy eingesetzt und nicht offengelegt werden.

Schutzmechanismus

Just-in-Time-Zugriff mit Freigabe in Slack, Teams oder ITSM; Anfragen, Aktionen und Freigaben werden protokolliert und Sitzungen aufgezeichnet.

Integration

StrongDM Vault verwaltet und rotiert Zugangsdaten (Enterprise-Plan); Anbindung an Delinea Secret Server, HashiCorp Vault sowie Secrets-Dienste von AWS, Azure und Google Cloud.

Betrieb und Daten

Gateways und Relays laufen auf kundeneigenen Linux-Hosts, in Docker oder Kubernetes und verbinden sich mit der StrongDM-Steuerungsebene.

Stärke

Einheitlicher, kurzlebiger Zugriff auf moderne Infrastruktur und Datenbanken mit Sitzungsaufzeichnung.

Grenze

Die Einbindung in die Delinea-Plattform ist im Gang (Preisseite leitet auf Delinea-Pakete um); Betriebsmodell der Steuerungsebene ist auf den Seiten nicht ausdrücklich als SaaS beschrieben.

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12

Teleport

Teleport (Gravitational)

  • SaaS (Teleport Enterprise Cloud) / Self-Hosted; Quellcode unter AGPL-3.0
  • Primär
Abdeckung

Zugriff auf Server, Kubernetes, Datenbanken, Desktops, Web-Anwendungen und Cloud-Konsolen über kurzlebige Identitäten statt gespeicherter Passwörter («Vault-free Privileged Access»).

Schutzmechanismus

Just-in-Time-Zugriffsanfragen mit Freigabe über Slack, Jira, ServiceNow und weitere Systeme; Sitzungen für SSH, Kubernetes und Desktops werden aufgezeichnet.

Integration

Machine & Workload Identity ersetzt statische Secrets in CI/CD-Pipelines und Infrastructure-as-Code durch kurzlebige Identitäten.

Betrieb und Daten

Betrieb als Teleport Enterprise Cloud oder selbst gehostet; Aufzeichnungen und Audit-Logs können in eigener Infrastruktur gespeichert werden.

Stärke

Zugriff ohne dauerhafte Zugangsdaten für moderne Infrastruktur, mit Open-Source-Kern.

Grenze

Kein klassischer Passworttresor mit Rotation; Eignung für Altsysteme und klassische Tresoranforderungen ist im Pilot zu prüfen. Community-Edition-Binärdateien stehen unter einer modifizierten Apache-2.0-Lizenz.

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HashiCorp Boundary

HashiCorp (IBM)

  • SaaS (HCP Boundary) / Self-Managed (Boundary Enterprise)
  • Primär
  • seit 2025 Teil von IBM (Übernahme HashiCorp abgeschlossen 27.02.2025)
Abdeckung

Vermittelt Verbindungen in private Netze zu Hosts und kritischen Systemen ohne Bastion-Hosts oder VPN und ohne Verteilung von Zugangsdaten.

Schutzmechanismus

Just-in-Time- und Least-Privilege-Netzwerkzugriff; Zugangsdaten werden in Sitzungen eingesetzt, kurzlebige dynamische Zugangsdaten über HashiCorp Vault erzeugt.

Integration

Aufzeichnung von SSH- und RDP-Sitzungen in einen externen Speicher-Bucket mit Wiedergabe und Export.

Betrieb und Daten

HCP Boundary ist ein verwaltetes Angebot mit Steuerungsebene bei HashiCorp und optionalen Workers in der Kundenumgebung; Boundary Enterprise wird selbst betrieben.

Stärke

Sitzungsvermittlung mit kurzlebigen Zugangsdaten in enger Kopplung an HashiCorp Vault.

Grenze

Kein eigener Passworttresor; Rotation und Tresorfunktionen setzen HashiCorp Vault oder einen anderen Tresor voraus.

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Modul einer Identity-Plattform
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Okta Privileged Access

Okta

  • SaaS (Teil von Okta Workforce Identity Cloud), Agenten und Gateway in der Kundenumgebung
  • Ergänzend
Abdeckung

Privilegierter Zugriff auf Linux- und Windows-Server, Tresor für lokale Serverkonten, Dienst- und Notfallkonten sowie SaaS-Dienstkonten.

Schutzmechanismus

Zeitlich begrenzter Just-in-Time-Zugriff gegen dauerhafte Adminrechte; SSH- und RDP-Sitzungen werden aufgezeichnet.

Integration

Tresor und Rotation für API-Schlüssel, AD-, Dienst- und Datenbankkonten, abrufbar durch Menschen und Maschinen ohne fest codierte Zugangsdaten.

Betrieb und Daten

Cloud-Dienst von Okta; ein Server-Agent läuft auf den Zielsystemen, ein optionales Gateway dient als Proxy; SSH- und RDP-Sitzungen können aufgezeichnet werden.

Stärke

PAM eng verknüpft mit SSO und Identity Governance derselben Plattform.

Grenze

Setzt Okta als Identity-Plattform voraus; Endpunkt-Rechteverwaltung und Eigenbetrieb sind nicht beschrieben.

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15

Microsoft Entra Privileged Identity Management (PIM)

Microsoft

  • SaaS (Teil von Microsoft Entra ID, lizenzpflichtig)
  • Ergänzend
Abdeckung

Just-in-Time-Zugriff auf privilegierte Rollen in Microsoft Entra ID, Azure-Ressourcen und Gruppen.

Schutzmechanismus

Zeit- und freigabebasierte Rollenaktivierung mit MFA-Prüfung, Begründung und befristeten Zuweisungen.

Integration

Freigabeanfragen und Benachrichtigungen an delegierte Genehmigende; Verlängerung und Erneuerung ablaufender Zuweisungen.

Betrieb und Daten

Funktion des Cloud-Dienstes Microsoft Entra ID; Nutzung erfordert gesonderte Lizenzen.

Stärke

Just-in-Time für Microsoft-Cloud-Rollen ohne zusätzliche Infrastruktur.

Grenze

Deckt nur Rollen in Entra ID und Azure ab; kein Tresor, keine Sitzungsaufzeichnung und keine Abdeckung lokaler Server oder Netzgeräte.

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Open Source
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JumpServer

FIT2CLOUD

  • Self-Hosted (Docker, Kubernetes); Open Source unter GPL-3.0, Enterprise-Ausgabe
  • Primär
Abdeckung

Bastion-Host für SSH, RDP, VNC, Datenbanken, Websites und Kubernetes mit Tresor für privilegierte Konten auf Linux, Windows, Datenbanken, Netzgeräten und Cloud-Plattformen.

Schutzmechanismus

Automatische Passwortrotation mit Richtlinien, vollständige Videoaufzeichnung und Wiedergabe von Sitzungen.

Integration

Just-in-Time-Zugriff mit zeitlich begrenzter, mehrstufiger Freigabe; Synchronisation von Cloud-Ressourcen.

Betrieb und Daten

Quellcode unter GPL-3.0 auf GitHub; Betrieb mit Docker oder Helm-Charts in eigener Infrastruktur.

Stärke

Vollständiger Bastion- und Tresoransatz als quelloffene Software in eigener Hand.

Grenze

Hersteller FIT2CLOUD; Supportverfügbarkeit, Sprachen und Herkunft der Software sind für CH/DE-Einsätze zu prüfen.

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Weitere Kandidaten

Weitere Anbieter

Kurz eingeordnet, ausserhalb der Vergleichsmatrix.

  • Saviynt Cloud PAM: PAM-Modul der Saviynt-Plattform mit Just-in-Time Access
  • Imprivata Privileged Access Management: PAM-Angebot von Imprivata mit Schwerpunkt Gesundheitswesen
  • ARCON PAM: PAM-Anbieter aus Indien
  • One Identity Privilege Manager for Windows / for Sudo: Endpunkt- und Sudo-Rechteverwaltung von One Identity
  • Delinea DevOps Secrets Vault: Secrets für Pipelines; bisherige Produkt-URL leitet auf eine allgemeine Plattformseite um (siehe Klasse secrets-management)
  • Microsoft Entra Permissions Management / Azure Bastion: Cloud-Berechtigungs- bzw. Jump-Host-Dienste ohne Tresor und Sitzungsaufzeichnung; eher CIEM bzw. Netzwerkzugang
  • Apache Guacamole: clientloses Remote-Desktop-Gateway mit Aufzeichnung, aber ohne Tresor, Rotation oder Just-in-Time-Freigabe; kein PAM-Produkt
  • Entitle: Just-in-Time-Zugriffsdienst; seit der Übernahme durch BeyondTrust (Vereinbarung 16.04.2024) Teil des BeyondTrust-Portfolios, nicht separat geführt
Einführung und Betrieb

Vom Tresor
zur Kontrolle.

  • Privilegierte Konten vollständig erheben: Domänen- und lokale Admins, Datenbank-, Hypervisor-, Netzwerk- und Cloud-Root-Konten sowie Dienstkonten mit interaktiver Anmeldung. Jedes Konto erhält Owner, Zweck und Zielsysteme.
  • Mit Tier-0 beginnen (Domain Controller, Identity Provider, Backup-Konsole, Hypervisor): Zugriff nur noch über den PAM-Zugangspunkt, direkte Anmeldewege netzseitig sperren.
  • Passwörter nach jeder Ausleihe rotieren und dauerhafte Gruppenmitgliedschaften durch zeitlich begrenzte Freigaben (Just-in-Time) ersetzen.
  • Sitzungsaufzeichnungen stichprobenweise durch eine vom Betrieb unabhängige Stelle auswerten lassen; sonst bleibt die Aufzeichnung ein Archiv ohne Kontrolle.
Kennzahlen
  • Anteil privilegierter Konten unter PAM-Verwaltung mit Rotation, gemessen am erhobenen Bestand
  • Anzahl dauerhafter Mitgliedschaften in hochprivilegierten Gruppen
  • Anzahl Tier-0-Anmeldungen, die am PAM-Zugangspunkt vorbei erfolgen
Verantwortung

Der IAM- oder Plattform-Owner verantwortet Regeln und Betrieb des PAM; die Systemverantwortlichen bestimmen, wer auf ihre Systeme zugreifen darf. Security oder interne Kontrolle prüft Freigaben und Aufzeichnungen.

Regulatorischer Bezug

ISO/IEC 27001:2022 Annex A 8.2 (privilegierte Zugriffsrechte), 5.17 (Authentisierungsinformationen) und 8.15 (Protokollierung).

NIS2 Art. 21 Abs. 2 lit. i nennt Konzepte für die Zugriffskontrolle; DORA Art. 9 Abs. 4 lit. c verlangt von Finanzunternehmen, den logischen Zugang auf das Erforderliche zu beschränken und Zugriffsrechte gründlich zu verwalten.

Häufige Fehlannahme

Ein Tresor mit allen Admin-Passwörtern senkt das Risiko nicht automatisch, er bündelt es. Ohne Härtung, eigene starke Anmeldung und geprüften Notfallzugang wird das PAM selbst zum wertvollsten Angriffsziel.

Auswahlprüfung

Den kritischen Zugang durchspielen.

  • Notfallzugang: Der Zugriff muss möglich, zeitlich begrenzt und später prüfbar sein.
  • Externe: Dienstleisterzugang braucht Anlass, Termin, Ziel und Session-Spur.
  • Rotation: Konten, Schlüssel und Service-Zugänge dürfen nicht in Schattenlisten weiterleben.
  • Adminrechte: Privilegien auf Endpunkten und Servern müssen gezielt statt dauerhaft entstehen.
Zusammenhang

Die angrenzenden Klassen.

PAM erhält Identitäts- und Genehmigungskontext aus IGA. MFA stärkt die Anmeldung vor dem privilegierten Zugang.

Zurück zum Security Tool Navigator →

Security Tool Navigator · Gebiet 03

Im Gebiet Identity Security einordnen.

Diese Werkzeugklasse gehört zum Gebiet Identity Security. Der Gebietshub zeigt, wie die Werkzeugklassen zusammenwirken, wo sie sich abgrenzen und welche Fragen CIO und CISO jeweils klären.